Mental Health in der Gründungsphase: Wie du als Startup-GründerIn mental gesund bleibst

Mental Health: Würfel mit den Buchstaben zu Mental Health auf weißem Grund - Quelle: ©Total Shape - unsplash.com
Mental Health in der Gründungsphase: Wie du als als Startup-GründerIn mental fit bleibst - Quelle: ©Total Shape - unsplash.com

Ein Startup-Gründer zu sein, bringt eine Reihe von Emotionen mit sich. Die untenstehende Startup-Kurve ist eine ziemlich gewöhnliche Reise der Gefühle in den ersten 12 Monaten. Die Höhen des Starts, der Absturz, wenn die Realität einsetzt, der Tiefpunkt der Trauer, wenn du aufgeben willst – all das gehört dazu!

Manchmal kann man das ganze Spektrum an Emotionen in nur ein paar Stunden erleben. GründerInnen kennen wahrscheinlich auch den Erfolgsdruck von Familie, Freunden, Investoren und der Hustle-Kultur, die als einziger Weg zum Erfolg angesehen wird. 

Laut Forbes geben 72 % der Unternehmer an, dass sie unter psychischen Problemen leiden. 77 % der Gründer geben an, dass sich die Führung eines Unternehmens negativ auf ihre Mental Health (englisch für psychische Gesundheit) ausgewirkt hat. Das ist fast dreimal so viel wie die durchschnittliche Prävalenz von psychischen Problemen in der Normalbevölkerung. Und trotzdem wird das Thema in der Unternehmergemeinschaft kaum wahrgenommen. 

Elon Musks Ratschlag „Arbeite hart, jede wache Stunde“ hat es ihm zwar ermöglicht, fantastische Dinge in seinem Geschäft zu erreichen. Ich möchte dafür plädieren, dass dies nicht der einzige Weg ist, sondern dass Ausgewogenheit, Beständigkeit, Unterstützung und gesunde Gewohnheiten ein viel nachhaltigerer Weg zum Erfolg und zur Erhaltung deiner geistigen Gesundheit als Gründerin sind.

Wie du deine Mental Health als GründerIn in den Vordergrund stellst

Um ein erfolgreicher Unternehmer zu sein, musst du dich um deine Gesundheit kümmern, sowohl körperlich als auch geistig. Hier sind einige meiner Tipps und Ratschläge, wie du deine mentale Gesundheit und dein Wohlbefinden in den Vordergrund stellst:

Abschalten

Manchmal musst du abschalten, um dich wieder zu erholen. Achte darauf, dass du dir jeden Tag Zeit nimmst, um dich von der Arbeit und der Technik zu erholen. Plane deine Zeit im Voraus und nimm dir bewusst Zeit für dein „On“ und „Off“.  

Wir alle kennen das: Wir sind mit der Arbeit fertig, scrollen auf Instagram und eine arbeitsbezogene E-Mail kommt rein, „oh, die beantworte ich jetzt einfach“. Dann geht es hin und her, und ehe du dich versiehst, ist es Schlafenszeit, du hast ein paar Stunden länger gearbeitet und dabei dich selbst, deine Freunde, deine Familie und andere Dinge vernachlässigt, die für eine gute Mental Health wichtig sind

TUE ES NICHT! Versuche, für ein paar Stunden von der Technik abzuschalten, lass dein Handy in einem anderen Raum liegen, schalte deine geschäftlichen Benachrichtigungen stumm, treibe Sport oder gehe spazieren und lass dein Handy zu Hause. Zahlreiche Studien zeigen, dass regelmäßige Pausen und das Abschalten von der Arbeit sich positiv auf das psychische Wohlbefinden und die Produktivität auswirken!

Die Kunst, „Nein“ zu sagen 

So verlockend es auch sein mag, den Ratschlägen der Hustle Culture zu folgen, so ungesund ist das. Als GründerIn in der Frühphase eines Unternehmens werden viele Leute um deine Zeit und Aufmerksamkeit buhlen – einmalige, aufregende Gelegenheiten für Marketing, Investoren und Kunden sind sehr selten und können leicht zu übermäßigem Stress führen und die besten Pläne zunichte machen. 

Es ist definitiv eher eine Kunst als eine Wissenschaft und etwas, mit dem ich selbst zu kämpfen habe. Aber ich lasse mich immer von der Überzeugung leiten, dass es besser ist, eine Sache gut zu machen, als zehn Dinge schlecht. Mach dir Gedanken darüber, was du jeden Tag, jede Woche und jeden Monat realistisch erreichen kannst. Setze dir Ziele. Wenn die Aktivität dich deinem Ziel näher bringt, tu es, wenn nicht, lehne sie höflich ab. 

Setze Prioritäten für das, was dir am wichtigsten ist, und lerne „Nein“ zu sagen. Konstante Fortschritte und gute Arbeit über einen längeren Zeitraum sind das, was GründerInnen einen kleinen Vorsprung verschafft. Das ist viel angenehmer, nachhaltiger und förderlich für die psychische Gesundheit als sechs Monate lang die Hölle auf Erden, schlaflose Nächte und ein schreckliches Verhalten gegenüber den Menschen um dich herum, um die Ziele zu erreichen. 

Vergiss nicht, dass diese super dringenden, stressigen Meetings in letzter Minute so gut wie immer verschoben werden können – deine Motivation und Bereitschaft, an einem Projekt weiterzuarbeiten, nicht.

Erkenne die Anzeichen von Burnout

Die Anzeichen von Burnout zu kennen, ist wichtig, um dich um deine Mental Health und dein Wohlbefinden zu kümmern. Wenn du erkennst, wann du anfängst, dich ausgebrannt zu fühlen, kannst du verstehen, was diese Gefühle auslöst. Ebenso kannst du Maßnahmen ergreifen, um Burnout zu bekämpfen. Was sind also die Anzeichen? Es gibt eine Reihe von Anzeichen, die auf ein Burnout hinweisen können, aber hier sind nur einige, auf die du achten solltest:

  • sich erschöpft fühlen 
  • Verlust der Begeisterung für die Arbeit 
  • Unfähigkeit, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren
  • Probleme mit dem Schlaf
  • Kopfschmerzen
  • Gereiztheit

Mehr darüber, wie du Burnout bekämpfen kannst, findest du auf dem Blog How to Beat Founder Burnout.

Stärke deine Mental Health und nimm gesunde Gewohnheiten an

Jeder definiert gesund anders, also setze dich nicht zusätzlich unter Druck, jeden Tag um 4 Uhr morgens aufzustehen, um 10 km zu laufen und einen Grünkohl-Smoothie zu trinken, um ein „gesundes“ Leben zu führen. Versuche, kleine gesunde Gewohnheiten anzunehmen, die nachhaltig sind und sich mit deinen bestehenden Verpflichtungen vereinbaren lassen. Dazu könnten gehören:

  • Meditation
  • Sport treiben
  • Zeit in der Natur verbringen
  • soziale Kontakte pflegen, Zeit mit Freunden und Familie verbringen
  • für ausreichend Schlaf sorgen
  • ein Hobby oder etwas, das dir Spaß macht und nicht zur Arbeit gehört
  • feiere die kleinen Erfolge
  • sage öfter „Nein“ zu Verpflichtungen, die nicht unbedingt notwendig sind

Die obige Liste ist keineswegs vollständig, aber alle sind wissenschaftlich belegt und haben nachweislich einen positiven Einfluss auf deine mentale Gesundheit. Vernachlässige sie also nicht – sie sind gut für dich und dein Startup

Stütze dich auf deinen Freundeskreis 

Ein Startup zu führen, kann einsam und isolierend sein. Das gilt umso mehr seit der Pandemie, bei der die Menschen immer weniger Zeit miteinander verbringen. Es ist völlig normal, dass du dich isoliert fühlst

Vor allem als EinzelgründerIn hast du vielleicht das Gefühl, dass du ein unbesiegbares Selbstvertrauen ausstrahlen musst, damit die Leute nicht an dir oder deinem Unternehmen zweifeln. Aber Menschen um dich herum zu haben, die dich verstehen, dich unterstützen, dir Ideen geben und dir zuhören, wenn du dich aussprichst, ist der Schlüssel zu einer positiven Mental Health

Unterschätze das nicht. Denn Isolation und Einsamkeit können sich an dich heranschleichen und dich völlig überwältigen. Versuche schon früh in deiner Gründungsphase, ein Unterstützungsnetzwerk aufzubauen. Das können Kollegen, Mitgründer, Freunde, Familie oder eine Mischung aus allem sein. Viele unterschätzen die Bedeutung dieses Netzwerks, aber es kann einer der größten Erfolgsfaktoren für dein Startup sein. Oh, und scheue dich nicht davor, Unterstützung zu suchen. 

Dieser Artikel wurde von Elena Rosewell auf Englisch verfasst und am 13.05.2022 auf www.wearenova.co.uk veröffentlicht. Wir haben ihn für euch übersetzt, damit wir uns mit unseren LeserInnen zu relevanten Themen austauschen können.

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