Amazon FBA: Freies Leben oder verbranntes Kapital?

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Eine Möglichkeit, die in den letzten Jahren vermehrt an Bekanntheit gewonnen hat, um passives Einkommen zu generieren, ist Amazon FBA. Viele Werbeanzeigen versprechen, dass man damit reich wird. Die Fragen, die wir heute klären, sind, ob es wirklich so einfach ist. Und wenn ja, was alles zu beachten ist, um erfolgreich zu werden und welche Herausforderungen es gibt? So kannst du am Ende für dich selbst entscheiden, ob Amazon FBA auch dein Weg zur finanziellen Freiheit ist.

Was ist Amazon FBA und wie funktioniert es?

FBA ist die Abkürzung für Fullfilled By Amazon, frei ins Deutsche übersetzt „abgewickelt durch Amazon„. Es funktioniert so, dass du ein Produkt hast und Amazon die Logistik und Rechnungsabwicklung übernimmt und als Gegenleistung einen gewissen Prozentsatz als Provision einbehält. Du kümmerst dich demnach nur um ein Produkt, lässt es produzieren und ins Amazonlager schicken. Der Rest liegt dann bei Amazon. Du verdienst immer Geld, wenn jemand dein Produkt bestellt, also sogar während du schläfst. Klingt verlockend, vor allem weil der Umsatz und Markt auf Amazon weiter steigen.

Infografik: Umsatz von Amazon in Deutschland und weltweit in den Jahren 2019 bis 2018

Infografik: Umsatz von Amazon in Deutschland und weltweit
(Zum Vergrößern anklicken) Quelle: Statista

Erfolgreiche FBA-Unternehmen sind beispielsweise „Snocks“, „Coffee Gator“ und „GlobalTra-de“. Sie bieten hochwertige Produkte in spezifischen Nischen an. Sie heben sich durch ein Branding und eine Marke von der Konkurrenz ab und erzielen damit jedes Jahr hohe Umsätze. Wie du siehst, hast du grundsätzlich die Möglichkeit Geld durch Amazon FBA zu verdienen. Wichtig dabei ist, dass du folgende Herausforderungen meisterst.

5 Herausforderungen im Amazon FBA

1. Das Produkt

Zunächst musst du ein geeignetes Produkt finden. Dafür solltest du Nischen analysieren und genau recherchieren. Die meisten machen es sich sehr leicht und versuchen es mit Produkten wie Handyhüllen, Trinkflaschen usw. und kopieren das Design der Konkurrenz. Vor 5 Jahren hätte das vielleicht noch funktioniert, doch heute ist die Konkurrenz stärker, sodass dein Produkt etwas Besonderes haben und sich von der Konkurrenz abheben sollte.

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Ist das Produkt gefunden, so geht es in die Produktion. Günstig herstellen kannst du zum Beispiel in China oder Pakistan. Dabei musst du vielleicht Abstriche bei der Qualität machen. Alternativ kannst du auch hochwertiger in Deutschland oder Spanien produzieren lassen. Die Qualität hat Auswirkungen auf die Bewertung deiner Produkte.

Das Ranking ist entscheidend, wie schnell Kunden dich finden und bestellen. Abhängig vom Standort dauern Herstellung und anschließender Transport ins Amazonlager 5-8 Wochen.

2. Rechtliche Aspekte

Je nach Produkt brauchst du Zertifikate oder ähnliche Bescheinigungen. Ganz gleich, wo du produzieren lässt, du handelst aus deinem Heimatland und unterliegst dessen Richtlinien. Vor allem bei Kinderartikeln oder Nahrungsergänzungsmitteln gibt es strenge Richtlinien, an die du dich halten musst. Daher kann es sein, dass du deine Produkte in bestimmte Labore zum Testen einschicken musst.

Auch beim Branding solltest du an mögliche Markenrechte denken. Verwendest du einen Namen, der markenrechtlich geschützt ist, kann dies sehr teuer für dich werden. Bitte prüfe auch vorab, in welcher Form du eine gewerbliche Tätigkeit anmelden musst, damit du überhaupt Produkte verkaufen darfst.

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3. Konkurrenz & Ranking

Der Markt ist in den letzten Jahren rasant gewachsen und die Konkurrenz deutlich stärker geworden. Ein gutes und günstiges Produkt reicht nicht mehr aus. Du musst einen unverwechselbaren Wiedererkennungswert schaffen, eine Marke, mit der sich deine Kunden identifizieren können.

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt ist das Ranking. Dein Produkt sollte auf Seite 1 und möglichst weit oben stehen. So wird es von potenziellen Käufern sofort gesehen.

Ein Produkt auf Seite 4 oder noch weiter hinten findet kaum Beachtung.

Überlege einmal selbst, wann du das letzte Mal bei Amazon etwas gekauft hast und wie viele Seiten du gebraucht hast, um das passende Produkt zu finden. Wer geht schon weiter als 3 Seiten zurück? Die folgende Statistik zeigt deutlich, wie der Wettbewerb zunimmt:

Infografik: Anzahl der neuen Händler auf Amazon nach Plattform im Jahr 2017
(Zum Vergrößern anklicken) Quelle: Statista

4. Kapitaleinsatz und Nachproduktion

Der anfängliche Kapitaleinsatz ist, verglichen mit anderen Möglichkeiten des passiven Einkommens, sehr hoch. Du musst die Produktion und den Transport vorfinanzieren, Produktbilder anfertigen lassen und in weiteres Marketing investieren. Oft ist eine Produktion nur ab einer hohen Stückmenge von beispielsweise 10.000 möglich.

Ist die Nachfrage nach dem Produkt hoch, solltest du früh nachproduzieren, da Amazon ein leeres Lager im Ranking abstraft.

Weniger Besucher bedeuten dann wieder weniger Umsatz. Somit ist vor allem das erste Jahr oft durch Re-Investieren geprägt. Es kann auch sein, dass du erst mit verschiedenen Produkten experimentieren musst, ehe sich erste Erfolge abzeichnen. Das kann die Kosten schnell in die Höhe treiben.

5. Unternehmerisches Denken

In Anbetracht aller Punkte wird deutlich, dass das Ganze einem kleinen Unternehmen gleicht und lediglich der logistische Teil von Amazon abgewickelt wird. Du bist für das Startkapital verantwortlich, musst den Markt analysieren, einen Hersteller finden, rechtliche Aspekte abklären, das Branding aufbauen und so weiter.

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Amazon FBA ist keine schnelle Methode, um viel Geld zu verdienen. Es bedeutet Arbeit und unternehmerisches Geschick.

Fazit: Geld verdienen mit Amazon FBA?

Ja, es ist möglich mit Amazon FBA Geld zu verdienen und du schaffst es damit auch zu deiner finanziellen Freiheit. Liegt dir das Unternehmertum im Blut und Startkapital ist vorhanden, so ist Amazon FBA eine Möglichkeit, um langfristig Geld zu verdienen. Bedenke nur, dass es bei einer intelligenten Vorgehensweise zwar eine Chance auf einen schnellen Gewinn gibt, es aber realistisch auch mehrere Jahre dauern kann.

Bedenke nur, dass es bei einer intelligenten Vorgehensweise zwar eine Chance auf einen schnellen Gewinn gibt, es aber realistisch auch mehrere Jahre dauern kann.

Hält sich dein unternehmerisches Geschick und Marketing-Know-how in Grenzen, so solltest du über andere Möglichkeiten nachdenken. Wichtig ist auch dann zu wissen, dass passives Einkommen sich nicht innerhalb von ein paar Tagen realisieren lässt.

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