New Leadership: Diese 3 Qualifikationen führen zum Erfolg

134
Schluss mit Führungsmythen: So gelingt echte Führung
© lassedesignen – stock.adobe.com

Du hast sicherlich durch die New-Work-Diskussionen schon oft deinen Führungsstil hinterfragt: Muss ich auf alles eine Antwort haben? Soll ich meinen Teams immer noch vorgeben, was gemacht werden soll? Wie weit muss ich meine MitarbeiterInnen kontrollieren? Nun hat die COVID-19-Pandemie New Work zum Durchbruch verholfen. Die Arbeitswelt ist vom Homeoffice, flexiblen Arbeitszeiten und der Digitalisierung geprägt. Viele MitarbeiterInnen schätzen diese neu- und liebgewonnenen Freiheiten, die Eigenständigkeit und Selbstbestimmung. Sie wollen diese Entwicklung nicht wieder rückgängig machen. Aus diesem Grund ist es an der Zeit, dass du dich mit New Leadership auseinandersetzt.

1. Der Empathieträger

Durch die Krise und die neue virtuelle Arbeitswelt ist es sehr wichtig, dass du als Vorbild die Motivation im Kollegium hochhältst – damit das Engagement und die Effizienz nicht sinken.

Menschlichkeit ist hierfür der Schlüssel.

Erwiesenermaßen sorgen Verständnis und Fürsorge zwangsläufig für mehr Motivation und Engagement, Produktivität und Belastbarkeit unter den MitarbeiterInnen. Verständnis und Fürsorge funktionieren aber nur, wenn du weißt, wie es jedem einzelnen wirklich geht. Deine MitarbeiterInnen machen sich eventuell Sorgen um ihre berufliche Zukunft oder haben Angst wegen einer möglichen Corona-Infektion. Oder ihnen fehlen einfach die sozialen Kontakte. Vielleicht ist bei ihnen aber auch die Arbeitssituation im Homeoffice nicht optimal, sie verlieren an Effizienz und fühlen sich letztlich dadurch auch gestresst. Andersherum können MitarbeiterInnen auch festgestellt haben, dass sie durch das flexible Arbeiten viel effizienter und produktiver geworden sind, ihr Work-Life-Balance endlich stimmt und sie noch nie so glücklich bei der Arbeit waren.

Alle diese Faktoren wirken sich unmittelbar auf die Motivation deiner MitarbeiterInnen aus. Deshalb ist es entscheidend, dass du die persönlichen und strukturellen Voraussetzungen jedes einzelnen kennst und weißt, ob die jetzige Arbeitssituation für sie geeignet ist. Du solltest ihre unterschiedlichen Arbeitsstile einschätzen können, die mehr oder minder mit Remote Work kompatibel sind. Dadurch weißt du die Stärken und Schwächen deiner MitarbeiterInnen zu bewerten und kannst sie so effektiver einsetzen. Dies erfordert eine außergewöhnlich gute Intuition, denn nur mit dem tiefen Verständnis um deine MitarbeiterInnen, kannst du sie den richtigen Projekten zuordnen oder gemeinsam mit ihnen nach optimaleren Arbeitslösungen suchen, anstatt sie in ein von dir gemachtes System zu „zwingen“.

Denn jedes Teammitglied ist ein entscheidender Bestandteil zur Bewältigung der Krise und der damit verbundenen Herausforderungen geworden. Jede Mitarbeiter-Perspektive zählt, denn das Team wird seine Ziele nur durch unterschiedliche Meinungen, komplexe und offene Diskussionen in diesen turbulenten Zeiten erreichen. Dabei solltest du autonomes, kreatives und innovatives Denken fördern und jedem Verantwortung übergeben. Das zeichnet New Leadership aus.

EXTRA: Unternehmenskultur: Warum jeder Mitarbeiter wichtig ist

2. Der Coach

Gerade in Situationen, wo Unsicherheit herrscht, wünschen sich deine MitarbeiterInnen auch Orientierung, klare Ziele und – wenn möglich – eine klare Mission.

Dabei behältst du die individuelle Entwicklung deiner MitarbeiterInnen im Auge – das schließt ihre Agilität, Flexibilität, Eigenverantwortung, Selbstorganisation und ihr digitales Knowhow ein. Nur wenn du deine MitarbeiterInnen schulst und für ein hohes Bildungsniveau sorgst, kannst du auch in Zukunft auf Krisen oder unerwartete Geschäftsentwicklungen erfolgreich reagieren. Dabei geht es nicht nur um den Einsatz neuer Prozesse oder neuer Technologien, sondern das Annehmen einer neuen Arbeitskultur.

3. Der Krisenmanager

Gerade in der Krise kochen Konflikte und Emotionen hoch.

Zum einen musst du eventuell geschäftliche Krisen bewältigen, zum anderen Konflikte innerhalb des Unternehmens lösen. Konflikte im Team gehst du am besten offen mit einer wertschätzenden Diskussionskultur an – auch wenn es unangenehm wird. Wenn du Konflikten so begegnest, ist die Chance hoch, dass du sie löst, das Vertrauensverhältnis und eine gute Arbeitsatmosphäre wieder herstellst. Denn ungelöste Probleme unter den KollegenInnen können die Motivation und Produktivität senken, sich sogar zu einem „Flächenbrand“ entwickeln und immer mehr Abteilungen durch diesen Konflikt spalten.

Um dein Team erfolgreich durch die Krise und in die Arbeitswelt der Zukunft zu führen, brauchst du diese drei neuen Führungsqualitäten. So wie du dein Team weiterentwickelst, lernst auch du jeden Tag dazu. Und so wie du externe Berater und Trainer für deine MitarbeiterInnen ins Haus holst, kannst auch du professionelle Hilfe beim Thema New Leadership in Anspruch nehmen. Manchmal braucht auch der Coach einen Coach.

Marie Kanellopulos
Marie Kanellopulos ist eine von zwei Geschäftsführerinnen bei DONE!Berlin – einer Personalberatung für Tech-Unternehmen und Startups. Zu den Kunden zählen airbnb Europe, N26, Volocopter, Foodspring, Infarm, Delivery Hero, Casper, Amorelie und viele mehr. Marie ist seit 2012 im HR-Bereich zu Hause, betreut und skaliert Personalabteilungen, führt Prozesse und Strukturen sowie Kulturprojekte ein. Dabei setzt sie besonders auf New Work und Diversity & Inclusion.

Kommentiere den Artikel

Bitte gib deinen Kommentar ein!
Bitte gib hier deinen Namen ein

Der Artikel hat dir gefallen? Gib uns einen Kaffee aus!