Cobots: Kollaboratives Arbeiten mit Robotern

328
Cobots: Kollaboratives Arbeiten mit Robotern

Stell dir folgendes Szenario vor: Anstatt unseren Platz einzunehmen, arbeiten Roboter an unserer Seite. Was ziemlich futuristisch klingt, ist inzwischen Realität und zwar dann, wenn Cobots, also kollaborative Roboter, ein Teil der Belegschaft werden. Wenn du deinen Workflow so gestalten kannst, dass er die besten Eigenschaften von Mensch und Roboter nutzt und vereint, gibt es viele Vorteile, die wir dir hier kurz vorstellen wollen.

EXTRA: Künstliche Intelligenz: Vor- und Nachteile von Robotern am Arbeitslatz

Was ist ein Cobot?

Cobots gehören zu der neueste Generation von Robotersystemen und sollen an der Seite des Menschen arbeiten. Dank der Weiterentwicklung der Sensorik und Bildverarbeitungstechnologie müssen diese Roboter nicht mehr durch Schutzeinrichtungen gesichert werden. Bei früheren Industrieroboter-Generationen mussten die Menschen am Arbeitsplatz vor den schnellen Bewegungen und der schweren Masse geschützt werden.

Verbesserungen in der Rechenleistung und Roboter-Technologie sowie ein kleinerer Preis von durchschnittlich 24.000 US-Dollar machen den Roboter zu einer echten Option für kleine und mittelständische Unternehmen. Jetzt können auch solche Firmen endlich die Vorteile der fortschrittlichen Robotik genießen und somit im Wettbewerb mit größeren Herstellern unterstützt werden.

Cobots sind:

  • Einfach zu programmieren: Für die schnelle Einrichtung und Bedienung von Cobots sind keine Programmierkenntnisse erforderlich. Oftmals ist die Technologie plug and play oder ganz leicht über ein Tablett oder durch Verstellen der Arme des Roboters zu programmieren.
  • Schnell eingerichtet: Im Gegensatz zu herkömmlichen Industrierobotern, deren Inbetriebnahme Wochen in Anspruch nimmt, beträgt die Rüstzeit für die meisten Roboter nur wenige Stunden.
  • Flexibel:Traditionelle Roboter werden häufig im Boden verschraubt und für eine bestimmte Anwendung eingesetzt. Cobots sind flexibel und mobil, benötigen nicht viel Platz und können sehr einfach erneut eingesetzt werden, um neue und mehrere Anwendungen zu unterstützen.
  • Sicher: Roboter brauchen keine Sicherheitskäfige, um Ihre Mitarbeiter am Arbeitsplatz zu schützen, wenn sie arbeiten. Sie können Hindernisse wahrnehmen und ihre Geschwindigkeit anpassen oder rückwärts fahren, um zu vermeiden, dass sie gegen Menschen (oder andere Hindernisse) prallen.

Wie werden Roboter im Betrieb eingesetzt?

Je mehr schmutzige, langweilige und gefährliche Aufgaben Roboter von Menschen übernehmen können, desto mehr Möglichkeiten haben Menschen, höhere oder kreative Funktionen zu übernehmen. Hier sind ein paar Beispiele, wie Cobots eingesetzt werden:

1. Handführung:

Ähnlich wie ein herkömmlicher Industrieroboter verfügt ein per Hand geführter Roboter an seinem Armende über eine zusätzliche drucksensitive Vorrichtung. Auf diese Weise kann der menschliche Bediener dem Roboter beibringen, wie man ein Objekt hält oder wie schnell man etwas bewegen muss, damit nichts beschädigt wird.

2. Leistungs- und Kraftbegrenzung:

Wenn ein leistungs- und kraftbegrenzender Cobot etwas Ungewöhnliches in seinem Weg wahrnimmt, kann er jede Bewegung stoppen oder sich bei Bedarf rückwärts bewegen, um einen Aufprall zu verhindern. Diese Roboter sind so konzipiert, um regelmäßig mit Menschen arbeiten zu können.

3. Sicherheitsüberwachter Stopp:

Dieser Vorgang ermöglicht es einem Cobot, unabhängig zu arbeiten, aber wenn ein Mensch eingreifen muss, erkennt der Roboter die Anwesenheit des Menschen und stoppt alle Bewegungen, bis der Arbeiter die Sicherheitszone verlassen hat.

4. Drehzahl- und Separationsüberwachung:

Ähnlich wie beim sicherheitsgerichteten Stopp arbeitet der Cobot in einer Sicherheitszone. Anstatt aufzuhören, wenn er merkt, dass jemand die Sicherheitszone betreten hat, kann er seine Arbeit verlangsamen und den Standort des Menschen tracken. Wenn der Mensch zu nahe kommt, wird er aufhören, seine Arbeit zu verrichten.

Buchtipp: Einführung in die Mensch-Roboter-Kollaboration

Wie der Mittelstand zu chinesischen Fertigungskosten produzieren und seine Personalnot reduzieren kann

Taschenbuch: 116 Seiten
Erscheinungsdatum: 09. August 2018
Preis: 24,90 €

Jetzt auf Amazon ansehen

Cobots im Einsatz

Obwohl Cobots die Arbeitskräfte der Zukunft sein könnten, tragen sie zum jetzigen Zeitpunkt immer noch einen eher kleinen Teil zum Jahresumsatzes der Industrieroboter bei. Mehrere Unternehmen profitieren von verbesserter Effizienz, niedrigeren Kosten. Durch die Zusammenarbeit mit Cobots konnten sie so die langweiligen, schmutzigen und gefährlichen Aufgaben von Menschen streichen. Hier sind ein paar Beispiele von Unternehmen, die diese Roboter derzeit einsetzen:

  • Ford Fiesta Werk: In Köln arbeiten Ford-Fabrikarbeiter und Roboter an ihren Montagelinien zusammen, um Stoßdämpfer zu installieren.
  • Amazon Lager: Roboter bringen Warenregale zu den Amazon-Mitarbeitern, um sich auf den Versand vorzubereiten. Da nun Roboter im Einsatz sind, dauert es nur noch 15 Minuten, um einen Auftrag abzuschließen, der früher noch eine ganze Stunde in Anspruch genommen hat.
  • Online-Supermarkt Ocado: Hier werden die Roboter ähnlich wie bei Amazon genutzt. Die menschlichen Kommissionierer des britischen Onlineshops führen die Bestellungen aus und bleiben an ihrem Platz stehen, während die Roboter sich bewegen, um die Produkte zu holen.

Unternehmen wenden sich dieser Technologie zu, um als Reaktion auf den Fachkräftemangel mit der Konkurrenz noch mithalten zu können, da die Generation der Baby-Boomer allmählich in den Ruhestand geht und die Arbeitskosten steigen. Roboter, die von Unternehmen wie Rethink Robotics, Kuka und Universal Robots hergestellt werden, hoffen, Lösungen für diese Arbeits- und Kostenprobleme zu finden. Wir können davon ausgehen, dass das Interesse an Robotern anhalten wird und die Menschen von Morgen, die mit Roboter-Kollegen zusammenarbeiten, zum Standard für bessere Leistungen wird.

EXTRA: Hotel der Zukunft: Amazon-Rivale eröffnet Roboter-Hotel

Dieser Artikel wurde auf Englisch verfasst und am 29.08.2018 auf www.forbes.com von Bernard Marr veröffentlicht. Wir haben ihn für euch übersetzt, damit wir uns mit unseren Lesern zu relevanten Themen austauschen können!

Lust auf noch mehr Artikel?

Kommentiere den Artikel

Bitte gib deinen Kommentar ein!
Bitte gib hier deinen Namen ein