Auf dem Weg zur Selbstständigkeit – was du dabei beachten solltest

120
Selbstständigkeit: Klebezettel, Stift und Notebook liegen auf Schreibtisch
Auf dem Weg zur Selbstständigkeit - was du dabei beachten solltest

Die Selbstständigkeit ist für viele Menschen eine immer attraktiver werdende Alternative zu einer Festanstellung. Insbesondere die Startup-Kultur, über die in den letzten Jahren überall verstärkt berichtet wurde, hat dem einen neuen Schub gegeben. Denn durch die Berichte erfolgreicher Start-ups wird vielen Menschen klar, dass auch sie es schaffen können.

Zudem bieten die Möglichkeiten des Internets und Social-Medias die Chance, schnell die Zielgruppe zu erreichen, ohne dabei zigtausende Euro für Werbung in die Hand nehmen zu müssen. Bevor der erste Kunde begrüßt werden kann, sollten jedoch einige Rahmenbedingungen abgeklärt werden.

Konzept & Businessplan für die Selbstständigkeit

Das Allerwichtigste auf dem Weg in die Selbstständigkeit ist selbstverständlich das Geschäftsmodell. Denn ohne zu wissen, was eigentlich verkauft werden soll, lässt sich kein Umsatz machen. Im Idealfall können die wichtigen Kenntnisse und Fähigkeiten, die dafür notwendig sind, bereits aus der beruflichen Vorerfahrung mitgenommen werden.

Ist einmal klar, welches Geschäft betrieben werden soll, ist es wichtig, sich einige Fragen zu stellen und diese in einem Businessplan festzuhalten:

  • Wie erreiche ich meine Kunden?
  • Welche Formen von Werbung betreibe ich?
  • Wieviel werden meine Produkte oder Dienstleistungen kosten?
  • Wie sieht meine Konkurrenz aus und was macht diese?
  • Welchen Vertriebskanal benötige ich: ein Geschäftslokal oder einen Online-Shop?
  • Wie sieht mein Markenauftritt aus?

Schon beim Ausarbeiten dieser Fragen tun sich oftmals viele weitere neue Herausforderungen auf. Denn bei genauerer Betrachtung wird häufig klar, dass der Businessplan noch nachgeschärft werden muss. Vor allem, wenn es um Preise und Kosten geht, wird schnell deutlich, dass eine Milchmädchenrechnung hier auf Dauer nicht ausreicht. Denn nicht nur der Einkaufspreis bzw. die Einstandskosten müssen mit einberechnet werden und mit dem Preis in Einklang gebracht werden, den Kunden bereit sind, zu zahlen. Auch zu bezahlende Steuern sowie andere Kosten, die mit der Marge abgedeckt werden müssen, sind zu berücksichtigen.

Die genaue und korrekte Berechnung kann ohne Erfahrung schwerfallen. Hier gilt es, sich professionelle Hilfe zu holen.

Wo kann man sich Hilfe holen für den Start in die Selbstständigkeit?

Um auf Nummer sicherzugehen und den Start in die Selbstständigkeit zu unterstützen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Im Idealfall gibt es erfahrene Unternehmerinnen oder Unternehmern im Bekannten- und Freundeskreis, die einen Blick auf den Businessplan werfen. Sie haben Erfahrung aus der Praxis und können schnell auf mögliche Fehler aufmerksam machen oder Dinge, die vergessen wurden.

Darüber hinaus bietet die Industrie- und Handelskammer (kurz IHK) eine Reihe von Angeboten und Anlaufstellen, um sich rund um Unternehmensgründung, Förderung und damit in Zusammenhang stehende Themen ausreichend zu informieren. Gerade dann, wenn es um das wichtige Thema Steuern geht, ist ein Steuerberater der richtige Ansprechpartner. Dieser kann schnell feststellen, ob mit der abgezielten Marge tatsächlich der Lebensunterhalt bestritten werden kann, während auch alle anderen Kosten abgedeckt werden.

Steuern, Abgaben und Versicherungen berücksichtigen

Insbesondere Menschen, die lange angestellt waren und nur das Nettogehalt ausgezahlt bekommen haben, orientieren sich bei der Kalkulation dessen, was sie monatlich einnehmen müssen, am bisherigen Nettogehalt. In Wahrheit liegt der tatsächliche Betrag jedoch weit höher. Während bisher der Arbeitgeber die Versicherung, Steuern und andere Abgaben abgeführt hat, muss dies nun der Existenzgründer selbst übernehmen. Wie viel die Kosten am Schluss jedoch ausmachen werden, ist anfangs meist noch nicht klar. Denn dies hängt unter anderem vom Erfolg des Unternehmens ab, der sich noch nicht ermessen lässt. Daher sollte hier auf die Erfahrung einer Steuerberatung gesetzt werden, um die Einnahmen-Ausgabensituation von Beginn an richtig einzuschätzen und nicht im zweiten Jahr schon heftige Nachzahlungen in Kauf nehmen zu müssen, die die erste Freude über Erfolge schnell trüben können.

Darüber hinaus ist es in jedem Fall sinnvoll, das Vorhaben mit der Bank zu besprechen, selbst dann, wenn keine Finanzierung benötigt wird. Mitunter weiß nämlich auch die Bank noch über die eine oder andere Fördermöglichkeit Bescheid.

Barbara Schmidt
Barbara Schmidt ist als IT-Beraterin tätig, steht Startups bei Fragen zu relevanten Themen aus dem Bereich EDV bzw. Internetauftritt zur Seite und interessiert sich zudem für die Industrie 4.0.

Kommentiere den Artikel

Bitte gib deinen Kommentar ein!
Bitte gib hier deinen Namen ein

Der Artikel hat dir gefallen? Gib uns einen Kaffee aus!