Von „Steuerfrust“ zur „Steuerlust“

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Wenn man fragen würde, wer gerne Steuern bezahlt, würden sich wahrscheinlich nur wenige Menschen melden. Weshalb ist dies eigentlich so? Klar, einerseits ist die Steuerlast in Deutschland mit durchschnittlich 40% enorm hoch. Dieser Wert macht die deutschen Steuerzahler zu Spitzenreitern im OECD-Vergleich: Bei Steuern und Abgaben ist Deutschland weltweit Spitzenreiter.

Der Durchschnitt der Steuerbelastung der OECD-Länder beträgt 25%, die Schweiz verlangt nur 17,5% im Schnitt an Abgaben. Die Höhe der Abgaben wirft natürlich Fragen auf, wie diese Steuergelder konkret verwendet werden und wie man die Steuerlast möglichst senken kann.

Wie die Steuerlust entfacht werden könnte

Tatsächlich hört man immer wieder davon, dass Menschen sich beklagen, zu viele Steuern zu bezahlen. Die Politik könnte einfach mal überlegen, wie man eine Steuerlust entfachen könnte. Einmal sicher nicht durch die derzeit herrschende Ausgabeorgie, die nur kurzfristige Effekte erzielt. Wenn den Steuerzahlern jedoch ein Mitbestimmungs- und gestaltungsrecht eingeräumt werden würde, würde sich vermutlich die Haltung gegenüber der Steuerabgaben völlig ändern.

Wenn zukunftsträchtige Investitionen in Gang gesetzt werden, die den Unternehmensstandort Deutschland nachhaltig attraktiver macht, werden sich vermutlich wenig UnternehmerInnen gegen hohe Steuern wehren. Schließlich kämen diese allen zugute.

Darüber hinaus müsste es eine Kontrollinstanz geben, die bewertet, ob die Gelder auch dementsprechend eingesetzt wurden und der Output entsprechend war. Goutierte Investitionen wären wahrscheinlich solche in Infrastruktur, Bildung und Soziales. Doch von solchen Investitionen scheinen wir, besonders in der Krise, meilenweit entfernt.

Wofür werden Steuergelder verwendet?

Das Geld der Steuerzahler wird vornehmlich dazu verwendet, um Systeme am Laufen zu halten, die schon seit Jahrzehnten ausgedient haben. Die Covid-Pandemie hat diesen Prozess zusätzlich verstärkt. Mittlerweile werden mit den Steuergeldern sogar Großkonzerne mittels Umsatzersatz unterstützt. Gut, man könnte dies als kurzfristige Intervention des Staates interpretieren, doch auch langfristig steigen die Herausforderungen in verschiedenen Bereichen.

Beispielsweise ist das umlagefinanzierte Rentensystem nicht mehr in der Lage, sich selbst zu finanzieren. Die demographische Entwicklung hat sich dementsprechend entwickelt, dass immer mehr Junge immer mehr Rentner finanzieren müssen. In den kommenden Jahrzehnten wird es nur mit enormen finanziellen Aufwendungen möglich sein, dieses System zu stützen.

Ähnliches gilt für die Krankenkassen und das Gesundheitssystem insgesamt. Auch die Arbeitslosigkeit hat im Zuge der Krise massiv zugenommen und ein Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht absehbar.

Geld für zukunftsträchtige Projekte scheint also eher weniger vorhanden zu sein in den nächsten Jahren und Jahrzehnten.

Steuerliche Zukunftsaussichten

Die Zukunft richtig zu beschreiben, ist natürlich ein schwieriges Wagnis, doch einige Eckpunkte können bereits jetzt festgehalten werden.

Die Staaten haben es, selbst in wirtschaftlich florierenden Zeiten, nicht geschafft, nachhaltig Überschüsse zu erwirtschaften und etwaige Rücklagen für schwierige Zeiten zu bilden. Im Gegenteil: Es wurden immer mehr Schulden aufgenommen, welche in der Zukunft zurückzuzahlen sein werden.

Der bürokratische Apparat nimmt immer größere Ausmaße an. Ihn zu verkleinern, dauert Jahrzehnte.

Sozial- und Gesundheitssysteme werden immer schwieriger zu finanzieren, da die Einzahlungen immer geringer werden als die Ausgaben. Eine ältere Gesellschaft benötigt mehr vom Gesundheitssystem.

Die Corona-Pandemie hat für massive Zahlungsflüsse gesorgt, die jedoch nichts mit nachhaltigen Investitionen gemein haben. Es ging und geht nur um eine kurzfristige Milderung der Umstände, was langfristig die Fallhöhe steigert.

Eine massive Insolvenzwelle rollt an, da diese letztes Jahr in vielen Ländern Europas vermieden wurde durch staatliche Eingriffe. Auch das wird viel Geld und noch mehr Jobs kosten.

Alles in allem scheint es also eher so zu sein, dass die Steuerlast größer wird. Irgendwer muss die Rechnung am Ende des Tages begleichen und das ist immer der Steuerzahler, egal wie man es dreht und wendet.

EXTRA: Wer Steuern zahlt, ist selber schuld!

Selbstbestimmung und Steuerabgaben

Vor allem Unternehmer klagen bei ihren Steuerabgaben von fehlendem Einfluss auf die Verwendung der Gelder. Sie sind es gewohnt, selbstbestimmt und frei zu agieren. Sie haben keinerlei Möglichkeit, über die Verwendung der Gelder mitzubestimmen. Das erledigen die Staatsapparate für sie, egal wie sinnvoll oder nicht sinnvoll diese Ausgaben auch erscheinen. Nicht überlebensfähige Systeme werden durch die Gelder weiter am Leben erhalten. Dieses Geld fehlt natürlich, wenn es um die Investition in die Zukunft geht.

Deshalb ist es mehr als legitim, dass sich Menschen mit der Optimierung ihrer Steuerlast auseinandersetzen. So holen sie sich die Macht über ihr Geld zurück und können die Projekte unterstützen, die sie selbst für sinnvoll erachten.

Doch es geht sogar noch einen Schritt weiter: Die Begleichung der Rechnungen wird den Staat dazu veranlassen, sich dem Vermögen der Staatsbürger zu widmen. Wer hier nicht vorbereitet ist, wird dem Staat Tür und Toren öffnen.

Fazit

Seriöse Berater sorgen für eine Rückerlangung der finanziellen Selbstbestimmung im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten, die das jeweilige Steuersystem bietet.

Im Idealfall sorgen diese Optimierungsmaßnahmen dafür, dass die Steuerlast massiv minimiert wird und dabei mehr Geld für Zwecke zur Verfügung steht, die man selbst als sinnvoll erachtet. Gleichzeitig hat der Schutz des Vermögens ebenfalls eine hohe Priorität, vor allem in Zeiten, wo der Staat Geld benötigt.

Marc Schippke
Marc Schippke ist CEO und Geschäftsführer der Wirtschaftsberatung AG. Zusammen mit einem ausgewiesenen Expertenpool sorgt er dafür, dass seine Mandanten ihre Steuern optimieren, sich internationalisieren und gemeinwohlorientiert wirtschaften.

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