Wer Steuern zahlt, ist selber schuld!

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Wer Steuern zahlt, ist selber schuld!
© Firmbee – pixabay.com

Wie lassen sich Steuern steuern? Das Thema der Steuervermeidung ist so alt wie das Thema Besteuerung selbst. Steueroptimierung wird seit jeher mit Steuerhinterziehung gleichgesetzt, dies ist allerdings nur bei oberflächlicher Betrachtungsweise korrekt. 

Welche ethisch-moralischen Dimensionen bis dato kaum in den Fokus gerückt sind und welche legalen Möglichkeiten es gibt, den eigenen Steuersatz maßgeblich zu senken, klärt dieser Artikel.

Der Mythos der Briefkastenfirma

In den Medien wird immer wieder von dubiosen Firmenkonstrukten und -geflechten gesprochen, die es als einziges Ziel haben, dem Staat wertvolle Steuergelder vorzuenthalten.

In manchen Fällen mag dies stimmen, doch es gibt auch andere Fälle, wo das genaue Gegenteil beabsichtigt wird. Beispielsweise dann, wenn ein Unternehmer einen Verein zu einem gewissen Zweck gründet, der dem Gemeinwohl zukommt. Dann zahlt er nämlich auch keine Steuern mehr, sondern widmet sich der Entwicklung seiner Herzensprojekte. Würden Sie solch einen Menschen als Steuerhinterzieher diffamieren?

Die tägliche Praxis der Wirtschaftsberatung zeigt, dass es zwei große Themenbereiche gibt, weshalb Menschen ungern Steuern bezahlen:

  1. Die Höhe des Steuersatzes (bis zu 50%)
  2. Die fehlende Kontrolle über den Einsatz der Mittel.

Der Antrieb für viele Menschen, den eigenen Steuersatz zu optimieren ist tatsächlich, wieder Herr über die eigenen Gelder zu werden und soziale Projekte zu unterstützen, die ihnen wichtig sind. Ist das wirklich verwerflich?

Steuerwillkür als Basis für Misstrauen

Machen wir uns nichts vor: Wir befinden uns gesamtwirtschaftlich in einer extrem schwierigen Lage. Niemand weiß, wie es nach der Krise mit den erwirtschafteten Vermögen weitergeht.

Derzeit werden Privatpersonen und Unternehmen mit Steuergeldern versorgt, deren Ausmaß uns bis dato undenkbar erschien. Vor einem Jahr ging es noch um Milliardenbeträge, die in die Wirtschaft gepumpt wurden, nun sind wir bei Billionenbeträgen. Niemand weiß, wie sich das auf die jeweiligen Vermögenswerte auswirken und wie schwer die Krise tatsächlich wird.

Menschen wollen nicht nur ihre eigene Steuerlast minimieren, sondern ihr eigenes Vermögen mit steuerrechtlich legalen Modellen schützen. Gleichzeitig erhalten sie dadurch wieder die Kontrolle über ihre eigenen Gelder retour.

Die Eingriffe des Staates werden, angesichts der Subventionszahlungen, eher größer denn kleiner. Höchste Zeit, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen. 

Steuern sind etwas Gutes

Diese Überschrift scheint sich mit dem oben Geschriebenen zu widersprechen. Dies ist nicht der Fall. Gelder, die für die Allgemeinheit verwendet werden, sind prinzipiell etwas Gutes. So können beispielsweise Infrastrukturprojekte, Bildungsinstitutionen und die medizinische Versorgung sichergestellt oder ausgebaut werden. Diese Investitionen kommen allen Menschen einer Gesellschaft, mehr oder minder, zugute.

Allerdings werden Steuergelder seit Jahrzehnten eher nicht für diese Bereiche eingesetzt, sondern im großen Stil vergeudet. Das Vertrauen in den Staat ist auch bereits vor Corona im Sinkflug gewesen. Weshalb eine Besserung der Situation einsetzen soll, kann an dieser Stelle nicht ausgemacht werden.

Es ist daher durchaus verständlich, dass Menschen wieder die Kontrolle über ihr eigenes Vermögen zurückerlangen möchten und selbst bestimmen, welche Projekte und Institutionen sie gerne unterstützen möchten. Und dies ist durchaus möglich.

EXTRA: Passives Einkommen: So wird richtig versteuert

Individuelle Steueroptimierung

Nun gibt es nicht das eine Modell, welches perfekt für jede Situation und für jede Person passt. Es hängt von den eigenen Bedürfnissen ab, welche Modelle sich am besten eignen für die eigene Steueroptimierung

Folgende Fragen sind interessant in diesem Zusammenhang:

  • Wo möchtest du gerne wohnen?
  • Wie möchtest du dein Vermögen veranlagt wissen?
  • Welche sozialen Projekte möchtest du unterstützen?
  • Bist du bereit, eine neue Perspektive auf dein geschäftliches Tun einzunehmen? 
  • Welches Vermögen besitzt du bereits und in welcher Form?

Diese ersten Fragen zeigen, wie komplex und individuell das Thema in der Wirtschaftsberatung behandelt werden muss. Jeder muss hier Prioritäten setzen, um zu dem Ergebnis zu gelangen, welches er sich vorstellt. Die globalen Möglichkeiten dies zu tun, sind wirklich zahlreich.

Von Vereinen und anderen Möglichkeiten der Steueroptimierung

Die sagenumwobene Briefkastenfirma benötigt man dabei gar nicht, um sich steuerlich neu auszurichten. Der DACH-Raum bietet genug Möglichkeiten, dies zu tun. Das Vereinsmodell wurde bereits angesprochen, doch es gibt noch weitaus mehr Modelle, die Menschen näher an ihr Ziel der Vermögenssicherung und des Vermögensaufbaus bringen. Genossenschaften, Stiftungen und Wirtschaftsvereine bieten sehr gute Ansätze, diese Herausforderungen zu meistern. 

Über diese völlig legalen und jedem zur Verfügung stehenden Konstrukte, können Immobilien besessen und verwaltet werden oder andere Investitionen getätigt werden.

Jeder Prozentpunkt, der nicht an Steuern abgegeben werden muss, hilft natürlich, das eigene Vermögen zu vermehren, um im Anschluss noch mehr für die eigenen Projekte zur Verfügung zu haben. Natürlich ist es wichtig, einen professionellen Partner an der Seite zu haben, der dabei hilft, die Modelle nachhaltig attraktiv zu gestalten. 

Fazit

Die eigene Steuerlast senken zu wollen, ist moralisch-ethisch nicht a priori asozial. Im Gegenteil, durch kluges Vorgehen, kann sogar noch mehr Geld für soziale Zwecke eingesetzt werden und das Vermögen mit einem zusätzlichen Schutzschirm ausgestattet werden. Auch Themen der Vererbung oder des Unternehmensverkaufes sind spannende Gebiete, in denen sich sehr viel Steuergelder sparen lassen. 

Marc Schippke
Marc Schippke ist CEO und Geschäftsführer der Wirtschaftsberatung AG. Zusammen mit einem ausgewiesenen Expertenpool sorgt er dafür, dass seine Mandanten ihre Steuern optimieren, sich internationalisieren und gemeinwohlorientiert wirtschaften.

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