Digitale Transformation: 4 Tipps für ein datengetriebenes Unternehmen

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Was bedeutet Digitalisierung für die Unternehmensentwicklung?
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Vor einem Jahrzehnt wurden Daten zum neuen Öl erklärt. Allerdings ist es erst das Ausmaß der heutzutage verfügbaren Daten, das uns in eine neue Dimension bringt. In der Vergangenheit war das Erstellen und Verteilen von Datenanalysen teuer und erforderte hoch spezialisierte MitarbeiterInnen. Wenn du für dein Unternehmen aber wirklich eine digitale Transformation anstreben willst, musst du die Daten allen Mitarbeitenden zugänglich machen, nicht nur den ExpertInnen. Buchstäblich jeder und jede in deinem Unternehmen – von der Wartungsabteilung bis zum Serviceteam, von den MarketingmitarbeiterInnen bis zum Außendienst, vom HR-Team bis zur Geschäftsleitung – wird davon profitieren, datengesteuerte Entscheidungen zu treffen.

Welchen Unterschied Dateneinblicke machen

Eine Studie der Harvard Business Review (HBR) zeigt, dass eine „datengetriebene Organisation“ nicht nur im Geschäftsbericht gut aussieht, sondern sich auch tatsächlich auszahlt. Unternehmen, die ihre Belegschaft und insbesondere die MitarbeiterInnen an der vordersten Front befähigen, wirklich mit Daten zu arbeiten, sahen einen gigantischen Anstieg der Unternehmensleistung:

  • 72 Prozent höhere Produktivität
  • 69 Prozent bessere Kundenzufriedenheit
  • 67 Prozent verbesserte Produkt- und Servicequalität

Es ist keine Überraschung, dass diese Unternehmen auch schneller wachsen als ihre Konkurrenten. 16 Prozent sind um mehr als 30 Prozent gewachsen und ein weiteres Drittel zwischen 10 und 30 Prozent.

1. Tools von gestern lösen nicht die Probleme von morgen

Du fragst dich vielleicht, wie dein Unternehmen datengetrieben werden kann, wenn die Tools so kompliziert zu bedienen sind, dass selbst qualifiziertere MitarbeiterInnen sie nicht nutzen. Die Antwort ist einfach und mein erster Tipp: Nutze andere, moderne cloudbasierte Tools.

Technologien wie KI und Suche haben es auch für technisch nicht versierte Menschen viel einfacher gemacht, mit Daten zu interagieren. Für die Cloud entwickelte Tools haben die Art und Weise, wie deine Belegschaft Dateneinblicke konsumieren, teilen und darauf reagieren kann, dramatisch verändert. Und sie sind so einfach zu bedienen wie Verbraucher-Apps. Mit Suchtechnologien können deine MitarbeiterInnen zum Beispiel in eine Suchleiste wie bei Google jede datenbezogene Frage in natürlicher Sprache eingeben und erhalten Antworten in Form von leicht verständlichen Grafiken. Du weißt nicht, mit welcher Frage du anfangen sollst? Eine KI kann helfen. Basierend auf den Daten schlagen die Algorithmen Suchbegriffe vor. Insgesamt reduziert moderne Technologie die Barrieren für alltägliche NutzerInnen mit Daten zu interagieren.

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2. It’s change management!

Doch wenn die Technologie vorhanden ist, warum tun sich viele Unternehmen so schwer, datengetrieben zu werden? Der erwähnte Bericht von HBR hat herausgefunden, dass der Mangel an effektivem Change Management, Adoptionsprozessen und dem richtigen Mindset die größten Hindernisse für eine breitere Datennutzung in Unternehmen sind. Ein wichtiger Tipp ist daher, dass ohne Change Management auch die besten Tools nichts ausrichten können. Ernenne dazu eine Führungsperson, die speziell das Change Management und die Transformation als Teil deiner Strategie vorantreibt. Die am besten geeignete Rolle für diesen Job ist dein Chief Data Officer (CDO). Eine seiner Hauptprioritäten muss es sein, alte Prozesse aufzubrechen und gleichzeitig Talente mit den Fähigkeiten aufzubauen, neue Prozesse voranzutreiben.

3. Hol die Führungskräfte mit ins Boot

Wie zuvor erwähnt, ist das Fehlen des richtigen Mindsets auf Führungsebene oft ein Problem. Das liegt oft an der überholten Vorstellung, dass die Nutzung von Daten ausschließlich die Arbeit von ausgebildeten Data Scientists ist und die Weiterbildung von MitarbeiterInnen zeitaufwendig und teuer ist. Das mag in der Vergangenheit auch so gewesen sein, aber die neuesten technologischen Entwicklungen ermöglichen es im Grunde jedem mit Daten zu interagieren. Deshalb, und das ist mein dritter Tipp, ist es entscheidend, dass du dein Führungsteam mit ins Boot holst. Du musst sie überzeugen und schulen, damit sie deine Bemühungen, ein wirklich datengetriebenes Unternehmen zu werden, unterstützen.

Obwohl die Technologie da ist, um Daten in die Hände aller zu bekommen, musst du deine MitarbeiterInnen auch zur Nutzung der Daten befähigen. Sie müssen datenkompetent werden. Das Beherrschen von Daten kann man mit dem Beherrschen einer Fremdsprache vergleichen. Das Schulfranzösisch mag für Urlaubskonversationen genügen. Aber um wirklich fließend zu sprechen oder sogar in einer Fremdsprache zu denken, braucht es mehr Übung.

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4. Weiterbilden, weiterbilden, weiterbilden

Das Gleiche gilt für Datenkompetenz. Datenkompetente Menschen können so gut mit Daten umgehen, dass sie sie nicht nur objektiv betrachten und entsprechend handeln können, sondern auch unerwartete Korrelationen finden und so neue Lösungen oder Geschäftsmöglichkeiten erschließen. Die höchste Stufe der Datenkompetenz ist die Fähigkeit, kritisches Denken auf Daten anzuwenden. Das bedeutet nicht blindlings alle Metriken und Datenaussagen zu akzeptieren, sondern sie kritisch zu hinterfragen und auch zurückzuweisen, wenn sie keinen Sinn ergeben. Datenkompetenz geht also weit über Technologien und Tools hinaus und ist ein kritischer Erfolgsfaktor für die digitale Transformation. Mein vierter Tipp ist daher, mit der Personalabteilung eng zusammenzuarbeiten, um die Daten-Fähigkeiten deiner Mitarbeitenden zu bewerten. Daraufhin kann ein fortlaufenden Weiterbildungsplan entwickelt werden, der eventuelle Lücken schließt und vielversprechende Talente fördert.

Unternehmen sitzen auf Tonnen von Daten. Wie gut es deinem Unternehmen gelingt, diese in die Hände aller MitarbeiterInnen zu bringen, wird eine wichtige Rolle dabei spielen, wie gut die digitale Transformation gemeistert wird.

Damien Brophy
Damien Brophy ist Vice President EMEA bei ThoughtSpot. Er verfügt über mehr als 17 Jahre Erfahrung in der Geschäftsentwicklung und im Vertrieb. Zuletzt leitete er das Team von ThoughtSpot in Großbritannien und Irland. Vor ThoughtSpot war Damien Brophy als Regional Director für UK & Irland bei MongoDB tätig, wo er das lokale Go-to-Market-Team aufbaute. Zuvor hatte er Positionen bei PatSnap, GlobalData, Informa und Experian inne.

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