Tue Gutes und rede darüber: Zur Aktualität eines alten Wahlspruchs

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Tue Gutes und rede darüber: Zur Aktualität eines alten Wahlspruchs
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Wenn es um Public Relations geht, beschränkt sich das Wissen der Allgemeinheit zumeist auf alte Wahlsprüche wie „Klappern gehört zum Handwerk“ oder „Tue Gutes und rede darüber“. Wer diese Sprüche geprägt haben könnte, ist selbst manchem PR-Experten nicht bekannt.

„Tu Gutes und rede darüber“ ist der Titel des fast 50 Jahre alten Buches von Georg-Volkmar Graf Zedtwitz-Arnim.

Der Buchtitel ist innerhalb eines halben Jahrhunderts zum geflügelten Wort für Public Relations geworden. Das Buch, das 1961 zum ersten Mal erschienen ist und mehrere Auflagen erfuhr, handelt von Vertrauenswerbung und innerorganisatorischen Anforderungen, die auch im 21. Jahrhundert nicht optimal erfüllt sind, wie Studien leider immer noch ergeben. Von PR 2.0 konnte der Graf natürlich noch nichts ahnen. In jedem Fall ist sein Buch ein Beitrag zur Geschichte der Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland.

Tue Gutes und rede darüber – 2.0

Der alte Wahlspruch ist noch immer weit verbreitet, ganz gleich ob es um die Themen Ehrenamt, Selbstvermarktung oder gewerkschaftliche Öffentlichkeitsarbeit geht. Die Financial Times Deutschland hat sogar eine Serie „Tue Gutes und rede drüber“ ins Leben gerufen.

In Zeiten von Social Media sei jedoch daran erinnert, dass nicht nur reden, sondern auch zuhören angesagt ist.

Gerade im Social Web, wo Varianten wie „Tue Gutes und lass alle daran teilhaben“ oder „Tue Gutes und stelle es zur Diskussion“ sicher passendere Maximen sind, gibt es kritische Stimmen wie:

  • „Du sollst nichts Gutes tun, sondern Gutes bewirken“
  • „Gut gemeint ist nicht unbedingt gut gemacht.“

Besonders vor einem Umkehrschluss wie „Tue Schlechtes und kehr es unter den Teppich“ sei in diesem Zusammenhang gewarnt: MitarbeiterInnen, Konsumenten, Lieferanten und KundInnen können am besten beurteilen, ob Maßnahmen auch ernst gemeint sind oder nur heiße Luft verbreitet wird – und das verbreitet sich heutzutage leichter und schneller als je zuvor.

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Wichtig: Corporate Social Responsibility

Corporate Social Responsibility (CSR) ist ein handfester Beleg für die Aktualität des alten Wahlspruchs. Mit CSR streben Unternehmen schließlich seit Jahren an, ihr Image bei KundInnen, MitarbeiterInnen, MarktpartnerInnen, Medien, NGOs oder PolitikerInnen zu pflegen.

Sie versuchen unternehmerisches Handeln entlang der gesamten Wertschöpfungskette nachhaltig neu auszurichten, bekennen sich zum Umweltschutz, fördern Bildung und Kultur, oder engagieren sich für mitarbeiterorientierte, familienfreundliche Arbeitsbedingungen. Gerade hier liegt aber auch die Bewährungsprobe für den alten Wahlspruch. Freiwilliges Engagement gepaart mit dem Gang an die Öffentlichkeit muss immer mit einem hohen Maß an Ernsthaftigkeit und Professionalität verfolgt werden.

Wer hat’s erfunden?

Dessen ungeachtet, scheint Georg-Volkmar Graf Zedtwitz-Arnim gar nicht der Urheber des Zitats zu sein. Manche führen es auf den deutschen Politiker Walter Fisch (1910-1966) zurück. Der Graf selbst gibt in seinem Buch (1961: 21) an, der Spruch stamme aus den USA, „dem Mutterland der Public Relations“. Wie dem auch sei: Aktuell bleibt dieser Wahlspruch, auch wenn er manchmal arg überstrapaziert wird.

Ach ja, und woher stammt nun das ebenfalls gerne verwendete Zitat „Klappern gehört zum Handwerk“? Dieses kommt wie der Spruch „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“ aus dem Mittelalter: Angeblich machten die Handwerker damals mit einer Klapper aus Holz Lärm und priesen laut ihre handwerklichen Fähigkeiten an.

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Thomas Mavridis
Thomas Mavridis ist Inhaber der PR-Agentur (DIE PR-KANZLEI) und Lehrbeauftragter für PR, Marketing und Kommunikation an den Hochschulen München, Bamberg und Ravensburg. Auch präsentiert und diskutiert Thomas Mavridis Wissenswertes rund um das Thema Public Relations & PR 2.0.

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