Werbekosten in den sozialen Netzwerken sparen: Finde deine Zielgruppe!

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Werbekosten in den sozialen Netzwerken sparen: 3 Tipps zur Zielgruppe
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Soziale Netzwerke sind nicht nur als Kommunikationsplattform zu betrachten, sondern werden mittlerweile auch sehr gern zu Werbezwecken genutzt. Hierbei spielen Targeted Ads eine maßgebliche Rolle. Eine effektive Werbeanzeige interagiert mit der jeweiligen Zielgruppe im Netz und zieht darüber hinaus potenzielle Neukunden an, – soweit die Theorie. Leider sieht die Praxis oft genug ganz anders aus.

Du kennst die Situation bestimmt: du investierst in Online-Werbung, kannst aber keine Umsatz- oder Kundensteigerung verzeichnen. Kurzum: Das Werbebudget wird verschwendet. Damit dir dies künftig nicht mehr passiert, findest du in diesem Artikel viele hilfreiche Tipps, um unnötige Kosten zu vermeiden und deine Werbung zu optimieren.

Das folgende Beispiel verdeutlicht die oben genannte Problematik: Eine potenzielle Kundinn ist Inhaberin eines Brautgeschäftes. Trotz der Tatsache, dass die Zielgruppe bekannt ist und demnach auch die passende Werbung für potentielle Kunden geschaltet wird, wurde das erwartete Ergebnis bisher noch nicht erzielt. Im weiteren Verlauf stellt sich heraus, dass es sich bei der Zielgruppe um Frauen im Alter ab 20 Jahren handelt. Die Frage, ob sie sich selbst als potentielle Käuferin für Brautkleider sehen würde, verneint sie, denn sie ist schon verheiratet. Obwohl sie also der Beschreibung ihrer eigenen Zielgruppe entspricht, interessiert sie sich nicht (mehr) für dieses Thema.

Dieses Beispiel zeigt, dass Geschäftsinhaber häufig fälschlicherweise annehmen, ihre Zielgruppe gut zu kennen. In den meisten Fällen haben sie jedoch nur eine vage Vorstellung davon, für wen die Produkte und Dienstleistungen geeignet sein könnten.

Im Bereich der Online-Werbung werden leider viel zu häufig große, aber unrentable Geldinvestitionen getätigt und ein hoher Zeitaufwand betrieben. Die Anzeigen werden für ein breites Publikum geschaltet, was jedoch zur Folge hat, dass darunter auch viele Menschen sind, die sich überhaupt nicht für das jeweilige Produkt oder die jeweilige Dienstleistung interessieren. Dabei macht eine korrekt definierte Zielgruppe 50 Prozent des Erfolgs einer Werbekampagne in den sozialen Netzwerken aus.

Besonderheiten bei der Zielgruppen-Definition

1. Kosten pro Klick

In den sozialen Netzwerken hängen die Kosten eines Klicks von der Klickrate der Anzeige (CTR) ab. Je höher dieser Parameter im Vergleich zu deinen Mitbewerbern ist, desto preisgünstiger ist der Klick. So können sich zwei aufeinander abgestimmte Anzeigen mit einem geringfügigen Unterschied in der Klickrate in den Kosten pro Klick erheblich unterscheiden.

Beispiel: Preisgünstiger Klick

Eine Überzahlung für einen Klick einer Anzeige mit geringer Klickbarkeit erreicht 0,54 Euro. In der Regel verkaufen soziale Netzwerke jedoch nicht vom ersten, sondern ab dem hundertsten Klick an. Daraus ergibt sich eine Überzahlung von 54 Euro.

2. Zielgruppe nach Parametern aufteilen

Für eine neue Werbekampagne, die bald geschaltet werden soll, steht noch die Zielgruppen-Definition aus. Dabei handelt es sich um Frauen ab 55 Jahren. Sicherlich ist das eine erste Zielgruppenbeschreibung, aber sie ist zu ungenau definiert. Sie dürfen zwar viele Impressionen, aber nur wenige Conversions erwarten. Dementsprechend wird die Klickrate wahrscheinlich sehr niedrig sein. Selbst wenn deine Werbung die Interessen einer Vielzahl von Menschen berücksichtigt, ist es unwahrscheinlich, dass die Anzeige die Aufmerksamkeit von 25-jährigen Mädchen und gleichzeitig von 45-jährigen Männern auf sich zieht. Jeder Mensch ist anders, dies darf man nie vergessen. Daher sollte das Targeting jeder Kampagne verfeinert werden. Wir schlagen vor, die Zielgruppe nach folgenden Parametern aufzuteilen:

  • Interessen
  • Verhalten
  • Wohnort
  • Geschlecht
  • Alter usw.

Jedem Segment sollte eine personalisierte, relevante Werbung angezeigt werden. Bedenke dabei aber auch, dass du die komplexe Persönlichkeit eines Menschen nie zu 100% wirst abdecken können.

Im Folgenden findest du eine beispielhafte Anzeige für eine potenzielle Zielgruppe. Erkennst du den Fehler in der Anzeige?

Beispiel: Zahle 2, kaufe 3
Beispiel: Detailliertes Targeting

Eine Zielgruppe im Alter von 25 bis 30 Jahren wird hinsichtlich dieser Anzeige eine bessere Conversion erzielen. Für Kunden anderer Segmente werden spezielle Lösungen benötigt. Zum Beispiel können 18- bis 25-Jährigen moderne Schuhe angeboten werden, die dem aktuellen Trend entsprechen, während sich Frauen ab 50 Jahren eher für bequeme Schuhe mit einem klassisch-zeitlosen Design interessieren.

Hier ist ein Beispiel für eine personalisierte Anzeige in Facebook Ads:

Yoga für Schwangere

Für die Anzeige wird eine konkrete Zielgruppe definiert: junge Frauen aus Köln, die sich für Yoga interessieren und vermutlich schwanger sind. Natürlich ist es schwer, basierend auf den Interessen und dem Verhalten der Nutzer herauszufinden, ob eine Schwangerschaft vorliegt. Aber im Rahmen einer Testphase kann man dieses Targeting ausprobieren. In den Einstellungen der Anzeigengruppe kannst du für jedes Alter eine neue Anzeige erstellen. Demzufolge wird der Preis eines Leads in einer derart eng segmentierten Anzeige erheblich reduziert, wodurch die Zahl der Kunden steigt.

So findest du deine Zielgruppe im Netz

Hier ist eine Checkliste, mit der du die richtige Zielgruppe auswählen und die effektivste Anzeige erstellen kannst:

1. Bestimme dein Werbeziel

Im Allgemeinen werden folgende Ziele festgelegt:

  • Conversions maximieren: Deine Anzeigen sind auf eine bestimmte Anzahl von Verkäufen, Online-Buchungen, Anrufen und ausgefüllten Formularen auf der Webseite ausgerichtet.
  • Markenbekanntheit: Deine Anzeigen sollen von solchen Personen gesehen werden, die sich am häufigsten an deine Marke erinnern werden.
  • Traffic: Dieses Ziel ist darauf ausgelegt, Personen auf deine Webseite zu führen oder die Nutzung deiner App anzuregen.

2. Beschreibe deinen potenziellen Kunden …

… unter Berücksichtigung der Werbeziele. Denke emphatisch und versetze dich dabei in die Lage deiner Kunden. Mit welchen Problemen hat dein Kunde tagtäglich zu tun? Wie kannst du dem Kunden helfen, diese Probleme zu lösen?

3. Finde das „Warum“ des Kunden

In welchen Fällen wird ein Kunde an deinem Angebot, deinem Produkt oder deiner Dienstleistung interessiert sein? Bereits zu diesem Zeitpunkt kannst du deine Gruppe in drei Segmente einordnen.

Nehmen wir zum Beispiel ein Instagram-Konto, auf dem Stirnbänder aus Wolle sowie Mützen verkauft werden.

Der Zweck der Werbekampagne lautet: Der Kunde soll dazu dazu ermuntert werden, die Waren in dem Geschäft zu bestellen. Der Algorithmus zum Erstellen einer Anzeige ist folgender:

Wer kann ein solches Produkt bestellen?

Als Zielgruppe könnten vermutlich „Frauen im Alter ab 18 Jahren“ definiert werden. Allerdings benötigen nicht alle von ihnen diese Produkte.

Wenn du für alle Frauen dieselbe Anzeige veröffentlichst, sind zwar viele Impressionen, aber nur wenige Klicks zu erwarten. Die Kosten für einen Klick (CPC) werden dabei sehr hoch ausfallen.

Überlegen wir stattdessen, in welchen Fällen und für wen dieses Produkt interessant sein könnte:

  • 1. Frauen, die handgemachte Waren mögen. Biete deine Produkte also solchen Frauen an, um ihren Look mit gemütlichen und warmen Stirnbändern und Mützen zu ergänzen.
  • 2. Mütter mit kleinen Kindern. Ihnen könnten Stirnbänder im Paar-Look angeboten werden.
  • 3. Fashionistas, die Online-Shopping bevorzugen und etwas Unikates aus Wolle kaufen wollen. In diesem Fall kannst du im Text der Anzeige nochmals erwähnen, dass die Mützen und Stirnbänder einzigartig sind.

Anschließend kannst du die Zielgruppe nach geografischen Standorten unterteilen. Aus der Anzeige sollten außerdem die Zahlungsarten und Lieferzeiten je nach Region deutlich hervorgehen. Zum Beispiel: „Stirnbänder für Mütter und Töchter im Paar-Look. Die Lieferung nach Köln erfolgt innerhalb von 2 bis 3 Werktagen.“

EXTRA: Instagram Story Ads: 4 Dinge, auf die du achten musst [+Video]

Das Einrichten von Werbung ist eine zeitaufwändige Aufgabe und erfordert im Vorfeld eine vorläufige Analyse deiner Zielgruppe. Im Anschluss daran bedarf es einer regelmäßigen Überprüfung, um auch auf lange Sicht die besten Ergebnisse zu erzielen. Deine Zeit ist kostbar! Vertraue daher bei der Entwicklung deiner Werbekampagnen auf die Erfahrung von Online-Marketing-Experten.

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Alexander Kamenetsky
Der Autor Alexander Kamenetsky (und sein Team KAMedia) ist ein deutschlandweit und international tätiger Entrepreneur in der Medien- und Internetbranche, der bereits mehrere On- und Offline Unternehmen und Projekte (mit)gegründet hat, wie z. B. QUEST-ROOM, KAMedia, Promohafen, Einfach-Umzug in Köln, Cityhunters in Nürnberg sowie Beseder in Israel.

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