Warum sollte man Cloud Computing-Technologien in Fintech einsetzen?

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Cloud Computing für KMU: Anbieter im Überblick (Teil II)
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Die 2020er Jahre sind Beginn der Cloud-Ära. Studie von IDG Consulting zeigte, dass 81% der Unternehmen wenigstens eine Cloud-Anwendung haben und mehr als 55% der Unternehmen mehrere Clouds nutzen. Unternehmen investieren 32% der Budgets in Cloud-Technologien. Die Cloud bietet den Unternehmen Flexibilität, Geschwindigkeit und Zugänglichkeit. Doch was bedeuten diese Vorteile für Fintech? Erfahre in diesem Artikel alles über Cloud Computing-Technologien.

Warum Fintech in die Cloud geht

Cloud Computing ist eine Technologie, bei der AnbieterInnen Rechenressourcen übers Internet vermieten. Ressourcen können Cloud-Speicher, Server, Datennetzwerke, Software und Speichersysteme sein. Mit anderen Worten, es handelt sich um eine Reihe von Computern, die online gemietet werden können und die Informationen anstelle von KundInnen verarbeiten.

Das Datenvolumen, das Unternehmen erzeugen, wächst rasant. 2020 haben Unternehmen 1,7 MB Daten pro Sekunde erstellt. Das Jahresvolumen kam auf 64 Zettabytes, was doppelt so viel wie im Jahr 2018 war. Somit wird das globale Datenvolumen zu Beginn von 2025 die Ziffer von 180 Zettabytes überschreiten. Um das wachsende Datenvolumen bearbeiten und sicher speichern zu können, setzen Unternehmen auf die Cloud. 2020 haben es mehr als 50% der Firmen getan.

Die Pandemie hat den Wert der Cloud-Computing für Unternehmen erhöht, da Remote-MitarbeiterInnen frei außerhalb des Büros arbeiten. Man braucht keine zusätzliche Software auf Computer der MitarbeiterInnen zu installieren. Außerdem befindet sich alles was benötigt wird, bereits in der Cloud, man muss sich nur einloggen.

Auch Finanzinstitute können von Cloud-Technologien profitieren, aber 70% von Unternehmen scheinen es noch nicht eilig zu haben. Viele testen immer noch das Wasser. Man ist mit der Cloud sehr vorsichtig, weil man noch keine feste Überzeugung in Sicherheit von Cloud hat, sowie kein Verständnis dafür, wie man die Cloud richtig verwalten soll. Unternehmen verlassen sich immer noch auf eigene Cloud-Lösungen. Aber man ist sich einig, dass eine Multi-Cloud-Architektur zur Leistungsverbesserung (62%) und Kostensenkung (40%) führen wird.

Die Vorteile von Cloud Computing-Technologien für Fintech

Bei Ende 2025 wird erwartet, dass der Markt der Finanztechnologien unter Berücksichtigung der jährlichen Wachstumsrate von 23,84 % auf 124,3 Milliarden US-Dollar anwächst. Cloud Computing ist neben KI, Chatbots, Blockchain und RPA eine der fünf wichtigsten Technologien.

Welche Möglichkeiten öffnet die Cloud vor den Finanzinstituten?

Unternehmen können ihre Daten besser verwalten.

Finanzinstitute sammeln riesige Datenmengen. Mit der Cloud kann man Informationen in einem zentralen Speicher sammeln, was die Datenanalyse erleichtert. Somit bekommen Unternehmen ein klares Verständnis ihrer Lage auf dem Markt. Dies macht es einfacher, KundInneninformationen nachzufassen und Risiken zu bewerten und vorherzusagen.

Bei der traditionellen Infrastruktur hat man Computer, die mit lokalen Servern verbunden sind. Allerdings ist die Speicherkapazität solcher Server begrenzt. Wenn der Speicher voll ist, muss man zusätzliche Hardware installieren, und das wird teuer. Mit wachsendem Datenvolumen erweitert sich auch die Cloud Infrastructure. Da braucht man keine neue Computer zu kaufen. Man muss nur das Servicepaket des Cloud-Anbieters erweitern.

Finanzinstitute haben es einfacher, innovativ zu sein.

Die Cloud bringt Flexibilität und Skalierbarkeit mit, die für digitale Transformation des Unternehmen nötig ist. Um konkurrenzfähig zu sein, müssen Unternehmen neue Produkte schneller entwickeln und einführen. Somit will man nicht Zeit auf Instandhaltung der Infrastruktur vergeuden. Die Cloud-AnbieterInnen übernehmen diese Arbeit, während sich die Unternehmen um ihre Geschäftsabläufe kümmern.

Die Cloud-Technologien haben Entwicklung und Bedeutung von DevOps gefördert. Die Finanzinstituten interessiert es nicht, wie diese kontinuierliche Anwendungsintegration und -bereitstellung funktioniert. Aber nämlich diese Cloud-Praxis erhöht die Leistung von Entwicklung um das Vierfache, beschleunigt Anwendungsaktualisierungen um 25% und spart Zeit und Geld durch Automatisierung. Doch was bedeuten diese Zahlen für Finanzunternehmen? Man bekommt neue Software schneller und billiger, sowie automatische Aktualisierung in der Cloud. Kurz gefasst, durch Cloud Computing bekommt man einen Wettbewerbsvorteil.

Finanzunternehmen können in der Cloud sparen.

Die Cloud-Computing-Technologien sparen für Fintech das Geld:

  • Die Organisationen brauchen nicht lokale Server aufzurüsten und Wartungspersonal und Stromverbrauch zu bezahlen, sondern benutzen diese Ressourcen für neue Geschäftsideen.
  • Entwicklung und Bereitstellung von neuen Anwendungen erfordert weniger Zeit und Geld.
  • Die Unternehmen zahlen Cloud-AnbieterInnen für die genutzte Kapazität nach dem Prinzip Pay-as-you-go, was bedeutet, dass sie nur aktive Serverstunden bezahlen.

Unternehmen haben es leichter, Vorschriften zu erfüllen.

Die Finanzunternehmen müssen den Aufsichtsbehörden regelmäßig Berichte vorlegen und geltende Gesetze einhalten. Die Regeln ändern sich ab und zu, aber die Unternehmen müssen detaillierte Daten sammeln, speichern und bearbeiten. Die DSGVO ist nur eines von mehreren Gesetzen, die Unternehmen einhalten müssen. Wie kann die Cloud dabei helfen?

Die Cloud bietet Überwachungsfunktionen und meldet über Änderungen von Einstellungen und über Eingriffe in die Sicherheitsprotokolle. Außerdem bietet die Cloud Tools zur Automatisierung der Berichterstattung. Viele Sicherheitslösungen sind bereits in die Cloud integriert: Firewall, digitales Schlüsselmanagement, Multi-Faktor-Authentifizierung und andere.

Fintech-Unternehmen verbessern die Benutzererfahrung.

Mit der Cloud digitalisieren Banken ihre Interaktion mit den KundInnen. Dazu werden schnelle Echtzeitzahlungen, digitale Geldbörsen, Zahlungssysteme und P2P-Zahlungsanwendungen eingesetzt.

Zahlungen können sehr langsam sein, insbesondere internationale. Jedoch lösen Cloud-Computing-Technologien dieses Problem. Transaktionen gehen schneller, was man an der Arbeit des SWIFT-Zahlungsnetzwerks sehen kann. Es basiert sich in der Cloud und bietet Dienste für 11000 Finanzinstitute in mehr als 200 Ländern.

Cloud-Transaktionen sind sicherer. Gartner Studie zeigte, dass Cloud-Infrastruktur bis zu 60 Prozent weniger den Bedrohungen ausgesetzt ist, als ein traditionelles Rechenzentrum. 2020 wurden weltweit mehr als 70,3 Milliarden Echtzeitzahlungen durchgeführt. Das ist 41% mehr das Jahr zuvor. Sofortzahlungen werden zur Norm

Fintech-Unternehmen können ihr Vermögen besser schützen.

Fintech-Unternehmen sind ein Leckerbissen für Cyberkriminelle, weil solche Firmen viele vertrauliche finanzielle Kundendaten speichern. 

Wie bereits erwähnt, hat die Cloud eine bessere Cyber-Widerstandsfähigkeit gezeigt. Dies wird dadurch erreicht, dass der Cloud-Anbieter:

  • Informationssicherheitsstandards (ISO 27001, ISO 22301 oder PCI) einhält
  • Identifizierung und Zugang verwaltet
  • Daten verschlüsselt
  • Datenrettung und -Wiederherstellung vorhersieht
  • Leistung der virtuellen Server ständig überwacht
  • Anwendungen mit Firewalls schützt, usw.

Offensichtlich vertrauen die Unternehmen der Cloud: 50% der Unternehmensdaten werden in der Cloud gespeichert. Obwohl noch vor sechs Jahren nur 30% der Unternehmen sensible Daten in der Cloud gehostet haben. Risiken der traditionellen lokalen IT-Infrastruktur werden in der Cloud vermieden.

Probleme des Cloud-Übergangs in Fintech

Auch wenn Fintech-Unternehmen scheinen mit der Cloud-Migration zögerlich zu sein, bewegt sich Fintech doch schneller in die Cloud als andere Branchen. Hier sieht man höhere Zahlen als im Gesamtdurchschnitt:

  • für Public Cloud IaaS (51 % gegenüber 46 %);
  • für lokale private Cloud IaaS (49 % gegenüber 37 %);
  • und für die Plattform als PaaS-Dienst (39 % gegenüber 31 %).

Allerdings haben alle Unternehmen drei gemeinsame Bedenken:

  1. Man macht sich Sorgen um die Sicherheit von Cloud-Computing. Sicherheitsfrage ist eine der größten Cloud-Ängste. 75% der Unternehmen machen sich darüber Sorgen. 
  2. Man hat Angst, gegen Gesetze zu verstoßen. Manche Unternehmen haben Angst davor, dass der Cloud-Speicher ein Verstoß gegen das Datenschutzgesetz sein könnte, weil die Daten falsch und nicht zuverlässig gespeichert würden, sodass man auch dafür künftig hohe Strafen zahlen müsste.
  3. Man zögert, die Kontrolle an DrittanbieterInnen abzugeben. Firmen haben Angst, die Verwaltung kritischer Geschäftsanwendungen und -daten an „Fremde“ weiterzugeben. Außerdem wird von denen abhängig sein und muss alle Prozesse mit ihnen abstimmen, was auch ein Abschreckungsfaktor ist.
  4. Mangel an Cloud-Management-Erfahrung. Administrierung von Multi-Cloud- und Hybrid-Umgebungen ist eine der größten Herausforderungen für ein Unternehmen. Mehr als 60% der Befragten haben dieses Problem genannt. Dabei ist die beste Antwort auf alle Cloud-Ängste zuverlässige Cloud-DienstleisterInnen, die sich auf Zusammenarbeit mit Banken und Finanzunternehmen spezialisieren und eigene ExpertInnen in Cloud-Sicherheit im Personal haben. Dadurch bieten sie individuelle Sicherheits- und Unterstützungsstrategien und garantieren stabile Funktion der Cloud-Infrastruktur.

Cloud-Trends

Im Forrester-Bericht für 2020 haben die ExpertInnen einige Cloud-Vorhersagen geteilt. Der Cloud-Markt – SaaS, PaaS und IaaS – ist auf 299,4 Milliarden Dollar gewachsen, und das war 120 Milliarden mehr als im Jahre 2018. Deshalb sehen die Cloud-Trends so aus:

  • Unternehmen implementieren High-Level-Services: Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen.
  • Man wählt PaaS-Plattformen, die leichter an die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst werden können.
  • Man geht zu einer Multi-Cloud-Strategie über: Die Anwendungen werden in mehreren Clouds zugleich ausgeführt. 
  • Die Containertechnologien (Kubernetes) werden überall eingesetzt, wo es Big Data gibt.
  • Ausgaben für öffentliche Clouds werden 2021 um 18,4% ansteigen. 24% bis 30% der Cloud-Ressourcen werden von Unternehmen verschwendet. Daher ist Optimierung der Cloud-Kosten die Priorität für Unternehmen.
  • Gartner sieht die Zukunft im verteilten Cloud Computing, bei dem sich die Rechenzentren überall befinden können. 

Schlussfolgerung

Unternehmen führen die Cloud-Computing-Technologien ein, weil sie flexibel, effizient und skalierbar sind. Viele Vorteile haben sich für Finanzinstitute während der Pandemie als besonders wertvoll erwiesen. Wie Fintech auf die Krise reagiert, wird seine Zukunft bestimmen.

Dank Cloud-Wechsel können FinTech-Unternehmen die Qualität ihrer Dienstleistungen verbessern. Durch Partnerschaft mit einem Cloud-Entwickler, bekommst du die nötige Expertise um in die Cloud sicher zu migrieren.

Tatsiana Kuchminskaya
Ich heiße Tatsiana Kuchminskaya, und ich mag Fintech-Innovationen zu entdecken. Derzeit arbeite ich als CFO bei Andersen . Als langjähriger Teil der IT-Familie habe ich mich zum Ziel gesetzt, IT-Prozesse zu transformieren

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