Geschäftspartnerschaft eingehen: Ja oder nein?

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Geschäftspartnerschaft eingehen: Ja oder nein?
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Wenn du ein Unternehmen gründest, ist eine der ersten Fragen, die du dir stellst, ob du dies allein tun solltest oder Hilfe benötigst. Diese Entscheidung bestimmt, ob dein Unternehmen eine Solopreneurship oder eine Partnerschaft ist. Manche UnternehmerInnen arbeiten besser alleine, andere erkennen wiederum den Vorteil, eine PartnerIn oder einen Partner zu haben.

In manchen Betrieben empfiehlt es sich, jemanden zu haben, auf den man sich verlassen kann, um die Last zu teilen. In den glücklichsten Fällen ergänzen sich die Stärken und Schwächen der PartnerInnen und sorgen so für eine bessere Erfolgsquote des Unternehmens. In anderen Fällen könnte eine Partnerin oder ein Partner die Entscheidungsfindung vergeigen oder ein einfaches Geschäft verkomplizieren. Du bist GeschäftsführerIn und steckst noch in der Zwickmühle? Hier sind 8 wichtigen Faktoren, die du bei der Entscheidung über die Aufnahme einer GeschäftspartnerIn bzw. eines Geschäftspartners berücksichtigen solltest.

1. Mehrwert

Kann diese MitgründerIn oder Mitgründer einen zehnmal so hohen Mehrwert bieten als eine Angestellte bzw. ein Angestellter? Du musst dich nach allen Seiten absichern, um das Risiko einer zweiten Person zu übernehmen. Wenn sie die Erfahrung und den Antrieb haben, das Unternehmen viel schneller aufzubauen als du, lohnt es sich auf jeden Fall, solange du gut darin bist, „Besitz“ gegen Kapital zu tauschen.

2. Kompromissbereitschaft

Denke darüber nach, wie sehr du zu Kompromissen bereit bist. Wenn du mit einer Partnerin oder einem Partner zusammenarbeitest, musst du einige harte Kompromisse eingehen, damit alle zufrieden sind. Diese Entscheidung könnte einen Teil deiner Freiheit einschränken. Gleichzeitig kann eine Partnerin oder ein Partner dich unterstützen, indem sie bzw. er als zweites Augenpaar fungiert und dir hilft, Probleme zu erkennen, Beziehungen herzustellen und deine Marke zu stärken.

3. Unterstützung

Was sind meine Schwächen? Wo brauche ich Unterstützung und was kann ich einfach nicht alleine schaffen? Dies sind die Fragen, die man sich stellen sollte, bevor man eine Entscheidung trifft.

Die Antwort darauf, ob du eine Partnerin oder einen Partner finden musst, hängt davon ab, wie groß die Lücken sind.

Wenn sie zu groß oder zu vielfältig sind, kann es hilfreich sein, eine Partnerin oder einen Partner zu finden. Wenn sie durch Dienstleistungen gefüllt werden können, kann das zu langfristigen Ersparnissen und mehr Eigenkapital für GründerInnen führen.

4. Ergänzen

Ein Faktor, den du bei der Entscheidung zwischen Solopreneurship und der Suche nach MitgründerInnen berücksichtigen solltest, ist die Frage, wie sehr eine Partnerin oder ein Partner dich ergänzt. Wir sind alle einzigartig, wir denken auf eine bestimmte Art und Weise und machen die Dinge auf unsere Art. Es könnte sehr hilfreich sein, eine Partnerin oder einen Partner zu finden, der deine Ideen (auf konstruktive Weise) in Frage stellt, dir einen Mehrwert verleiht und die Art und Weise, wie du die Dinge tust, ergänzt.

5. Ausrichtung der Vision

Eine Mitgründerin oder einen Mitgründer zu haben kann effektiv sein, wenn ihr beide unterschiedliche Stärken mitbringt oder wenn eure Vision zu 100 Prozent übereinstimmt. Wenn du keinen triftigen Grund hast, eine Partnerin oder einen Partner zu engagieren, dann belass es dabei. Stell stattdessen MitarbeiterInnen ein (oder vielleicht besser, je nach deinem Unternehmen, BeraterInnen oder AuftragnehmerInnen), um Lücken in deinem Kompetenzspektrum zu füllen.

EXTRA: Geschäfts-Geturtel: Geschäftspartner finden & behalten

6. Deine langfristigen Ziele

Deine langfristigen Ziele spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, ob du einen Alleingang machst oder PartnerInnen findest, mit denen du zusammenarbeiten könntest.

  • Hast du vor, in der Zukunft ein neues Unternehmen zu gründen?
  • Wirst du dein Unternehmen in der Zukunft verkaufen?

Fragen wie diese machen deutlich, ob du mit einer Partnerin oder einem Partner zusammenarbeiten solltest oder nicht. Du kannst die Verantwortung teilen oder selbst Entscheidungen treffen. Deine Zukunftspläne werden dir dabei helfen zu wissen, was zu tun ist.

7. Dein Leben anvertrauen können

Vertrauen ist der wichtigste Faktor. Wenn du niemanden finden kannst, dem du dein Leben anvertrauen würdest, solltest du in Betracht ziehen, als Solopreneur zu arbeiten.

Ein weiterer wichtiger Faktor, den es zu berücksichtigen gilt, ist die finanzielle Verantwortung.

Dies würde ebenfalls in die Kategorie Vertrauen fallen. Wenn du ihr oder ihm nicht von Anfang an vertrauen konntest, solltest du es auf keinen Fall riskieren, ihr oder ihm deine Finanzen anzuvertrauen.

8. Ihre Expertise gegen deine

Finde jemanden, der dich ergänzt. Du könntest die Ideengeberin oder der Ideengeber sein, musst aber jemanden finden, der sich um die täglichen Geschäftsaufgaben kümmert. Vielleicht geht es dir um Verkäufe, aber nicht um Bilanzen. Finde einen Zahlenfan. Ein Unternehmen mit MitbegründerInnen, die zwei sich ergänzende Fähigkeiten sehr gut beherrschen, hat eine höhere Erfolgschance als ein Unternehmen, das zwei ExpertInnen auf einem Gebiet hat.

Dieser Artikel wurde auf Englisch verfasst und am 16.09.2020 auf www.forbes.com veröffentlicht. Wir haben ihn für euch übersetzt, damit wir uns mit unseren LeserInnen zu relevanten Themen austauschen können!

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