Wie gut kennst du deine Kollegen?

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Wie gut kennst du deine Kollegen?

Das Kaffeeunternehmen „Nespresso“ hat eine Studie zum Thema „New Work“ durchgeführt. Das spannendste Ergebnis:

67 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland gaben an, dass sie ihre Kollegen kaum kennen.

Was sind die Ursachen und Folgen und wie lassen sich Begegnungen fördern? Wieso kollegialer Austausch erfolgsfördernd ist, erfährst du hier.

In der Studie wurden 1.000 Büromitarbeiter befragt. Ein gutes Arbeitsklima ist maßgebend dafür, ob wir uns auf der Arbeit wohl fühlen. Auch wenn das Büroleben zunehmend digitaler wird, fördern echte menschliche Kontakte unsere Produktivität.

  • 90 Prozent der Befragten gaben an, dass ein kollegiales Miteinander bedeutsam für die Arbeitsergebnisse sei
  • 77 Prozent halten Face-to-Face-Kommunikation für notwendig

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Wo liegen die Ursachen?

Trotz flexibler Arbeitszeiten und Modellen wie dem Home-Office ist es doch so, dass wir mit unseren Arbeitskollegen so viel Zeit verbringen wie mit kaum anderen Menschen aus dem persönlichen Umfeld. Wie kann es also sein, dass es uns schwer fällt, die Kollegen wirklich kennenzulernen und eine gute Beziehung zu ihnen aufzubauen?

  • 53 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, dass die Ursache hierfür beim Arbeitgeber zu suchen ist. Oft bieten Firmen keinen Raum, um auch abseits der Arbeit Zeit für sozialen Austausch zu schaffen. Arbeitgeber wollen, dass in der Arbeitszeit produktiv gearbeitet wird, doch dabei bleibt der soziale Kontakt oft auf der Strecke.
  • 48 Prozent meinen, dass durch digitale Neuerungen, wie etwa Videokonferenzen oder auch Tools zur effizienten Zusammenarbeit der persönliche Kontakt gehemmt werde. Oft sitzen Angestellte im selben Büro, doch kommunizieren nur noch über Chats, Mails und Boards und der echte Dialog wird dabei vergessen.

Was persönlicher Austausch nutzt

Wo Begegnungen wirklich gefragt sind: Wenn es um Kreativität und Innovationen geht. Bei der Entwicklung von guten Ideen ist der persönliche Austausch besonders sinnvoll. Natürlich sind Meetings oftmals nervige Zeitfresser, doch wenn es um wichtige Produktentwicklungen geht, zählt jede Meinung und oft entstehen dabei die wirklich guten Ideen. Laut den Studienergebnissen sind durchschnittlich drei bis fünf Mitarbeiter an der Entwicklung einer Idee beteiligt. Bei 19 Prozet sind es sogar mehr als acht beteiligte Personen. Drei bis fünf Meetings dauert es bei den meisten, um eine gute Idee zum laufen zu bringen.

Wie lassen sich kollegiale Begegnungen fördern?

Neben dem gemeinsamen Plausch in der Kaffeeküche und das allseits bekannte Feierabendbierchen oder einem gelegentlichen Teamevent, führt Nespresso als Idee zur Förderung des Austauschs auch das noch eher unbekannte New-Work-Konzept des „Hot Deskings“ an.

Für gewöhnlich hat jeder Mitarbeiter im Büro seinen klaren Platz und seinen zugewiesenen Schreibtisch. Doch mit der zunehmenden Flexibilität der Arbeitszeiten, lässt sich diese Flexibilität auch auf den Arbeitsplatz übertragen und der eigene Schreibtisch verliert an Bedeutung. In agilen Unternehmen sind also geteilte Arbeitsplätze voll angesagt. In Deutschland hat sich das Konzept allerdings erst bei 12 Prozent der befragten Studienteilnehmer etabliert. Was sind mögliche Gründe hierfür?

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Hot-Desking: Vor- & Nachteile

Positive Aspekte eines geteilte Arbeitsplatzes:

  • er ist platz- und kostensparend
  • er bietet Platz für Begegnungen und Austausch
  • er sorgt für flache Hierarchien und Gleichstellung

Negative Aspekte eines geteilten Arbeitsplatzes:

  • er erfordert Planungsaufwand
  • kann morgens Stress auslösen und für eventuelle Unzufriedenheit sorgen
  • kann für Unsicherheit sorgen und zur Abschottung einzelner Mitarbeiter führen

Für viele Arbeitnehmer ist ein eigener fester Platz nach wie vor wichtig.

Schließlich verbringen sie dort im Durchschnitt etwa 44 Prozent ihrer Arbeitszeit und finden ihre Kommunikationspartner in einem Radius zwischen zehn und 22 Metern rund um ihren Platz. Eine sinnvolle Sitzordnung hat daher durchaus ihre Vorteile und kann den Austausch immens fördern. Da jedoch oft Mitarbeiter mit ähnlichen Aufgabenfeldern zum Austausch neigen, sei es förderlich hier mehr durchzumischen, um auch den Austausch zwischen unterschiedlichen Abteilungen zu fördern. So wird Grüppchenbildung und Ausgrenzung vorgebeut und Mitarbeiter können über den eigenen Tellerrand hinaussehen.

Jedes Unternehmen muss also für sich entscheiden, wie es ein Arbeitsklima schafft, im dem Produktvität und Kommunikation Hand in Hand gehen. Fakt ist: Persönliche Begegnungen tun uns einfach gut.

Quelle: Nespresso

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