Die Bedeutung von Softskills in einer dynamischen Unternehmenswelt

Softskills: Mehrere Blöcke mit Köpfen und bestimmten Symbolen drauf.
Die Bedeutung von Softskills in einer dynamischen Unternehmenswelt - Foto: © osabee - stock.adobe.com

Unsere Arbeitswelt ist heute diverser und internationaler als je zuvor. In großen Unternehmen treffen nicht nur unterschiedliche Kulturen und Nationalitäten aufeinander, auch bis zu fünfverschiedene Generationen können dort gleichzeitig beschäftigt sein. Die Bedürfnisse und Eigenschaften dieser Mitarbeitenden stellt Führungskräfte vor Herausforderungen.

Um das volle Potenzial vielfältiger MitarbeiterInnen zu nutzen, müssen EntscheidungsträgerInnen in Unternehmen die unterschiedlichen Hintergründe und Erwartungen ihrer Belegschaft verstehen und darauf Rücksicht nehmen. Nur dann können alle Vorteile der Diversität erfolgreich genutzt werden, denn das klassische One-Size-Fits-All-Prinzip hat längst ausgedient.

Signifikante kulturelle, nationale und/oder generationale Unterschiede können etwa sein:

  • Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber
  • Geduld
  • Risikobereitschaft
  • Länge des Entscheidungsprozesses
  • Kommunikationsstile (z.B. Unterschiede in der Direktheit)

Die Umsetzung im eigenen Unternehmen beginnt mit einer grundlegenden Erkenntnis:

Wer Mitarbeiterzufriedenheit möchte, muss den Menschen in den Mittelpunkt stellen und ihre kulturellen, nationalen und generationsabhängigen Ansätze und Bedürfnisse verstehen.

Das verlangt nach einer People-First-Philosophie des leitenden Managements, die jede Funktion und alle MitarbeiterInnen maßgeblich am Erfolg des Unternehmens beteiligt. Um emphatisch auf MitarbeiterInnen einzugehen, sind Softskills für Führungspersonen unerlässlich. Sie helfen dabei, gezielt zu kommunizieren und zu motivieren und gehören in jedes moderne Führungskonzept.

Offenheit, Respekt und Kommunikation als Schlüsselkompetenzen – Ein offenes Ohr ist essenziell

Die Leistung eines Teams sollte im People-First-Konzept immer als das Produkt des Outputs eines jeden Individuums im Team verstanden werden. Mitarbeitende sind keine Ressourcen, sondern Persönlichkeiten. Diese Erkenntnis verlangt danach, dass der individuelle Wert eines jeden für das Unternehmen verstanden werden muss. Dabei bringen Altersunterschiede der Angestellten, ebenso wie Vielfalt in Herkunft und Kultur ganz unterschiedliche Erfahrungswerte und damit verschiedene Ansätze für die eigene Arbeit mit sich. Das obere Management eines jeden Unternehmens muss diese analysieren, verstehen und im tagtäglichen Miteinander berücksichtigen.

Ein sensibles Gespür für die Gefühle von Menschen, Offenheit, Respekt und Interesse sind hier essentielle Softskills einer jeden Führungsperson. Hier sollten auch im unteren Management bereits gezielt Kompetenzen ausgebildet werden, um sie im Arbeitsalltag zur Findung einer gemeinsamen Kommunikationsebene anzuwenden. Eine Unternehmensstruktur mit flachen Hierarchien kann dabei helfen, dass sich alle EntscheiderInnen und MitarbeiterInnen als Teil des Teams verstehen. Dazu ist es als Erstes ratsam, sicherzustellen, dass alle Teammitglieder die Ziele des Unternehmens kennen und wissen, welche Schritte zur Erreichung dieser Ziele notwendig sind. Führungskräfte sollten dann so oft wie möglich den unmittelbaren Kontakt zu ihren MitarbeiterInnen suchen und Interesse an der Arbeit und Person von Angestellten signalisieren. Auch in Bezug auf die eigene interkulturelle
Kompetenz braucht es ein offenes Ohr. Um zu verstehen, in welchen Feldern man von anderen Kulturen lernen kann, sind Selbstreflexion und eine offene Grundhaltung unabdingbar.

Das hilft beim Schaffen einer gemeinsamen Unternehmenskultur und einer einheitlichen Arbeitsidentität innerhalb des Teams. Etwaige Unterschiede in der Arbeitsweise und Geschäftskommunikation sollten dabei immer aufgearbeitet und verständlich für alle Bereiche innerhalb des Unternehmens kommuniziert werden.

Aus meiner Erfahrung in der Führung diverser Teams heraus, haben sich folgende Ansätze und Methoden zur Verstärkung der Teamleistung als erfolgreich bewiesen:

  • Bilden Sie Teams, die mehrere Generationen, Kulturen und Nationalitäten umfassen.
  • Ermutigen Sie zu Meetings und Teambuildingmaßnahmen, in denen alle voneinander lernen.
  • Gern dürfen die verschiedenen Kulturen und Nationalitäten Sie bei der Umsetzung inspirieren. Ein gemeinsamer Kochabend mit regionalen Gerichten kann beispielsweise bereits das Verständnis und den Zusammenhalt im Team steigern.
  • Zeigen Sie, dass vergangene Errungenschaften auch für die Zukunft von Wert sind, und passen Sie sich an neue Arbeitsweisen an.

Diversität erhöht die Erfolgschancen von Unternehmen

Je diverser, desto erfolgreicher: Unternehmen, die viel Wert auf die Diversität Ihrer Mitarbeitenden legen, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, überdurchschnittlich erfolgreich zu sein.

Das stellen Studien immer wieder fest. Damit ist es auch für kleine und mittelständische Unternehmen erstrebenswert, das eigene Team möglichst divers aufzustellen. Um Mitarbeitende zu halten und auf ihre Bedürfnisse richtig einzugehen, sind dabei die oben genannten Softskills im Mittelstand nicht weniger relevant als in einem Großkonzern. Die Prinzipien bleiben die gleichen.

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es ein Vorteil von diversen Teams, dass sich die Gesamtheit der potenziellen neuen Mitarbeitenden vergrößert. Wer auf ein diverses Team mit Menschen setzt, die vorrangig gut Zusammenarbeiten können, kann auf eine größere Anzahl potenzieller BewerberInnen zurückgreifen, die mit einem diversen Skillset, unterschiedlichen Kulturen, Altersklassen und Hintergründen das Team bereichern können.

Seitdem ich bei Milestone tätig bin, habe ich folgende Leitfäden als richtungsweisend empfunden, um im Umgang mit diversen Kulturen, Nationalitäten und Generationen eine gemeinsame Arbeitsidentität erfolgreich im Unternehmen einzuführen und beizubehalten:

  • Wandel braucht Zeit ebenso wie echtes Verständnis
  • Neugierde, Kommunikation und Integration sind die wichtigsten Schlüsselfaktoren – suchen Sie den direkten Kontakt zu Ihren Angestellten und KollegInnen und bemühen Sie sich, dies regelmäßig zu tun. Arbeiten Sie etwaige Unterschiede auf, lernen Sie von ihnen und integrieren Sie diese in Ihre Geschäftskultur.
  • Eine wertschätzende Arbeitskultur zu schaffen ist ein Marathon und kein Sprint, haben Sie Geduld. Teambildende Maßnahmen sollten regelmäßig stattfinden, um den Zusammenschluss auch dauerhaft zu stärken.
  • eine gemeinsame Arbeitsidentität kann die Mitarbeiterzufriedenheit signifikant steigern und in Zeiten von Fachkräftemangel, aufgrund der Vielfalt von MitarbeiterInnen und Kompetenzen im Unternehmen, einen klaren Wettbewerbsvorteil bringen

Thomas Jensen
Als CEO des Videotechnologieunternehmens Milestone Systems ist Thomas Jensen eine erfahrene Führungskraft mit einem breiten Erfahrungsschatz in den Bereichen Unternehmenstransformation, Markteinführungsstrategie und internationale Expansion bzw. Skalierung. Dabei sind ihm nicht nur die Unternehmenswerte und wirtschaftliche Entwicklung, sondern vor allem auch der respektvolle und motivierende Umgang mit den Mitarbeitenden wichtig.

Der Artikel hat dir gefallen? Gib uns einen Kaffee aus!

Kommentiere den Artikel

Bitte gib deinen Kommentar ein!
Bitte gib hier deinen Namen ein