Vermeide die Arroganzfalle: 6 Tipps

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Vermeide die Arroganzfalle: 6 Tipps
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Warst du schon einmal in einer Besprechung, in der dich eine bestimmte Person verrückt gemacht hat, weil sie die klügste Person im Raum sein wollte? Oder hast du mit anderen zusammengearbeitet und ein Kollege hat die Gruppe immer wieder ausgebremst?

Jeder kennt diese Situationen, denn in der heutigen wettbewerblichen Geschäftswelt gibt es viele Leute, die sich beweisen möchten. Sie wollen ihre Fähigkeiten demonstrieren und etwas bewirken.

Aber hoffentlich hast du auch gegenteilige Erfahrung gemacht und mit Kollegen zusammen gearbeitet, die einen großartigen Mehrwert schaffen. Personen, die andere wertschätzen. So kann man ein Projekt mit jemandem abzuschließen, der die Gruppe positiv herausfordert und zu einer besseren Lösung beiträgt.

Negative Auswirkungen arroganten Verhaltens

Das Ego spielt eine Rolle in unserem Verhalten. Eine Studie der University of Missouri zeigte, dass jeder Mensch ein wenig zur Arroganz neigt. Dennoch gibt es weitere Arten von Arroganz, welche unterschiedlich ausgeprägt sein können:

  • Individuelle Arroganz: aufgeblasenes Gefühl für persönlichen Wert
  • Vergleichende Arroganz: überhöhtes Selbstwertgefühl im Vergleich zu anderen
  • Antagonistische Arroganz: Gefühl der Überlegenheit, welches andere abwertet

Unabhängig von der Art, ist Arroganz etwas, das man vermeiden sollte.

Eine weitere Studie legte negative Auswirkungen für Teammitglieder dar, wenn eine Führungskraft arrogant handelt. Es beeinflusste folgende Aspekte bei den Mitgliedern:

  • Leistung
  • Selbstwertgefühl
  • Moral

Doch wieso sind wir arrogant? Forschungen, die im Journal of Behavioral Decision Making veröffentlicht wurden, haben gezeigt, dass ein geringes Selbstvertrauen zu weniger ethischem und eigennützigerem Verhalten führen kann.

Darüber hinaus kann arrogante Führung negative Auswirkungen auf die Mitarbeiterbindung haben. Laut einer Studie des DDI verlassen 57% der Mitarbeiter ihr Unternehmen aufgrund ihres Chefs. Arrogantes Handeln ist folglich aus vielen Gründen eine schlechte Strategie.

Notwendigkeit des Status

Die Notwendigkeit eines Status bedeutet nicht, dass wir nicht alle einen gewissen Status wollen. Es ist ein menschliches Bedürfnis. Wir wollen uns wichtig fühlen und von der Gemeinschaft geschätzt werden.

Forschungen der University of California Berkeley haben ergeben, dass unser sozialer Status grundlegend ist. Die Menschen wollen sich geschätzt und respektiert fühlen und wollen, dass andere ihnen etwas Respekt entgegenbringen. Status stand sogar mit Gesundheit in Verbindung. Menschen mit einem niedrigeren Status litten eher an:

  • Angst
  • Depressionen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Eine Studie der Universität Oxford fand sieben gemeinsame soziale Bedürfnisse in 60 verschiedenen Gesellschaften. Darunter waren:

  • Achtung
  • Respekt
  • Gegenseitigkeit
  • Gerechtigkeit

Letztlich wollen sich die Menschen geschätzt, respektiert und fair behandelt fühlen.

Selbstbewusstes Auftreten ohne arrogant zu sein

Die Notwendigkeit eines sozialen Status ist für den Menschen grundlegend, aber Arroganz wirkt sich negativ auf andere und auf eine Gruppe aus. Wie bringt man diese beiden Eigenschaften in Einklang?

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Hier sind sechs Tipps zur Vermeidung der Arroganzfalle:

1. Ideen im Vordergrund

Konzentriere dich auf Ideen, nicht auf dich selbst. Stelle sicher, dass du deine Handlungen nach einer Idee ausrichtest und nicht weil du glaubst, dass du wichtig bist. Vermeide Arroganz und stelle sicher, dass deine Fürsprache zum Nutzen der Gruppe und der Qualität des Ergebnisses ist.

2. Respektiere die Standpunkte anderer

Du kannst einerseits das nötige Vertrauen in deine eigene Idee haben, aber andererseits auch den Wert der Ideen Dritter anerkennen. Deine eigenen Gedanken sollte andersdenkende Menschen nicht überschatten.

Schätze andere authentisch – und tue dies lautstark.

3. Höre zu und zeige Verständnis

Höre deinem gegenüber aufmerksam zu und stelle Fragen, um andere Perspektiven zu verstehen. Dies ist zudem der beste Beweis dafür, dass du die Standpunkte anderer respektierst.

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Gehe davon aus, dass fremde Ideen oft einen hohen Wert haben und dass du von ihnen lernen kannst.

4. Hole dir unterschiedliche Meinungen ein

Frage dich, wenn etwas Neues anstehst, ob andere die Dinge unterschiedlich sehen, anstatt eine Einigung zu suchen. Der Sozialwissenschaftler Chris Argyris schlug vor, dass organisatorischer Erfolg nicht durch die Unterdrückung von Konflikten, sondern durch die Förderung des Dialogs und das Testen von Ideen erreicht werden kann.

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5. Teile früh

Gehe nicht davon aus, dass eine kugelsichere Idee die überzeugendste ist. Oft sind Menschen überzeugter, etwas Neues auszuprobieren, wenn sie die Möglichkeit haben, die Lösung zu gestalten. Stelle deine unausgereiften Ideen vor, damit die Teilnehmer die Möglichkeit haben, Input zu geben und das Ergebnis zu beeinflussen.

6. Kooperiere mit anderen

Eine in Chaos veröffentlichte Studie besitzt den Titel: „An Interdisciplinary Journal of Nonlinear Science“. Die Studie fand heraus, dass kooperative Menschen, eher in Führungspositionen aufsteigen.

Anstatt deine Ideen zu forcieren oder zu versuchen, sie durch das System zu bringen, solltest du Gemeinsamkeiten finden und mit anderen zusammen arbeiten. In einer solchen Atmosphäre werden deine Ideen eher haften bleiben und andere beeinflussen.

Ein gutes Gleichgewicht für ein gesundes Selbstbewusstsein zu halten, ist schwierig. Stelle deine Ideen über dich selbst, respektiere die Standpunkte anderer, höre zu, lasse unterschiedliche Meinungen zu und biete die Möglichkeit zur Zusammenarbeit und zur Gestaltung der Ergebnisse durch andere.

Es geht nicht darum, die klügste Person im Raum zu sein, sondern den Prozess voranzutreiben – und das ist die klügste Idee von allen.

Dieser Artikel wurde von Tracy Brower auf Englisch verfasst und am 12.01.2020 auf forbes.com veröffentlicht. Wir haben ihn für euch übersetzt, damit wir uns mit unseren Lesern zu relevanten Themen austauschen können.

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