FOMO: Süchtig nach Social-Media?

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FOMO: Süchtig nach Social Media?
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Hast du schon mal von FOMO gehört? FOMO steht für „Fear of Missing Out“, also die Angst, etwas zu verpassen. Das ist ein reales Phänomen, das immer häufiger auftritt und erheblichen Stress im Leben verursachen kann.

Was ist FOMO?

Die Angst, etwas zu verpassen, bezieht sich auf das Gefühl oder die Wahrnehmung, dass andere mehr Spaß haben, ein besseres Leben führen oder spannendere Dinge erleben als man selbst. Sie beinhaltet ein Gefühl von Neid und beeinträchtigt das eigene Selbstwertgefühl.

FOMO wird oft durch Social Media Seiten wie Instagram und Facebook verstärkt.

FOMO in Social Media

Obwohl FOMO vermutlich schon seit Jahrhunderten existiert (man kann Beweise dafür in alten Texten sehen), hat Social Media das Phänomen auf verschiedene Weise beschleunigt.

Soziale Medien schaffen eine Plattform zum Angeben. Dort scheinen die Dinge, Ereignisse und sogar das Glück selbst manchmal in Konkurrenz zueinander zu stehen. Die Menschen vergleichen ihre besten, bildhaftesten Erfahrungen, was andere vielleicht dazu bringt sich zu fragen, was ihnen fehlt.

Da immer mehr Forschung über FOMO durchgeführt wird, bekommen wir ein klareres Bild davon, was es mit sich bringt und wie es uns beeinflusst:

  • Social Media ist sowohl eine Ursache als auch eine Wirkung von FOMO.
  • FOMO im Zusammenhang mit der Nutzung sozialer Medien geht über Alter und Geschlecht hinaus.
  • FOMO wird mit einer geringeren Lebenszufriedenheit in Verbindung gebracht.
  • Die Angst, etwas zu verpassen, kann gefährlich sein. Abgesehen von einem verstärkten Gefühl der Unzufriedenheit, kann FOMO beispielsweise auch zu Unfällen im Straßenverkehr führen.

Maßnahmen gegen FOMO

Wenn du an FOMO leidest gibt es einige Maßnahmen, welche dir helfen können:

1. Ändere deinen Fokus

Konzentriere dich nicht auf das, was dir fehlt, sondern auf das, was du hast. Das ist leichter gesagt als getan, aber es ist möglich. Gerade in den sozialen Medien werden wir ständig mit Dingen bombardiert, die wir nicht haben. Es werden Wünsche und Bedürfnisse geweckt.

Orientiere dich mehr an positiven Menschen und schließe diejenigen aus, die zu viel prahlen oder dich nicht unterstützen.

Du kannst deinen Feed in Social Media auch so ändern, dass du weniger von dem siehst, was FOMO in dir auslöst. Konzentriere dich lieber auf Dinge, die dich glücklich machen.

EXTRA: Ablenkungen vermeiden: 6 Praxistipps, um deinen Fokus zu schärfen

2. Führe ein Tagebuch

Es ist üblich, in sozialen Netzwerken lustige oder spannende Dinge aus deinem Leben zu posten. Falls deine Aktivitäten nur wenig Likes bekommen, könntest du einige deiner Fotos und Erinnerungen offline nehmen und ein persönliches Tagebuch nur für dich gestalten. Das geht sowohl online als auch auf Papier.

Dies verlagert deinen Fokus von der öffentlichen Anerkennung auf die private Wertschätzung der Dinge, die dein Leben großartig machen.

So entkommst du vielleicht dem Kreislauf von Social Media und FOMO.

3. Suche nach echten Verbindungen

Gefühle von Einsamkeit oder Ausgrenzung sind eine Art und Weise unseres Gehirns uns zu sagen, dass wir nach menschlichen Verbindungen suchen und unser Zugehörigkeitsgefühl erhöhen sollten.

Leider ist das Engagement in den sozialen Medien nicht immer der richtige Weg, um dies zu erreichen. Man könnte aus einer schlechten Situation direkt in eine noch schlimmere geraten.

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Taschenbuch: 180 Seiten
Erschienen am:
27. August 2018
Sprache:
Deutsch

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4. Persönlicher Kontakt

Anstatt mit mehr Menschen in sozialen Netzwerken in Kontakt zu treten, solltest du dich lieber mit jemandem persönlich treffen.

Schmiede Pläne mit einem guten Freund, organisiere einen Gruppenausflug oder engagiere dich in sozialen Bereichen. Alles, was dich mit Freunden zusammenbringt, kann eine nette Abwechslung sein. Und du hast nicht das Gefühl, etwas zu verpassen.

Es stellt dich in den Mittelpunkt des Geschehens.

Wenn du keine Zeit hast, Pläne zu machen, kann sogar eine direkte Nachricht in Social Media an einen Freund eine größere und intimere Verbindung fördern, als wenn du an alle deine Freunde schreibst und auf ein „Like“ hoffst.

5. Sei dankbar

Studien zeigen, dass die Teilnahme an dankbarkeitsfördernden Aktivitäten wie Dankbarkeitsjournale oder einfach nur das Erzählen von Dingen, die du an dir schätzt, deine Stimmung und die von allen um dich herum heben kann.

Dieser Stimmungsaufschwung kann genau das sein, was du brauchst, um dich von dem Gefühl der Depression oder Angst zu befreien. Du wirst dich wahrscheinlich weniger versucht fühlen, in den Kaninchenbau von sozialen Netzwerken und FOMO zu gehen, wenn dir klar wird, wie viel du bereits hast.

Das kann wunderbar für deine geistige und emotionale Gesundheit sein.


Dieser Artikel wurde auf Englisch verfasst und am 26.11.2019 von Elisabeth Scott auf verywellmind.com veröffentlicht. Wir haben ihn für euch übersetzt, damit wir uns mit unseren Lesern zu relevanten Themen austauschen können!

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1 Kommentar

  1. Während ich in diesem Artikel darüber lese, dass ich mich nicht auf das konzentrieren soll, was mir fehlt, prangt in der rechten Spalte die ganze Zeit lang: „Gratis: Wir benachrichtigen Dich bei allen News rund um unternehmer.de. Was willst Du nicht verpassen?“ Das ist ja mal wieder genau mein Humor … ;-)

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