Ablenkungen vermeiden: 6 Praxistipps, um deinen Fokus zu schärfen

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Du sitzt an deinem Schreibtisch und bist bereit, mit der Arbeit loszulegen. „Okay, los geht’s“, denkst du dir. Du widmest dich Word zu (oder Excel, oder Office, etc.) und öffnest ein neues Dokument. Eine grobe Vorstellung davon, was getan werden muss, hast du schon, doch was passiert dann? Du tippst ein paar Worte ab, kannst aber einfach nicht konzentriert bleiben. Dann sagst du dir: „Vielleicht sollte ich erstmal richtig wach werden, was Lustiges geht immer.“ Los geht’s mit Facebook, 20 Minuten sind vergangen. Als nächstes YouTube, weitere 60 Minuten dahin. Ehe du dich versiehst, ist es Zeit für die Mittagspause und der halbe Tag ist vorbei.

Kommt dir das bekannt vor? Hast du dich jemals dabei ertappt, deinen Tag so zu verschwenden? Das muss nicht sein! Alles, was du dafür tun musst, ist dich jetzt auf das Lesen zu konzentrieren, um herauszufinden, wie du dich nicht mehr so leicht ablenken lässt.

1. Halte dir deine Ziele vor Augen

Das Wichtigste zuerst, warum musst du dich überhaupt konzentrieren? Möchtest du ein erfahrener Gitarrist werden? Willst du ein Buch schreiben? Möchtest du anfangen, von zu Hause aus zu arbeiten? Mach dir darüber Gedanken. Zu wissen, warum wir konzentriert bleiben müssen, kann uns dabei helfen, die schwierigen und langwierigen Dinge zu bewältigen, die es zur Erreichung unserer Ziele braucht. Genau dann wird nämlich unsere Konzentration auf die Probe gestellt und am dringendsten benötigt.

2. Aufgaben reduzieren, Chaos vermeiden

Wenn du 20 Aufgaben hast, die du täglich erledigen musst, wie denkst du dann wie es um deine Konzentrationsfähigkeit bestellt ist? Ziemlich bescheiden, oder? Du kannst nicht erwarten, diese Dinge mit Leichtigkeit zu erledigen, wenn du zu zerstreut bist, um dich zu konzentrieren. Reduziere dein Soll auf das Wesentliche.

Konzentriere dich darauf, nur zwei bis drei wichtige Aufgaben pro Tag zu erledigen (auch nur eine einzige ist in Ordnung), aber nicht mehr.

Langsames Arbeiten ist weit besser als frühes Aufgeben, weil du dir viel zu schnell viel zu viel vorgenommen hast.

3. Geh deine Aufgaben so früh wie möglich an

Um sicherzustellen, dass du diese zwei bis drei Aufgaben überhaupt erledigt bekommst, musst du sie frühzeitig angehen, bestenfalls sobald du aufwachst. Also steh auf, geh auf die Toilette, frühstücke etwas und beginn mit deiner Planung (Ja, vor der Arbeit ist die beste Zeit dafür). Es ist hart, aber wenn du damit zu lange wartest, sind Ablenkungen vorprogrammiert. Mach dir nichts vor, diese Ablenkungen werden kommen und sie werden an deiner Willenskraft nagen. Das gestaltet wiederum das Arbeiten an deinen Zielen schwieriger, also hör auf zu warten und erledige deine Arbeit so früh wie möglich.

4. Fokussiere dich auf das Minimum

Eine einfache Möglichkeit, deinen Fokus zu verlieren? Sieh dein Ziel als ist ein einen unüberwindbaren, riesigen Berg an. Die meisten Ziele werden mindestens ein paar Wochen bis Monate beanspruchen, ehe du sie erreichst. Wenn du so an die Sache rangehst, fühlt sich das so natürlich auch so an, als würde es eine Ewigkeit dauern. So eine Denkweise wird dich dazu bringen eines der zwei folgenden Dinge zu tun:

  • Du wirst entmutigt, weil das Ziel zu hoch gesteckt ist
  • Du fantasierst darüber, wie es sich anfühlt, das Ziel zu erreichen.

So oder so ist das kontraproduktiv für deinen Fokus und immer ein potenzielles Problem, wenn du dich auf das große Ganze konzentrierst und das dementsprechend visualisierst. Was also solltest du tun? Konzentriere dich stattdessen darauf, einen sehr kleinen, minimalen Berg an Arbeit zu erledigen. Was klingt wohl schaffbarer:

  • 200 Wörter pro Tag schreiben oder mindestens 2 Sätze?
  • 20 Liegestütze pro Tag schaffen oder mindestens 1 Liegestütze?

Der Schlüssel hierbei ist die Verwendung von Minima, dadurch steigen deine Erfolgsaussichten. Irgendwann wird sich dein Minimum nämlich ganz von allein erhöhen und du wirst langsam deine Fähigkeit verbessern, dich auf größere Aufgaben zu konzentrieren.

Buchtipp: Konzentriert arbeiten

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Taschenbuch: 272 Seiten
Erschienen am:
20. März 2017
Sprache:
Deutsch

Preis: 19,99 €

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5. Stell dir dich selbst beim Arbeiten vor

Bei Tipp Nummer 4 hast du erfahren, dass dir Visualisierungstechniken manchmal mehr schaden als helfen können. Wendest du sie allerdings richtig an, können sie dir auch helfen: Stell dir dich selbst beim Arbeiten vor. Insbesondere Profi-Läufer nutzen diese effektive Technik, bei der sie sozusagen rückwärts denken. Dabei stellen sie sich vor, zuerst zu gewinnen, dann spielen sie den gesamten Prozess umgekehrt aus, fühlen und visualisieren jeden Schritt bis zum Anfang.

Eine schnellere und relevantere Anwendungsweise wäre die, sich vorzustellen, dass man eben einen kleinen Teil der anstehenden Aufgabe erledigt.

Wenn du also beispielsweise Gitarre üben musst, diese sich aber am anderen Ende des Raumes befindet (für eine bessere Veranschaulichung gehen wir mal von maximaler Faulheit aus), was solltest du tun?

  1. Stell dir zunächst vor, dass du aufstehst (denk dabei wirklich an das Gefühl des Aufstehens und mach es anschließend). Wenn du es dir wirklich vorgestellt, vor Augen geführt und den Akt des Aufstehens selbst gespürt hast, dann wird es einfach sein, auf dieses Gefühl einzuwirken.
  2. Wiederhole anschließend den Visualisierungsprozess mit jedem Schritt, bis du die Gitarre in der Hand hast und du auf ihr spielst. Der Prozess der intensiven Konzentration auf jeden Schritt lenkt dich davon ab, wie viel du gerade eigentlich nicht tun willst. Die Visualisierungen bereiten deinen Körper auf jeden Schritt, den du machen musst, vor.

Es ist gar nicht so schwer, alles was du tun musst, ist, dich auf die kleinste Bewegung zu konzentrieren, die du machen musst.

EXTRA: Selbstmovivation lernen: In 7 Schritten jedes Ziel erreichen

6. Überspringe das, was du nicht weißt

Von diesem Tipp hört man leider viel zu selten: Wenn du beim Arbeiten auf etwas stößt, bei dem du überhaupt nicht weiter weißt, dann zerbrich dir nicht länger den Kopf darüber und komm einfach später darauf zurück. Richte deine Aufmerksamkeit auf das, was du tun kannst, arbeite stets weiter. Konzentriere dich auf die Sachen, die dir leicht fallen.

Irgendwann kannst du dich dann wieder den schwierigeren Aufgaben widmen, möglicherweise ist dir bis dahin etwas in den Sinn gekommen. Vielleicht hast du bis dahin neue Impulse erhalten, sodass deine Konzentration nicht länger beeinträchtigt wird, wenn du wieder darauf zurückkommst.

Dieser Artikel wurde von Ericson Ay Mires auf Englisch verfasst und am 22.08.2018 auf www.lifehack.org veröffentlicht. Wir haben ihn für euch übersetzt, damit wir uns mit unseren Lesern zu relevanten Themen austauschen können!

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