Aktives Zuhören: Mit der 3-Schritte-Technik effektiver kommunizieren

87
aktives zuhören für erfolgreiche kommunikation

aktives zuhören für erfolgreiche kommunikation

„Niemand würde viel in Gesellschaften sprechen, wenn er sich bewusst wäre, wie oft er die anderen missversteht.“

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

———————–

Eine erfolgreiche Kommunikation ist kein Zufall, sondern ein bewusster Prozess der aktiven Gesprächsführung. Wir kommunizieren den ganzen Tag mit anderen Menschen, doch wissen wir oft nichts über die Gesetzmäßigkeiten der Kommunikation. „Aktives Zuhören“ ist eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Kommunikation. Daher erklären wir dir hier die 3-Schritte-Technik, um Aktives Zuhören zu erlernen.

Stell dir die Frage: „Was wünschst du dir von deinem Kommunikationspartner?“

Die Antwort könnte lauten: Dass dein Gesprächspartner wirkliches Interesse zeigt an dem, was du erzählst. Er dir aufmerksam zuhört und versucht zu verstehen, was du ihm mitteilst.

Und so geht es den meisten Menschen. Es geht hier um aktives Zuhören: Dem Gegenüber das Gefühl zu geben, dass er in diesem Moment für dich der interessanteste Mensch weit und breit ist. SDu gibst ihm die volle Aufmerksamkeit.

Du bist ein neugieriger, einfühlsamer, offener und toleranter Mensch? Dann hörst du sicherlich bereits gut zu und machst oft intuitiv alles richtig, was das aktive Zuhören betrifft. Doch aktives Hören kannst du mit den folgenden Schritten lernen.

5 Voraussetzungen für aktives Zuhören

  • 1. Konzentration auf den Gesprächspartner.
  • 2. Anteilnahme an dem, was der Gesprächspartner sagt.
  • 3. Einfühlungsvermögen für die Körpersprache deines Gegenübers.
  • 4. Unvoreingenommenheit: Sich von (Vor-)Urteilen befreien und hören, was tatsächlich gesagt wird.
  • 5. Nachfragen, wie etwas gemeint ist.

Die 3-Stufen-Technik für aktives Zuhören

1. Aufnehmendes Zuhören

Du selbst sagst wenig oder nichts und konzentrierst dich auf das, was dein Kommunikationspartner sagt.

Durch Blickkontakt, Aufmerksamkeitslaute und das Spiegeln der Emotionen deines Gesprächspartners zeigst du, dass du aktiv am Gespräch teilnimmst. Natürlich sagst du ab und zu auch etwas. Diese Art des Zuhörens bewährt sich sehr gut, wenn der Kommunikationspartner sehr emotional ist.

Er hat sich gerade über etwas geärgert oder etwas sehr aufregendes erlebt. („Mein Chef hat mir soeben die Stelle des……angeboten“). Dann höre einfach aufnehmend zu bis der andere alles losgeworden ist. Durch tiefes Ein- und Ausatmen kannst du hier dein Gegenüber beruhigen und entstressen. Deine tiefe Atmung überträgt sich auf deinen Gesprächspartner, er wird ruhiger und entspannter.

EXTRA: Achtsamkeit lernen in 7 Schritten

2. Paraphrasieren & Wiederholen mit eigenen Worten

Beim „Paraphrasieren“ wiederholst du mit eigenen Worten Informationen oder Argumente des Kommunikationspartners. Formuliere hierbei am besten die Frageform, um eventuell eine Korrektur zu ermöglichen. („Habe ich Sie richtig verstanden, dass … ?, Meinten Sie … ?, Haben Sie dies … gemeint?“) Das Wiederholen hilft Missverständnisse auszuschließen und du gewinnst Zeit, um dir in Ruhe eine gute Antwort zu überlegen.

Falls dir jemand etwas erzählt, mit dem du absolut nicht konform gehst, kannst du mit dieser Technik deine Emotionen besser kontrollieren. „Sie finden also, dass berufstätige Frauen Ihre Kinder vernachlässigen?“

Wenn du dazu in solchen Fällen noch deine Körpersprache und Mimik (Entgleisen der Mimik, Entsetzen in der Stimme) im Griff hast: Hochachtung!

EXTRA: 7 Arten von Fragen, die dich weiterbringen

3. Verbalisieren & Wiedergeben mit eigenen Worten

Hier gehst du auf die emotionalen, versteckten Botschaften des Gesprächs ein. Du gibst mit eigenen Worten die vermutlichen Stimmungen und Emotionen des Gesprächspartners wieder. Dies gilt nur, wenn die Gesprächssituation dies zulässt. Achte dabei auf die Zwischentöne.

Nicht was gesagt wird ist interessant, sondern vor allem, wie es gesagt wird.

Hier sind der Tonfall, die Sprechweise und das Sprechtempo gemeint. Wichtig ist, dass es sich hier um deine Wahrnehmung handelt und du bereit bist, Korrekturen und Widerspruch anzunehmen. Formuliere es weicher: „Ich habe den Eindruck, dass …“, „Es kommt mir so vor, als ob …“, „Ich habe das Gefühl, als ob …“.

Gute Kommunikation bedeutet: Dein Gesprächspartner darf dir auch das Gleiche sagen, ohne dass du irritiert oder gar gekränkt wärst. Aktives Zuhören ist eine Grundvoraussetzung für deine persönliche erfolgreiche Kommunikation. Wende die Technik einfach an und du wirst erstaunt sein, wie sich deine Gespräche zum Positiven verändern.

Buchtipp aus der Redaktion: Konflikte kreativ lösen

Vom Umgang mit sturen Eseln & beleidigten Leberwürsten

Erscheinungsdatum: 13. Januar 2017
Autorin: Ursula Wawrzinek
Taschenbuch: 188 Seiten – Verlag: Klett-Cotta
Bewertung: 4,5 Sterne bei Amazon

Auf Amazon ansehen

Der Artikel hat dir gefallen? Gib uns einen Kaffee aus!

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein