Können uns Werbeanzeigen auf Facebook & Co manipulieren?

85
Können uns Werbeanzeigen auf Facebook & Co manipulieren?
© pathdoc – stock.adobe.com

Auf Social Media werden wir täglich mit einer Vielzahl an Werbeanzeigen konfrontiert. Das veränderte nicht zuletzt auch das Kaufverhalten einer gesamten Gesellschaft. Doch warum wissen Social Media Plattformen an welchen Produkten ihre UserInnen interessiert sind? Warum uns passende Onlinewerbung angezeigt wird und wie eine überzeugende Anzeige aufbereitet sein sollte, liest du hier.

Maßgeschneiderte Anzeigen

Vorab: Manipulation wird meist in einem sehr missverständlichen Kontext verwendet. Mit diesem Artikel soll klargestellt werden, wie UnternehmerInnen mit diesem Thema richtig und bewusst umgehen. Dazu muss man einige Hintergründe verstehen, die nun erläutert werden.

Werbeanzeigen an sich manipulieren wohl weniger, eher sind es die technischen Prozesse und Gegebenheiten.

Auf Social Media Plattformen wie Facebook oder Instagram wird den UserInnen Werbung jener Produkte ausgespielt, die sie zu interessieren scheint. Oftmals ergibt sich hier das Phänomen, dass UserInnen exakt das Produkt als Werbeanzeige auf Facebook angezeigt bekommen, nach welchem sie erst kürzlich im Internet gesucht hatten. Warum dem so ist? Unternehmen können ihre Website mit Facebook verknüpfen lassen, Facebook sammelt dabei alle Informationen über die BesucherInnen der Website.

EXTRA: Facebook Targeting: 5 Tipps für gelungene Werbeanzeigen

Mit zirka 50.000 bis 100.000 Daten über jeden einzelnen User generiert Facebook so im Laufe der Zeit eine enorme Menge an User-Informationen, mit Hilfe derer sich Nutzungsverhalten und Kaufmuster eruieren lassen können. Hier wird gesammelt und gespeichert, wie lange UserInnen auf der Website unterwegs waren und ob sie teurere oder günstigere Produkte präferieren. Facebook selbst zeigt sich dabei weniger an den persönlichen Daten der UserInnen interessiert, viel eher sollen hier die Verhaltensmuster der UserInnen und KonsumentInnen erfasst werden.

Durch diese immense Ansammlung an Informationen wird es für Social Media Plattformen möglich, ihren UserInnen maßgeschneiderte Werbung auszuspielen. Denn sie wissen, welche Websites diese zuvor besucht haben und an welchen Produkten sie aktuell Interesse zeigen.

Meist merken die UserInnen dabei gar nicht, dass ihnen auf Social Media ausschließlich zu ihnen passende Werbung angezeigt wird.

Es ist eine unbewusste Manipulation der Werbenden, die jedoch gravierende Vorteile für beide Seiten mit sich bringt: Unternehmen können so garantieren, dass ihre Werbeanzeigen der passenden Zielgruppe angezeigt werden und KonsumentInnen fühlen sich von der zu ihnen persönlich passenden Werbung durchaus weniger belästigt als von Anzeigen, die ihre Interessen nicht widerspiegeln.

Weitverbreitete Muster als Erfolgsgarant

Doch nicht nur die technischen Prozesse und Gegebenheiten schaffen es, OnlineuserInnen zu manipulieren. Auch die Werbung selbst kann spezielle Muster verfolgen, die dafür sorgen sollen, dass die Aufmerksamkeit der UserInnen gefangen werden kann. So ist im Marketingbereich die AIDA-Formel weitverbreitet und Werbeanzeigen werden nach diesem Prinzip gestaltet:

  1. Hierbei steht an erster Stelle, zu Beginn die Aufmerksamkeit des Betrachters zu erlangen, die Anzeige muss irgendetwas bieten, dass den User dazu bringt, zu stoppen und sich der Werbung zu widmen.
  2. Auch muss innerhalb der Werbeanzeige die Zielgruppe definiert sein, wer soll mit der Anzeige angesprochen werden?
  3. Zudem muss die Werbung einen Kaufwunsch bei ihren BetrachterInnen hervorrufen, das beworbene Produkt soll für Begierde sorgen. Wenn die Werbeanzeige zusätzlich eine Problemlösung darlegt, dann wird UserInnen hiermit ein ausschlaggebender Grund geboten, warum sich ein Kauf lohnt.
  4. Damit eine Onlinewerbeanzeige auch erfolgreich ist, sollte am Ende eine klare Handlungsaufforderung integriert werden. Hier sollen UserInnen beispielsweise dazu aufgefordert werden, auf einen Button zu klicken, um weitere Informationen zu erhalten oder um sich in einen Newsletter einzutragen. Wichtig zu erwähnen ist an dieser Stelle, dass innerhalb der Werbeanzeige klar kommuniziert werden muss, was passiert, wenn UserInnen die Handlung ausüben. Denn niemand klickt gerne auf unbekannte Links oder Buttons, ohne im Vorfeld zu erfahren, was einen hier erwartet.

EXTRA: Effektive Social-Media-Werbung schalten [Insider-Tipps]

Eine weitere Möglichkeit, wie Onlinewerbung auf UserInnen überzeugend wirkt, ist es, Kundenstimmen in die Werbung zu integrieren. Hier kommen echte, zufriedene KundInnen zu Wort, die potentielle KundInnen durch Authentizität überzeugen können. All dies sind die Techniken der Werbung, die eine leichte, unbewusste Manipulation hervorrufen. Es sind Muster, die hier verfolgt werden, welche sich in der Praxis bereits als erfolgreich zeigen konnten. Durch das eindeutige Aufrufen zu Handlungen können BetrachterInnen schlussendlich zur Website des Unternehmens geleitet werden.

Fazit

Es ist eine Kombination aus unbewusster und bewusster Manipulation seitens der Werbenden. Durch technische Möglichkeiten können Anzeigen maßgeschneidert an potentielle KundInnen ausgespielt werden, wenn die Werbeanzeigen selbst spezifische Mustern folgen, kann sie sich in der Praxis meist erfolgsversprechend zeigen.

Daniel Hipke
Raum Daniel Hipke ist CEO von CTR Accelerator und der führende Experte im deutschsprachigen Raum, wenn es um kreative Werbeanzeigen geht. Mit einem Onlinetraining verhilft er Unternehmen und Selbstständigen zu mehr Erfolg durch optimale Werbeanzeigen.

Kommentiere den Artikel

Bitte gib deinen Kommentar ein!
Bitte gib hier deinen Namen ein

Der Artikel hat dir gefallen? Gib uns einen Kaffee aus!