Ferrari: 3 Dinge, die du von der stärksten Marke der Welt lernen kannst

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Im zweiten Jahr in Folge wurde der italienische Supersportwagen-Hersteller Ferrari beim globalen Markenranking der Unternehmensberatung Brand Finance zur stärksten Marke der Welt gewählt – noch deutlich vor McDonald’s, Coca-Cola oder Rolex. Kein anderer Autokonzern schafft es sonst in die Top 10. Wie kann das sein? Was steckt hinter der Marke und dem Mythos Ferrari? 3 Dinge, die du von der stärksten Marke der Welt lernen kannst.

1. Ferrari: Der unerreichbare Traum, der dennoch in Erfüllung gehen kann

Ferrari ist kein Auto für Jedermann – und genau das macht der Konzern auch deutlich. Insgesamt produzieren die Italiener pro Jahr nur ungefähr 10.000 Luxus-Autos im obersten Preissegment. Limitierte Modelle werden ausschließlich an langjährige Stammkunden verkauft. Die Folge: Es bleibt etwas besonderes, wenn man einen Ferrari auf der Straße sieht. Dennoch kennt laut einer Studie fast jedes Kind in den USA im Alter von acht Jahren die Marke Ferrari. Weshalb? Weil Ferrari viel mehr ist als nur ein Auto.

Der Konzern weiß schließlich um die Begehrlichkeiten von Millionen Männern auf dieser Welt, die zwar einen Ferrari wollen, aber vermutlich niemals einen besitzen werden. Die Lösung: Merchandise und Lizenz-Verträge mit Drittanbietern. Denn wenn es nicht das Auto sein kann, dann wenigstens eine Uhr oder Tasche mit Ferrari-Logo.

Was Ferrari dabei besonders stark macht, ist die Tatsache, dass eben jene Lizenzen äußerst sparsam vergeben werden und alle Ferrari-Produkte auch auf Ferrari-Niveau produziert werden.

Das bedeutet: Höchste Qualität nicht nur beim Auto. Erst kürzlich wurde beispielsweise bekannt, dass Ferrari seine Merchandise-Klamotten in Zukunft mit der Giorgio Armani Gruppe produzieren will, um die Qualität nochmals zu erhöhen. Hinzu kommt: Rund die Hälfte aller Lizenzverträge sollen in Zukunft nicht verlängert werden. Das heißt: Die Markenwelt Ferrari wird noch exklusiver und damit noch begehrenswerter.

Was du davon lernen kannst:

  1. Analysiere genau deine Zielgruppe und Branche! Gerade im Luxus-Segment ist es dabei ein probates Mittel, sich und seine Produkte rar zu machen. Ein wichtiger Faktor für Exklusivität bleibt die geringe Verfügbarkeit von Dingen. Schließlich wollen die meisten Menschen eben jene Dinge, die sie sich nicht haben können. Überleg dir also genau, ob es immer sinnvoll ist, die Verfügbarkeit deiner Produkte oder Dienstleistung auf einen Schlag drastisch zu erhöhen, nur weil du es kannst.
  2. Frage dich, ob du wirklich jede Dienstleistung oder jedes Produkt in deinem Portfolio überhaupt brauchst. Im zweiten Schritt sorgst du dafür, dass du deine Qualitätsstandards für wirklich alle Produkte/Dienstleistungen in deinem Portfolio beibehältst. Gerade im Luxus-Segment sind die vermeintlich günstigen Artikel wie Merchandise die ersten Berührungspunkte von Neukunden, die den ersten und damit wichtigsten Eindruck der gesamten Marke vermitteln.

EXTRA: Kontinuierliche Verbesserung: Qualität & Kundenzufriedenheit steigern

2. Ferrari ehrt seine Geschichte und schaut dennoch in die Zukunft

Ferrari ehrt nicht nur die Konzerngeschichte, sondern zelebriert sie regelrecht. Seien es Anekdoten des Gründers Enzo Ferrari oder die zahlreichen Erfolge im Rennsport unter anderem mit Michael Schuhmacher – die glorreichen Momente der Vergangenheit sind allgegenwärtig und dienen bis heute als Grundlage für Design und Technik der neueren Modelle. Eine Nostalgie-Romantik und ein Traditionsbewusstsein, welches insbesondere bei der älteren Zielgruppe gut ankommt.

Auf der anderen Seite verschließt sich der Konzern nicht vor Neuerungen. Alleine im Jahr 2019 kündigte der Konzern gleich fünf neue Modelle an – darunter auch ein Plug-in-Modell.

Was du davon lernen kannst:

  1. Wir Menschen lieben Geschichten– und wir Lieben Marken mit Geschichten. Nutze Storys, Erfahrungen und Erlebnisse aus der Vergangenheit um dein Markenprofil zu schärfen.
  2. Sei offen für Veränderungen in der Welt ohne deine Marken-DNA zu verlieren. Es ist ein Balanceakt zwischen Tradition und Innovation, den Ferrari perfekt beherrscht. Schließlich lieben wir Marken für ihre Geschichten, wollen am Ende aber ebenso überrascht und immer wieder auf’s Neue begeistert werden.

3. Ferrari ist irrational und provokant – die Zielgruppe liebt das

Autos mit 700 PS sind ein irrationales Produkt, Ende. Ferrari versucht das auch gar nicht zu leugnen – im Gegenteil. Die Italiener setzen der Mega-Show im PS-Zirkus die Krone auf. Kaum eine Automarke bastelt extremere Karosserien, skizziert extremere Designs und baut extremere Motoren. Bei Liebhabern sorgt das für einen erhöhten Blutdruck und schwitzige Hände. Bei Kritikern sorgen Ferraris eher für Fremdscham. Es sind genau diese Extreme, die die Autowelt spalten. Wer Ferrari fährt, setzt ein Statement. Understatement? Fehlanzeige. Ein Ferrari ist alles, außer gewöhnlich. Das mag nicht jeder, aber jeder hat eine klare Meinung zu Ferrari.

Um es mit den Worten von Enzo Ferrari auszudrücken: „Meine Motoren haben eine Seele.“

Was du davon lernen kannst:

Wir Menschen sind weitaus irrationaler, als wir uns eingestehen wollen. Ein Großteil unserer Kaufentscheidungen hängt von unseren Emotionen ab. Für dich heißt das: Ein gutes Produkt oder eine tadellose Dienstleistung reicht nicht mehr aus, um deine Zielgruppe dauerhaft zu überzeugen. Wer im harten Konkurrenzkampf in Zeiten der Digitalisierung und Globalisierung aus der Masse herausstechen will, braucht neben einer hohen Qualität eine klare Positionierung. Dazu gehört auch immer der Verzicht.

Frage dich deshalb ganz genau:

  • Was willst du nicht?
  • Welche Zielgruppe sprichst du nicht an?
  • Welche Produkte oder Dienstleistungen schließt du für dich aus?

Je präziser du wirst, desto schärfer wird dein Profil. Und am Ende sind es die Ecken und Kanten, an denen wir hängen bleiben.

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