Wenn niemand deinen Corporate Blog liest: 6 Impulse

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Wenn niemand deinen Corporate Blog liest: 6 Impulse
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Es gibt bereits einige Unternehmen in Deutschland, die zwar bereits einen Corporate Blog betreiben, aber noch nicht verstanden haben, dass im kompetitiven Content-Markt eine SEO-Strategie unentbehrlich ist. In der Schwemme der täglich veröffentlichten Blogbeiträge ist es unbedingt erforderlich, seinen Blog gemäß der aktuellen SEO-Standards auszurichten und strategisch zu betreiben.

In diesem Artikel erfährst du, wie du in 6 Schritten eine erfolgversprechende Strategie für deinen Corporate Blog erstellst.

1. Ziele definieren

Wer einen Corporate Blog für sein Unternehmen plant, sollte im ersten Schritt überlegen, was er mit seinem Blog erreichen möchte. Definiere zunächst ganz konkret, welche Ziel mit dem Corporate Blog erreicht werden sollen. Das sind die häufigsten Zielsetzungen:

  • Brand Awareness: Markenbildung und -wahrnehmung stärken
  • Kundenbindung: Kunden durch spürbaren und regelmäßigen Mehrwert binden
  • Mitarbeiter-Akquise: Neue Mitarbeiter durch Einblicke in den Unternehmensalltag gewinnen
  • Expertenstatus: Positionierung als Branchenexperte
  • Service: Zusätzlicher Service durch bspw. Anleitungs-Artikel für die Produkte
  • Leadgewinnung: Generierung neuer Kundenkontakte

EXTRA: Wie du mit Content-Marketing Leads gewinnst

Ist das übergeordnete Ziel des Blogs einmal definiert, kann darauf aufbauend die Art des Blogs ausgewählt werden. Zu den häufigsten Corporate Blogs gehören:

  • Azubi-Blog
  • Service-Blog
  • Themen-Blogs
  • Produkt- und Marken-Blogs

2. Wen möchte ich erreichen?

Definiere vor allem anhand soziodemographischer Attribute (Alter, Beruf, Geschlecht und Interessen) deine Zielgruppe. So weißt du, für wen du deine Blogbeiträge überhaupt erstellst.

Ist das geschafft, musst du dich fragen, was dein Content deiner Zielgruppe gibt. Was bekommt sie nur bei dir? Es mag zwar interessant sein, dass das Unternehmen wieder auf einer Messe war oder die Auszubildenden einen Ausflug gemacht haben, aber bereichern solche Blogbeiträge allein wirklich das Leben der Zielgruppe? Stichwort: Mehrwert!

Wer mit Hilfe seiner Beiträge die Probleme seiner Zielgruppe löst und deren Interessen bedient, gewinnt nicht nur Kunden, sondern Fans.

Der Stromanbieter Yello beispielsweise berichtet in seinem Corporate Blog bzw. Magazin nicht nur über das Unternehmen und Stromthemen, sondern veröffentlicht zusätzlich Testberichte, etwa zu E-Bikes oder Küchengeräten, sowie Faktenchecks, in denen sie zum Beispiel das 5G-Netz ausführlich erläutern. Das begeistert nicht nur die Zielgruppe von Yello, sondern ebenfalls die Suchmaschinen. Deshalb generiert Yello mehr als die Hälfte des Website-Traffics über den Corporate Blog.

3. Qualität statt Quantität

Neben den allgemeinen Parametern für den Blog (Backlinks und technische Infrastruktur) spielt der Content sowie dessen Gestaltung eine maßgebliche Rolle für die Rankings.

Tipp: Schalte deinen Corporate Blog NICHT auf einer separaten Domain, sondern nutze die vorhandene Domain deiner Unternehmenswebsite, um von der Domain-Authority und Bekanntheit zu profitieren.

Jede Website hat ein sogenanntes „Crawl-Budget„, da das Crawlen und Indexieren die Suchmaschine Kapazitäten und Geld kostet. Konkret bedeutet das: Je weniger Seiten mit dünnem oder unnötigem Content Google bei dir crawlen und indexieren muss, desto eher wird dein Blog mit guten Rankings belohnt. Veröffentliche deshalb lieber nur einen perfekten Beitrag im Monat als 5 mittelmäßige, die keinen spürbaren Mehrwert stiften.

Fakt: Der durchschnittliche Content auf der ersten Ergebnisseite von Google hat 1.890 Wörter.

Um die Qualität des Contents zu prüfen, frage dich:

Ist mein Content…

  • einzigartig?
  • informativ?
  • wertvoll?
  • optimiert?
  • zielgruppengerecht?

Wer bereits einen Corporate Blog betreibt und den Content geprüft hat, sollte gnadenlos Beiträge zusammenlegen, optimieren oder löschen. Aus 300 mittelmäßigen Beiträgen 80 wirklich wertvolle zu machen, wird von Google schon mit einem bemerkenswerten Push für die Rankings belohnt.

EXTRA: Was ist Unique Content und warum ist er so wertvoll?

4. Beginne mit Nischen-Keywords

Bei der Auswahl der Keywords solltest du ebenfalls strategisch vorgehen. Wenn der Blog noch unbekannt ist und die Website eine niedrige Domain-Authority aufweist, wird es schwierig, für prominente Keywords zu ranken. Dies sind meist sogenannte „High Volume Short-Tail Keywords„, also kurze Suchbegriffe mit hohem Suchvolumen.

Deshalb solltest du am Anfang erst einmal auf längere und weniger prominente Keywords setzen, da du dort voraussichtlich höher ranken wirst. Wenn nach einiger Zeit die Bekanntheit gesteigert und Traffic generiert wurde, kannst du vorstoßen und für kompetitivere Short-Tail Keywords ranken. Ein weiterer Vorteil von Long-Tail Keywords: Die Suchanfragen sind spezifischer, sodass zusätzlich die Qualität des Traffics gesteigert wird.

Ein Beispiel: Das Short-Tail Keyword „nudeln“ hat ein monatliches Suchvolumen von 27.100. Die Long-Tail-Version „nudeln ohne Kalorien“ hat lediglich ein Suchvolumen von 430 und ist ein Nischen-Keyword. Die Wahrscheinlichkeit, hier mit einem Blogbeitrag in den Top 10 zu ranken, ist um einiges höher als bei der kompetitiven Short-Tail-Version.

5. Suchintention treffen

Ein guter Blog-Beitrag beantwortet nicht nur alle Fragen, die ein Nutzer zu dem gesuchten Thema haben könnte, sondern befriedigt zusätzlich seine Suchintention. Du solltest demnach bei der Content-Produktion berücksichtigen, was der Nutzer erwartet, wenn er über die Suchmaschine zu deinem Content gelangt.

Wenn der Nutzer beispielsweise „beste Buchhaltungssoftware“ bei Google eingibt, dann erwartet er sicherlich kein 1.890 Wörter Text darüber, was eine Buchhaltungssoftware ist, wozu man sie braucht und die Geschichte dazu. Vielmehr erwartet er eine einfache Aufzählung der beispielsweise 5 besten Softwares sowie einen Vergleich der Softwares mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen.

Nur wer die Suchintention der Nutzer versteht und bedient, wird in den Top-Rankings der Suchmaschinen präsent sein.

EXTRA: Content-Marketing: Melanie Tamblé im Experten-Interview

6. Siloing als Ranking-Boost

Google wertet Nischenwebsites, die auf ein oder wenige Themen spezialisiert sind, erfahrungsgemäß besser als allgemeine Websites, die alle Themen bedienen. Wenn du mit deinem Blog für unterschiedliche Themen ranken möchtest, musst du nicht für jedes Thema eine neue Nischenwebsite bauen. Stattdessen kannst du deinen Blog in der sogenannten Silo-Struktur aufbauen.

Das bedeutet konkret, dass der Corporate Blog nach den verschiedenen Oberthemen oder Parent-Keywords geclustert wird. Die dazugehörigen Unterthemen bzw. Keywords werden in eigenständigen Beiträgen durch gezielte interne Verlinkungen mit dem jeweiligen Oberthema verknüpft. Diese vollständigen Clusters oder Silos werden von Google wie eine Art Nische gewertet und folglich besser gerankt.

Aber Achtung: Das Siloing ist ein mächtiges, aber risikobehaftetes Werkzeug. Wenn du das Siloing fehlerhaft aufbaust, droht die Gefahr einer sogenannten Keyword-Kannibalisierung, da du mehrere Beiträge zum scheinbar selben Thema hast. Dies verwirrt Google und wirkt sich negativ auf deine Rankings aus. Hol dir dafür am besten professionelle Unterstützung an Bord.

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