Checkliste: Mitarbeiter begeistern

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Checkliste: Mitarbeiter begeistern

Was begeistert deine Mitarbeiter eigentlich? Hast du dir diese Frage schon einmal gestellt?

Diese Frage ist tatsächlich recht neu. Bis vor wenigen Jahrzehnten wurde sie gar nicht erst gestellt. Da waren Mitarbeiter dafür da, die Arbeit wie angewiesen korrekt zu erledigen. Dafür wurden sie schließlich bezahlt. Punkt. Wenn sie nicht spurten, wurden eben neue eingestellt.

Erst mit der zunehmenden Komplexität der Aufgaben, den neuen Anforderungen an Mitarbeiter und der damit verbundenen Notwendigkeit, hochspezialisierte Fachkräfte und Experten einzustellen und zu halten, kam diese Frage auf. Es scheint, dass die richtigen Antworten darauf noch nicht gefunden wurden, denn sonst würden nicht so viele über Fachkräftemangel, unmotivierte Mitarbeiter oder ihren hohen Krankenstand klagen.

EXTRA: Dauerthema Fachkräftemangel: Was steckt wirklich dahinter?

Wer sich als Unternehmer diese Frage stellt, die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter hinterfragt und ihnen so weit es möglich entgegenkommt, hat die besten Voraussetzungen für begeisterte Mitarbeiter und dafür, als attraktiver Arbeitgeber zu gelten.

Das Gehalt ist nicht das Wichtigste

Immer wieder überraschen Umfragen unter Arbeitnehmern mit der Feststellung, dass die Höhe ihres Gehaltes zwar ein Kriterium für ihre Job-Zufriedenheit oder -Auswahl ist, aber nicht das Wichtigste.

Neben der Attraktivität der Branche und dem Standort stehen das Klima am Arbeitsplatz, an dem sie immerhin etwa 1.600 Stunden im Jahr verbringen, und die Work-Life-Balance für sie an oberster Stelle, und damit auch ihr Bedürfnis, sich mit ihrer Arbeit zu verwirklichen. Gerade die Fachkräfte, die sich ihren Arbeitsplatz aussuchen können, legen Wert darauf, mit ihrem Beitrag etwas Sinnvolles zu tun, etwas, womit sie ihre eigenen Ideen und ihr Talent zum Ausdruck bringen können. Ihre Arbeit soll ihnen Herausforderungen bieten und Spaß machen.

EXTRA: Work-Life-Balance: Wieso so viele daran scheitern

Den Standort und die Branche kann ein Unternehmen natürlich nicht den Mitarbeiterwünschen anpassen, und auch bei der Höhe der Gehälter haben Unternehmen keinen unbegrenzten Spielraum. Die meisten Antworten auf die Frage, was Mitarbeiter begeistert, finden sich ohnehin in den Bereichen Unternehmensklima und Work-Life-Balance. Wer da etwas für seine Mitarbeiter tut, hat gute Chancen, als attraktiver Arbeitgeber zu gelten und sowohl neue als auch bewährte Mitarbeiter zu begeistern.

Ein gutes Klima ist der Nährboden

Wenn das Unternehmensklima schlecht ist und die Mitarbeiter sich nicht wohlfühlen, bleiben Maßnahmen zur Mitarbeiterbegeisterung wirkungslos. Incentives oder Motivationsveranstaltungen werden ‚mitgenommen’, können aber nicht begeistern, da sie als „Das machen sie ja nur weil …“-Events gesehen werden.

Tipps für ein positives Unternehmensklima

  • Untersuche das Unternehmensklima: Fühlen sich die Mitarbeiter wohl? Kommen sie gern zur Arbeit? Haben sie Spaß an der Arbeit und würden sie ihr Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber weiterempfehlen?
  • Ist es gut – wunderbar. Dann können die nächsten Schritte entfallen.
  • Ist es schlecht, dann finde die Ursachen heraus: Frage deine Mitarbeiter, woran es liegt und was sie verändern möchten. Gestalte mit ihnen gemeinsam (!) Maßnahmen für einen Klimawechsel. Sie wissen am besten, was sie stört und wie es abzustellen ist.
  • Gib den Mitarbeitern den Freiraum, den sie brauchen, um diese Maßnahmen umzusetzen.
  • Ermögliche ihnen, ggf. auch Hilfe von außen wie Coaches und Trainer zu engagieren, mit denen sie Konflikte lösen können und lernen, besser zu kommunizieren und damit besser zusammenzuarbeiten.
  • Sorge dafür, dass die Führungskräfte in deinem Unternehmen sich wohlfühlen, dass sie in emotionaler und sozialer Kompetenz geschult und in der Lage sind, ein vertrauensvolles Klima zu gestalten.

Mit diesen Schritten ist die Voraussetzung für ein gesundes Klima geschaffen, in dem partizipative Methoden auf fruchtbaren Boden fallen.

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Partizipation ist der Schlüssel

„Menschen wollen gesehen und verstanden werden.“

Das ist wohl die wichtigste Erkenntnis, die Führungskräfte heute mehr denn je beherzigen sollten.

Wenn wir selbst betroffen sind, wenn wir gefragt werden und eingeladen sind, selbst dazu beizutragen, etwas Neues zu entwickeln, dann stößt das in uns eine ganze Reihe von positiven Gefühlen an. Es fühlt sich einfach großartig an, wenn man mir zuhört, wenn ich verstanden werde und mein Beitrag geschätzt wird. Wenn ich merke, dass ich gebraucht werde. Es begeistert, wenn das, was ich selbst oder zusammen mit anderen ‚erfunden’ habe, umgesetzt wird.

Deinen Mitarbeitern geht es genauso: Sie wollen gesehen und gefragt werden. Gib ihnen dazu jede Möglichkeit, nutze partizipative Führungs- und Konferenz-Tools:

  • Sorge für eine inspirierende Meeting-Kultur: Vermeide reine Informations-Meetings, die langweilen! Gestalte Meetings interaktiv, in denen die richtigen Teilnehmer durch sinnvolle Agenden und lebendige Meeting-Designs gemeinsam denken, lernen, tüfteln und entwickeln können.
  • Beziehe deine Mitarbeiter so früh wie möglich in alle Prozesse und Entscheidungen ein. Wenn sie von Anfang an dabei sind, wirst du von ihrer Expertise profitieren und vermittelst ihnen den berechtigten Eindruck, dass ihr Beitrag geschätzt wird.
  • Nutze partizipative Konferenzmethoden, in denen die kollektive Intelligenz deiner Menschen sichtbar und nutzbar wird. Dieses unschätzbare Kapital wird unmittelbar anwendbar und deine Menschen sind begeistert: von sich selbst und ihrem Arbeitgeber, der ihnen diese Möglichkeiten bietet.

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1 Kommentar

  1. Hallo Sabine,

    “ Ihre Arbeit soll ihnen Herausforderungen bieten und Spaß machen.“

    Das bestätige ich zu einhundert Prozent. :) Ähnlich zum Flow-Prinzip. Wir haben es regelmäßig, dass unser Team einfach weiterarbeiten will (nach Dienstschluss), weil sie in ihren Tätigkeitsfeldern im Flow sind. Nicht überfordert aber auch nicht unterfordert. So verfliegt die Zeit.

    Interaktive Meetings, bei denen jeder mit einbezogen wird, haben bei uns auch einen entscheidenden Unterschied gemacht.

    Danke an dieser Stelle für den großartigen Artikel. :)

    Mein größtes Takeaway ist übrigens folgender Punkt:

    „Ermögliche ihnen, ggf. auch Hilfe von außen wie Coaches und Trainer zu engagieren, mit denen sie Konflikte lösen können und lernen, besser zu kommunizieren und damit besser zusammenzuarbeiten.“

    Da können wir noch besser werden.

    Viele Grüße,
    Sebastian

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