Im Vorstellungsgespräch überzeugen: So bleibst du im Gedächtnis!

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Diese 4 Fehler solltest du im Vorstellungsgespräch vermeiden
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Es ist oftmals der letzte Schritt im Bewerbungsprozess und dennoch der relevanteste: Das Vorstellungsgespräch. Kann man auf Papier mit Berufserfahrung oder einem abgeschlossenen Studium glänzen, so muss man im Bewerbungsgespräch mit ganz anderen Qualitäten überzeugen. Warum das Vorstellungsgespräch so wichtig ist und wie du überzeugen kann, erfährst du hier!

Ausreichend informieren

In erster Linie muss erwähnt werden, dass sich BewerberInnen vor dem Bewerbungsgespräch ausreichend mit dem Unternehmen auseinandersetzen sollten. Dabei soll es nicht darum gehen, sich oberflächliche Informationen über die Website des Unternehmens einzuholen, eher sollten sie nach Stichpunkten und Werten suchen, die für sie selbst in einem Job wichtig erscheinen. Daraus ergibt sich nämlich die Möglichkeit, dass KandidatInnen im Gespräch selbst gewisse Punkte ansprechen. Bietet ein Unternehmen zum Beispiel flexible Arbeitszeiten an, so können sie während des Jobinterviews darauf eingehen, dass ihnen selbst im Job flexible Arbeitszeiten wichtig sind. Es soll dabei jedoch nicht darum gehen, dass BewerberInnen im Vorstellungsgespräch alle auffindbaren Informationen über das Unternehmen blind aufzählen, sondern darum, dass man Gemeinsamkeiten findet. Für das Personalmanagement entsteht so der Eindruck, dass sich die KandidatInnen bereits im Vorfeld ausreichend mit dem Unternehmen und seinen Besonderheiten auseinandergesetzt haben und dass hier Übereinstimmungen der Werteinstellungen vorherrschen.

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Wissen ist Macht

Auch das Kundtun von Fachwissen zeugt im Bewerbungsgespräch von Interesse. Dabei können BewerberInnen mit dem Stellen einiger fachspezifischen Fragen dem Personalmanagement vermitteln, dass sie die erforderliche Expertise besitzen. Auch Fragen dazu, wie etwas im Unternehmen handgehabt wird, zeugt dabei von wahrem Interesse an der zu besetzenden Stelle.

Es ist ein verbreiteter Mythos, dass das Fragenstellen während dem Bewerbungsgespräch nicht gut ankommt.

In der Realität zeigt sich nämlich exakt das Gegenteil: Das Unternehmen merkt dadurch, dass sich die BewerberInnen Gedanken um den Job gemacht haben. Auch können KandidatInnen im Jobinterview eine kleine Präsentation von sich selbst halten, um ihr Fachwissen kundzutun. Nutzen die Wenigsten diese Möglichkeit in der Praxis, so zeigt sich dennoch, dass dies beim Personalmanagement meist außergewöhnlich gut ankommt. KandidatInnen können auf diese Art kurz und prägnant erläutern, warum sie für die Stelle geeignet sind und welche fachspezifischen Kompetenzen sie auszeichnen.

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Werte ergeben Langfristigkeit

Abgesehen vom Fachwissen gibt es jedoch noch einen weiteren Bereich, der im Bewerbungsgespräch enorm wichtig ist: Die Wertvorstellungen. Denn es sind unsere Werte, die uns langfristig antreiben. Wer mit einem Unternehmen nicht dieselben Werte teilt, wird es früher oder später bei der ersten Krise wieder verlassen. Nur wer hier die gleichen Wertvorstellungen vertritt, kann für einen längeren Zeitraum an das Unternehmen gebunden werden.

Für KandidatInnen bedeutet das also, sich bereits im Vorfeld mit den Werten des Unternehmens auseinanderzusetzen, um Gemeinsamkeiten oder Differenzen zu finden. Legt man selbst beispielsweise enorm viel Wert auf Agilität und Flexibilität, das Unternehmen hingegen verfolgt aber eine strukturierte und strenge Strategie, ist man nicht kompatibel. Dessen ist sich zugleich auch das Personalmanagement bewusst. Demnach versuchen viele PersonalerInnen im Bewerbungsgespräch die Wertvorstellungen der KandidatInnen ausfindig zu machen. Wenn jedoch die eigenen Wertvorstellungen mit denen des Unternehmens übereinstimmen, haben BewerberInnen die Chance diese proaktiv im Jobinterview anzusprechen. So kommunizieren sie, dass sie sich mit dem Unternehmen ausreichend auseinandergesetzt haben und dass hier Gemeinsamkeiten bestehen. Denn Unternehmen sind stetig darin interessiert, potentielle MitarbeiterInnen auch über einen längeren Zeitraum hinweg an sich binden zu können. Die meisten Stellen sollen nicht für lediglich ein oder zwei Jahre besetzt werden. Wenn beide Parteien dieselben Werte vertreten, können sie gemeinsam wachsen, sich stärken und sich weiterentwickeln.

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Fazit

Um im Bewerbungsgespräch überzeugen zu können, müssen sich BewerberInnen im Vorfeld ausreichend und tiefgründig über das Unternehmen informieren. Während des Gesprächs gilt es, dieses erlangte Wissen kundzutun, um wahres Interesse zu vermitteln. Dabei spielen sowohl die Fachkenntnisse, als auch die Wertvorstellungen der BewerberInnen eine entscheidende Rolle, um schlussendlich überzeugen zu können.

Gian-Marco Blum
Gian-Marco Blum ist der Mitgründer der Candidate Flow GmbH und Mitentwickler der Candidate-Flow-Methode. Die Online-Marketing-Agentur hilft bei der Gewinnung von Fachkräften im DACH-Gebiet.

1 Kommentar

  1. Warum schreiben Sie in Ihrem Artikel nicht einfach Bewerberinnen und Bewerber.
    Es war ein riesen Aufwand und ein enormes Theater bis in Briefen, öffentlichen Reden und Bekanntmachungen die Dame vor dem Herrn benannt wurde, sprich:
    Sehr geehrte Damen und Herren… usw.
    Jetzt werden die Damen hinter einem Sternchen, Schrägstrich, Unterstrich usw. geführt. Es ist ein Armutszeugnis für unsere Deutsche Gesellschaft und Sie als Übermittler solcher Nachrichten und Texte sollten sich Gedanken machen, ob es nicht eine elegantere Form der Schreibweise gibt.
    Ich jedenfalls werde weiterhin Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Bewerberinnen und Bewerber und so weiter schreiben, denn so viel Zeit muss sein. Ich denke es lohnt sich, hierfür zu kämpfen und die „Genderei“ als lächerlich abzuhaken.
    Viele Grüße
    Sonja

    Wissen ist Macht
    Auch das Kundtun von Fachwissen zeugt im Bewerbungsgespräch von Interesse. Dabei können BewerberInnen mit dem Stellen einiger fachspezifischen Fragen dem Personalmanagement vermitteln, dass sie die erforderliche Expertise besitzen. Auch Fragen dazu, wie etwas im Unternehmen ((handgehabt / gehandhabt)) wird, zeugt dabei von wahrem Interesse an der zu besetzenden Stelle.

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