Kein Bock auf Networking, weil zu schüchtern? 5 hilfreiche Tipps

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Kein Bock auf Networking, weil zu schüchtern? 5 hilfreiche Tipps
© Gabriel Scott - stock.adobe.com

„Netzwerken? Um Gottes Willen – bloß nicht!“ Wenn du so empfindest, bist du hier genau richtig gelandet. Dass Networking eine wichtige Kompetenz ist, um die Karriereleiter zu erklimmen, hört man nur allzu oft. Heißt das nun, dass eher introvertierte Menschen von Vornherein keine Chancen im Job haben? Keineswegs! Denn zum Glück gibt es so einige hilfreiche Ratschläge, die wir allen Schüchternen unter euch mit diesem Artikel an die Hand geben wollen.

1. Auch Schüchterne können lächeln

Sich ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern ist keine Kunst.

Das schafft jeder. Auch Schüchterne, auch du. Und ganz ehrlich: Es muss ja nicht immer ein Lächeln von Herzen sein, insbesondere im förmlichen Rahmen nicht. Wichtig ist nur, dass du, wenn du dich unter Menschen begibst, nicht unentwegt eine Mine ziehst, als wenn du so gar keinen Bock auf die ganze Sache hättest. Übertreiben brauchst du es also nicht. Niemand erwartet von dir, dass du dich zum Klassenclown oder zum Entertainer der Veranstaltung machst. Es reicht völlig, die Mundwinkel ab und an ein wenig nach oben zu ziehen. Und wenn du dich dann noch zu einem ordentlichen Händedruck (natürlich nicht während einer Pandemie!) sowie einem freundlichen „Hallo, wie geht es Ihnen“ überwinden kannst, hast du schon die halbe Miete. Du wirst sehen, es wirkt Wunder!

2. Sei ein guter Zuhörer

Wenn das Reden nicht so deine Sache ist, nutze die Geheimwaffe Zuhören.

Gute Zuhörer, so scheint es, werden in unserer Gegenwart, in der die Dauerablenkung jederzeit und überall präsent ist, immer seltener – und können daher auch sehr angenehme Gesprächspartner sein. Denn wer sucht schon das Gespräch mit Menschen, die entweder nur von sich plaudern, dich ständig unterbrechen oder nach nur wenigen Sekunden zum nächsten Tisch weiterzuziehen, ohne ernsthaft auf dich eingegangen zu sein. Das bedeutet für dich: Nutze deine Schüchternheit als Stärke. Höre aufmerksam zu, was dir die Menschen erzählen, und lasse dein Interesse daran auch erkennen, indem du etwa ab und an zustimmend nickst oder ein „Ja, das kann ich verstehen“ einwirfst. Ist das zu viel verlangt?

3. Networking mit Plan

Man muss nicht auf allen Hochzeiten tanzen. Auch beim Networking nicht.

Was bedeutet das konkret für dich? Es bedeutet, dass Networking keine Vollzeitbeschäftigung ist und dass du schon mit etwas Planung und Vorbereitung deiner Unsicherheit Herr werden kannst. Zum Beispiel kannst du…

  • … dir gezielt aussuchen, ob du entweder auf Xing oder auf LinkedIn aktiv werden willst. Auf beiden Plattformen präsent zu sein, ist bestimmt kein Nachteil, ist aber auch nicht zwingend erforderlich.
  • … dir gezielt aussuchen, welche Veranstaltungen du besuchen möchtest. Beschränke dich in deiner Auswahl lieber auf ein paar wenige, anstatt den Kalender ständig voll zu haben und dich überall hinzuquälen.
  • … dir gezielt aussuchen, mit welchen Personen du dich umgibst. Du musst nicht „everybody’s darling“ sein, suche Kontakt zu denjenigen, die dir sympathisch sind und in deren Anwesenheit du dich wohlfühlst.

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4. Mach dir die Digitalisierung zunutze

Zugegeben: Social Media & Co. ersetzen zwar nicht die persönliche Begegnung, doch sie vereinfachen dir das „Basic-Networking“ erheblich.

Selbst wenn du dich auf keinen Konferenzen, keinen Partys, keinen Weihnachtsfeiern oder sonstigen geschäftlichen Veranstaltungen blicken lassen willst, bleibt dir zumindest noch das Social Web oder – wem selbst das zu aufregend ist – die gute alte E-Mail. Es ist sicherlich nicht optimal, das persönliche Networking von Mensch zu Mensch gänzlich zu meiden, doch wenn du deine Kontakte digital pflegst, ist das immerhin ein Minimum, mit dem man schon weit kommen kann. Heutzutage gibt es ja unzählige Möglichkeiten. Bestimmt findest auch du als schüchterner Mensch eine Plattform beziehungsweise einen Kanal, der dir zusagt.

5. Sei einfach du selbst

Wie oft hat man das schon gehört? Und schon wieder geistert das Unwort „Authentizität“ herum. Doch kein Grund zur Sorge: Authentisch sein, bedeutet nichts anderes als sich nicht zu verstellen – für Introvertierte also: Akzeptiere deine Schüchternheit, sie ist Teil deiner Persönlichkeit. Es ist nichts Schlechtes daran, schüchtern beziehungsweise zurückhaltend zu sein, ja manche schätzen diese Eigenschaft sogar. Das Gegenteil, also zu viel Aufdringlichkeit, kann in manchen Kreisen sogar als wesentlich unangenehmer empfunden werden.

Im Übrigen: Stille Wasser sind bekanntlich tief.

Andreas Wickles
Andreas Wickles studierte Literatur- und Medienwissenschaft. Als Teil der Redaktion von unternehmer.de schreibt er neben Buchrezensionen vor allem zu den Themen Arbeitsrecht, Karriere und New Work.

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