Diskriminierung am Arbeitsplatz: Das sind die Gründe [Infografik]

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Diskriminierung am Arbeitsplatz: Das sind die Gründe [Infografik]
© Alexas_Fotos - pixabay.com

Vielfalt und Weltoffenheit: Diversität ist ein hochaktuelles Thema, viele Unternehmen haben das inzwischen erkannt. Insbesondere bei der Jobsuche möchten Firmen unter keinen Umständen das Risiko eingehen, durch mangelnde Kompetenz potenziell interessierte Fachkräfte abzuschrecken. Doch die Realität vieler Berufstätiger sieht in Wirklichkeit ganz anders aus, das belegt eine aktuelle Umfrage der Jobbörse und Bewertungsplattform Glassdoor:

37 Prozent der deutschen Befragten waren bereits selbst von Diskriminierung am Arbeitsplatz betroffen oder sind Zeuge davon gewesen.

Zu den häufigsten Gründen für Diskriminierung zählt nach wie vor das Geschlecht. Insgesamt haben 24 Prozent der Befragten diese Form am eigenen Leib miterlebt. Als weitere Auslöser für Diskriminierung folgen Alter (22 Prozent) und Rassismus (21 Prozent). Die sexuelle Orientierung rangiert mit 15 Prozent auf dem letzten Platz. Es ist also noch Luft nach oben, Unternehmen sollten ihre Anstrengung für mehr Gleichberechtigung und Vielfalt verstärken. Insbesondere Millenials und die Generation Z fordern mehr Engagement der Arbeitgeber für Diversität, so Felix Altmann, Arbeitsmarkt-Experte bei Glassdoor.

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Infografik: Benachteiligung am Arbeitsplatz

Infografik: Diskriminierung am Arbeitsplatz | Statista

Ländervergleich: Weniger Diskriminierung in Deutschland

Im internationalen Vergleich sind deutsche Berufstätige wenig von Diskriminierung am Arbeitsplatz betroffen. Laut Umfrage liegen sie in allen Kategorien um circa 10 Prozent unter dem Durchschnitt der anderen untersuchten Länder. Die Befragten in den USA sind die Spitzenreiter, tendenziell machen sie die stärksten Erfahrungen mit Diskriminierung:

Rassismus (42 Prozent) und Altersdiskriminierung (45 Prozent) werden in den USA doppelt so häufig erlebt oder beobachtet wie in Deutschland.

Warum Deutschland so gut abschneidet

Als mögliche Ursache für die geringere Diskriminierungserfahrung in Deutschland wird die tendenziell homogen zusammengesetzte Belegschaft genannt.

  • 62 Prozent der deutschen Befragten arbeiten bei einem Arbeitgeber, der über eine diverse Belegschaft verfügt.
  • Insgesamt sind jedoch 38 Prozent der Berufstätigen in Betrieben beschäftigt , in denen das nicht der Fall ist.

In Deutschland liegt somit der Anteil der Unternehmen, die divers aufgestellt sind, mit 62 Prozent deutlich unter dem internationalen Durchschnitt (71 Prozent).

Insgesamt sind 41 Prozent der Befragten der Meinung, dass sie die Bemühungen ihrer Arbeitgeber für mehr Vielfalt und Inklusion deutlich wahrgenommen haben. Diesen Eindruck bestätigt die Analyse von Stellenanzeigen auf Glassdoor. Mehr als 1.000 Stellen waren im August 2019 für diesen Bereich ausgeschrieben. Zwar entfielen knapp 800 davon auf die USA, Deutschland kommt auf 52 Jobs mit diesem Fokus. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht das einem Wachstum von 79 Prozent.

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