Betriebsmittel: Das solltest du als Gründer wissen

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Betriebsmittel: Das solltest du als Gründer wissen
© jarmoluk - pixabay.com

Wenn du ein Unternehmen gründest, benötigst du ein Büro, bestimmte technische Einrichtungen und möglicherweise Fahrzeuge und Produktionsanlagen. Das alles sind Betriebsmittel. Der folgende Artikel zeigt dir, worauf du als GründerIn bei Betriebsmitteln achten solltest.

Warum Betriebsmittel so wichtig für Start-ups sind

Wenn du ein Unternehmen gründest, wirst du mit der Frage konfrontiert werden, was Betriebsmittel sind. Grob gesagt fallen darunter alle Gegenstände, die zur Produktion notwendig sind und indirekt mitwirken. Voraussetzung für Betriebsmittel ist, dass das neu gegründete Unternehmen sie langfristig nutzen wird, zum Beispiel Lagerhallen oder Büroräume. Vor allem bei Neugründungen sind hohe Investitionen in Anlagen, Einrichtungen und Werkzeuge nötig. Etwa musst du bei der Gründung nicht nur Räume anmieten und laufende Nebenkosten bezahlen, sondern wichtige Maschinen kaufen, aufstellen und in Betrieb nehmen. Besonders Produktions-Unternehmen benötigen mehr Betriebsmittel als andere Sektoren, um ein Produkt herzustellen. Wer Glas oder Kunststoff zuschneidet, wird einen Wasserstrahlschneider kaufen.

Betriebsmittel sind aber nicht nur für die Herstellung von Waren notwendig, sondern auch für das Anbieten von Dienstleistungen. So benötigen IT-Unternehmen vor allem Computer und Software für den Geschäftsbetrieb.

Rechne diese Betriebsmittel unbedingt vor der Existenzgründung in den Businessplan mit ein, sie sind ein essenzieller Bestandteil deines Unternehmens. Später werden die Ausgaben für Betriebsmittel sinken, sofern keine großen Neuinvestitionen geplant sind.

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Diese Betriebsmittel gibt es

Zu den Betriebsmitteln zählen materielle und immaterielle Güter, die für die Gründung gleichermaßen wichtig sind. Materielle Betriebsmittel, auch Sachmittel genannt, umfassen Gebäude, Büroausstattung, Produktionsmaschinen und andere technische Anschaffungen. Wenn du Waren auslieferst, musst du den Vertrieb sorgfältig aufbauen und schaffst einen Fuhrpark an. Ebenso relevant sind immaterielle Betriebsmittel, zu denen Lizenzen, Konzessionen, Patente und Schutzrechte zählen.

Sowohl die materiellen als auch die immateriellen Mittel lassen sich drei großen Bereichen zuordnen. So fallen die Betriebsmittel entweder in den Sektor der Wirtschaft, der Elektro-Branche oder der Produktion. Wenn du Software in den Büros installierst, ist das ein wirtschaftliches Betriebsmittel. Computer und Roboter gehören zu den elektronischen Mitteln. Gründest du eine Produktionsstätte, benötigst du Maschinen und ein Gebäude, wo die Verarbeitung oder Fertigung stattfindet.

Beispiele für Betriebsmittel für die Existenzgründung

Viele angehende GründerInnen denken, dass nur Produktionsbetriebe Betriebsmittel benötigen. Tatsächlich ist aber selbst der kleinste Dienstleister von Betriebsmitteln abhängig. Allein im Software-Bereich benötigst du bei der Gründung vielleicht mehr Programme, als du denkst. Neben dem Betriebssystem und den Office-Anwendungen ist auch eine Antivirus-Software nötig. Abhängig von der Unternehmensorganisation und der Anzahl der MitarbeiterInnen kann auch Teamwork-Software und Buchhaltungssoftware wichtig sein.

Zudem zählt die gesamte Büroausstattung zu Betriebsmitteln und kann somit abgesetzt werden. Dazu gehören neben Computern jeder Schreibtisch, jeder Bürostuhl und jeder Notizblock in deinem jungen Unternehmen. Ebenso sind liquide Mittel Teil der Betriebsmittel.

Im Übrigen stieg das Investitionsvolumen von Startups 2021 massiv an, vor allem in der Fin-Tech-Branche. Das zeigt, dass auch GründerInnen von Dienstleistungsunternehmen im Vorfeld die Kosten für Betriebsmittel genau durchrechnen sollten.

Betriebsmittel sind keine Betriebsstoffe

Zu den Betriebsmitteln gehören also einige Gegenstände in deinem Start-up, nicht aber die Betriebsstoffe. Die Betriebsmittel helfen dir bei der Herstellung deines neuen Produktes, sind aber kein Teil davon. Betriebsstoffe sind hingegen alle Materialien, die du in deinem Produkt verarbeitest und am Ende des Fertigungsprozesses im Endprodukt enthalten sind.

Förderungen für die Existenzgründung

Finanzielle Förderungen erleichtern den Einstieg ins Unternehmertum. Für Betriebsmittel kannst du als UnternehmensgründerIn zinsgünstige Förderkredite beantragen. Die KfW, Kreditanstalt für Wiederaufbau, vergibt bundesweit Förderkredite zur Finanzierung von Betriebsmitteln bei Neugründungen.

Erkundige dich auch bei den Förderbanken deines Bundeslandes, ob sie GründerInnen bei der Finanzierung von Betriebsmitteln unterstützen. Wenn du öffentliche Fördermittel der KfW oder der Förderbank eines Bundelandes beanspruchen kannst, beantragst du diese nicht bei der Förderbank, sondern direkt bei deiner Hausbank.

Fazit

Welche Betriebsmittel du benötigst, hängt von deinem Unternehmensschwerpunkt ab. Gründest du ein produzierendes Unternehmen, benötigst du Maschinen zur Produktion, ein Materiallager, einen Fuhrpark, ein Büro und eventuell Patente. Ist dein Start-up ein reines Dienstleistungsunternehmen, sind Büromöbel und IT-Ausstattung wichtig.

Je größer dein Unternehmen, desto relevanter sind eine Buchhaltungssoftware und eine Software zur Organisation des Teams. Allerdings zählen nicht nur Güter zu den Betriebsmitteln, sondern auch liquide Mittel. Die Materialien, aus denen dein Produkt besteht, sind Betriebsstoffe und zählen somit nicht zu den Betriebsmitteln.

Förderkredite zur Finanzierung von Betriebsmitteln entlasten dich bei den Anschaffungskosten in der Gründungsphase. Diese kannst du bei der KfW oder der Landes-Förderbank beantragen.

Henry Scholz ist freischaffender Online-Redakteur und beschäftigt sich gerne mit Themen rund um Wirtschaft, Politik und Verbraucherschutz.

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