Stellt Homeoffice eine Herausforderung für Unternehmen dar?

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Homeoffice: So behältst du deine Arbeitszeit im Auge
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Wir alle leben in einer beunruhigenden, neuen Realität. Das Coronavirus ist hier und wird mit großer Wahrscheinleichkeit auch dann noch unser Leben bestimmen, wenn der lang ersehnte Impfstoff entwickelt wurde. Wir müssen uns daher eine wichtige Frage stellen:

Werden wir die Herausforderung annehmen oder vor ihr kapitulieren?

Die strengen Quarantäne-Vorschriften haben unser Leben bereits nachhaltig verändert, und wir können nichts dagegen unternehmen. Firmen auf der ganzen Welt sehen sich seit Anfang des Jahres dazu gezwungen, ihre MitarbeiterInnen von daheim aus arbeiten zu lassen, um die Ausbreitung der Pandemie in Zaum zu halten. Während sich manche Arbeitnehmer sicher sind, dass ihre Geschäfte darunter leiden, behaupten andere, keine Änderung oder gar eine Verbesserung der Situation wahrgenommen zu haben. Heute möchten wir uns selbst ein Urteil darüber verschaffen, ob Unternehmen darüber glücklich sind, dass ihre Büroangestellten von zuhause aus arbeiten.

Die Angst wurde geweckt

Die ersten Tage der häuslichen Quarantäne waren von Ängsten und Sorgen erfüllt, und niemand hatte auch nur eine Ahnung, wie lange die Situation andauern würde. Allerdings waren viele ArbeiterInnen froh darüber, dass sie endlich das erhielten, was seit dem Aufstieg der Bürokultur ein Wunschtraum geblieben war und dank dem Internet nun möglich gemacht wurde – das Recht, von zuhause aus zu arbeiten. Zur gleichen Zeit wurde die Welt der Projektmanager auf den Kopf gestellt. Plötzlich sahen sich die Vorgesetzten dazu gezwungen, noch mehr Druck standzuhalten, wenn es um das Management ihrer Teams ging. Ab sofort mussten sie die vielen „kreativen Köpfe“ aus einer sicheren Distanz per Online Messenger anweisen. Firmen und Projektmanager befürchteten das Schlimmste, das steht außer Frage.

Doch es gibt einen kleinen Lichtblick. Anfangs dachte jeder, dass die Quarantäne vielleicht eine Woche oder im schlimmsten Fall einen Monat andauern würde. Da wir nun den achten Monat der Pandemie antreten, müssen wir zugeben, dass sich die schlimmsten Befürchtungen in Bezug auf die Heimarbeit nicht bestätigt haben. Klar gibt es Dinge, welche die Büroangestellten vermissen. Dinge, die sich negativ auf die Leistungsfähigkeit auswirken. Letztendlich aber sind die Firmen mit ihren MitarbeiterInnen zufrieden, seit diese im Homeoffice arbeiten. Wieso? Weil sie ganz einfach keine andere Wahl haben. Wir werden in der Folge ausführlich darauf eingehen.

Die psychologischen Grenzen wurden überwunden

Nachdem die Angestellten ihren gewöhnlichen Arbeitsplätzen im Büro beraubt worden waren, durchlebten sie drei psychologische Phasen. In der ersten Phase waren sie froh darüber, morgens nicht mehr so früh aufstehen zu müssen, um zum Arbeitsplatz zu pendeln. Diejenigen, die den 9to5-Trott bereits länger satt hatten, schrieben der häuslichen Quarantäne zahlreiche Vorteile zu – endlich konnten sie sich ihren Arbeitstag frei einteilen! Doch nach etwa einem Monat setzte die Phase der Ernüchterung ein:

Büroangestellte auf der ganzen Welt fingen an, die Möglichkeit im Büro zu arbeiten wertzuschätzen, da sie sich im Home Office einsam und verloren fühlten.

Ganz plötzlich merkten die Leute, wie ihre Produktivität den Bach runterging. Am Ende des Tages war es doch nicht so toll, von zuhause aus zu arbeiten. Dann aber setzte die dritte Phase ein, in der sich die Angestellten dem neuen Lebensrhythmus anpassten. Einige behaupten jetzt sogar, sich an das Leben vor dem Homeoffice kaum noch erinnern zu können. Aus psychologischer Sicht ist das nichts anderes als eine Phase der Leugnung: Die Leute versuchen, sich selbst eine unmögliche Idee zu verkaufen. Sie überzeugen sich selbst davon, dass alles in Ordnung ist, weil jeglicher andere Gedanke in Verzweiflung ausarten könnte.  

Firmen sind nur deshalb mit der Leistung ihrer Angestellten im Homeoffice zufrieden, da die Menschen gelernt haben, ihre vier Wände vorübergehend in mehr oder weniger funktionelle Büros umzuwandeln. Doch die COVID-19 Pandemie hat klar aufgezeigt, dass Unternehmen eine professionelle Büroumgebung brauchen, wenn sie aufblühen wollen. Die Angestellten vermissen die produktivitätsfördernde Atmosphäre, die regulierten Abläufe und die Möglichkeit, ganz ohne Ablenkungen arbeiten zu können. Kein Homeoffice wird es jemals schaffen, die klassische Büroumgebung zu ersetzen.

EXTRA: Coronavirus: Sind Unternehmen gerüstet fürs Homeoffice? [Infografik]

Fazit: Hoffnungsvoll in die Zukunft

Vielleicht ist die Frage, ob Firmen mit ihren Bürokräften, die nun zur Heimarbeit verdonnert wurden, zufrieden sind, von Anfang an problematisch. Die Firmen haben nämlich gar keine andere Wahl, als abzuwarten und hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken. In der Zwischenzeit lassen sie ihre MitarbeiterInnen weiterhin von zuhause aus arbeiten, da die häusliche Quarantäne das Beste ist, was jeder Einzelne von uns momentan tun kann, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Die Firmen bleiben auf jeden Fall weiter am Ball, da sich die wirtschaftliche Lage so langsam wieder erholt. Es scheint, als gäbe es keinen wirklichen Grund, sich zu beschweren.

Martha Richmond
Martha Richmond ist eine junge, talentierte und kreative Freelance Copywriterin, die für MatchOffice arbeitet. Marthas Spezialgebiet umfasst so ziemlich alles, was mit gewerblichen Immobilien und anderen geschäftlichen Themen zu tun hat. Sie wollen ein Büro in Wien mieten? Dann kann sie Ihnen ganz sicher weiterhelfen! Martha veröffentlicht ihre Beiträge auf relevanten Webseiten, Blogs und Foren, um die Aufmerksamkeit von einem breit gefächerten Zielpublikum zu wecken.

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