Klimaschutz: Ausgaben europäischer Unternehmen im Vergleich [Studie]

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Klimaschutz: Ausgaben europäischer Unternehmen im Vergleich [Studie]
© Maren Winter – stock.adobe.com

Europäische Unternehmen geben zu wenig für den Klimaschutz aus. Das hat eine Untersuchung der Non-Profit-Organisation Carbon Disclosure Project (CDP) ergeben. Insgesamt hätten knapp 900 börsenorientierte Firmen zuletzt rund 124 Milliarden Euro in den Kampf gegen den Treibhauseffekt investiert. Ein Betrag, der nicht ausreicht, um das von der EU beschlossene Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen. Dafür seien doppelt so hohe Ausgaben nötig. Eine gute Nachricht gibt es jedoch:

Deutsche Unternehmen investieren mehr Geld in die Verringerung ihrer CO2-Emissionen als Unternehmen aller anderen europäischen Länder.

Insgesamt seien 59 Milliarden in CO2-arme Technologien und 65 Milliarden in Forschung und Entwicklung geflossen, so CDP. Die gemeldeten Investitionen von 69 deutschen Unternehmen machen somit einen Anteil von rund 36 Prozent der Gesamtausgaben in Europa aus (44,4 Milliarden Euro). Unter den europäischen Ländern belegen Spanien (37,9 Milliarden Euro) und Italien (24,3 Milliarden Euro) den zweiten und dritten Platz.

Schlusslicht Großbritannien

Die Weltklimakonferenz findet im November 2020 in Großbritannien statt. Dort ansässige Konzerne kommen im europäischen Vergleich nur auf den hinterem Rang:

  1. Deutschland: 44,4 Milliarden Euro
  2. Spanien: 37,9 Milliarden Euro
  3. Italien: 24,3 Milliarden Euro
  4. Frankreich: 6,0 Milliarden Euro
  5. Dänemark: 4,5 Milliarden Euro
  6. Großbritannien: 4,0 Milliarden Euro

Der letzte Platz kommt insofern zustande, dass in Großbritannien mehr Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor ansässig sind, die geringere Emissionen ausstoßen.

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Ausgaben müssen mehr als verdoppelt werden

Um das EU-Klimaziel zur Emissionsfreiheit bis 2050 zu erreichen, müssen die Investitionsausgaben für kohlenstoffarme Techznologien von 59 auf 122 Milliarden Euro pro Jahr gesteigert werden. Dem geschäftsführenden CDP-Europadirektor Steven Tebbe zufolge ergebe das aus wirtschaftlicher Sicht eindeutig Sinn:

Die Geschätsmöglichkeiten bei der Entwicklung CO2-armer Produkte und Dienstleistungen wird von den Konzernen auf mehr als 1,2 Billionen Euro geschätzt.

Dieser Wert sei sechsmal so hoch wie die damit verbundenen Investitionskosten, so Tebbe. Rund neun Zehntel der gemeldeten Investitionen werden in den Sektoren Transport, Energie und Rohstoffe getätigt, allen voran erneuerbare Energien oder E-Fahrzeuge. Die 822 europäischen Unternehmen (darunter deutsche Konzerne wie Adidas, BMW, Deutsche Bahn, VW etc.) sollen eine enorm wichtige Rolle dabei spielen, ob die Europäische Union ihre Klimaziele erreichen wird oder nicht. Insgesamt sei das Investitionsniveau jedoch noch zu niedrig, so Tebbe.

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