Arbeitsplatzverlust durch E-Mobilität: 110.000 Stellen betroffen

50
Arbeitsplatzverlust durch E-Mobilität: 110.000 Stellen betroffen

Arbeitsplatzverlust durch E-Mobilität: 110.000 Stellen betroffen

Durch den Klimawandel rückt der Umstieg von Verbrennungsmotoren auf Elektroautos immer näher und betrifft große Teile der Gesellschaft. Im Dezember erst einigten sich das Europäische Parlament sowie die EU-Mitgliedsstaaten auf die Senkung des CO2-Ausstoßes um 37,5 Prozent von 2021 bis 2030. Um dieses Ziel zu erreichen, müsste im Jahr 2030 jeder zweite Neuwagen ein Elektro-Auto sein, ausgehend von derzeit nur zwei Prozent Marktanteil.

Verlust von insgesamt 110.000 Arbeitsplätzen

Auch die IG Metall, die traditionell stark mit der Autoindustrie zusammenhängt, warnt vor den Folgen für Arbeitnehmer:

Die Gewerkschaft befürchtet durch die CO2-Abbauziele einen Wegfall von mindestens 150.000 Jobs bis 2030.

Durch den weniger aufwendigen Bau von Elektroantrieben entstehen im Gegenzug nur rund 40.000 neue Stellen, was einen Gesamtverlust von 110.000 Arbeitsplätzen zur Folge hat. Noch im vergangenen Jahr hat eine Studie, unter anderem beauftragt von der IG Metall, eine geringere Zahl von nur rund 75.000 wegfallenden Jobs ergeben.

„Zu viele haben noch die Hoffnung, das geht an uns vorbei, und spielen Vabanque mit den Beschäftigten.“

Jörg Hofmann

Die Folge dieses deutlichen Rückgangs wären Entlassungen, sowie mögliche Firmenpleiten. Die Gewerkschaft macht sich schon jetzt Gedanken, wie man gegensteuern könnte. Die Rede ist von einer groß angelegten Ermittlung der Beschäftigungsfolgen durch die Elektromobilität und Digitalisierung in mehr als 1.000 Betrieben. Auf Basis der Ergebnisse sollen Betriebsräte die Unternehmen auf dem Weg zu neuen Geschäftsmodellen und bei Umschulungen der Mitarbeiter unterstützen.

2019: Das Jahr der Entscheidungen

Themen der nächsten Tarifrunde 2020 werden unter anderem Instrumente zur Krisenprävention sein. Gleichzeitig müssten Investitionen getätigt werden, um die Elektroautos zu stärken und nicht als Flop enden zu lassen. Die IG Metall bringt der Bundesregierung dahingehend Vorschläge entgegen:

  • Investitionen in Batteriefertigung, Ladeinfrastruktur und neue Mobilitätskonzepte
  • Verlängerung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes
  • Bessere soziale Absicherung gegen Klimawandel und Digitalisierung

Die weltweit größte staatlich unabhängige Gewerkschaft ist nicht gegen den Klimaschutz, sondern will vielmehr die Augen für die Folgen der Arbeitnehmer öffnen.

„Wir brauchen eine Mobilitäts- und Energiewende, die Klimaziele, bezahlbare Mobilität für alle und sichere Perspektiven für die Beschäftigten zusammendenkt.“

IG Metall

Mehr zum Thema, gibts hier

Erhöhung der Spritsteuer: IG Metall warnt vor Protesten

Klimaschutz: Einführung höherer Spritsteuer und E-Auto-Quote

Quelle: Reuters

Du willst nichts mehr verpassen?

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein