Künstliche Intelligenz: So gelingt die Transformation [Studie]

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Künstliche Intelligenz: So gelingt die Transformation [Studie]
© peshkov – stock.adobe.com

Unlängst haben sich HR-Experten aus unterschiedlichen Branchen zusammengesetzt, um sich über globale Trends im Personalwesen auszutauschen. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand diesmal das Thema KI – und daran geknüpft natürlich die Frage, welchen Herausforderungen man sich im Zuge der Transformation zu stellen habe.

Denn eines lässt sich nicht übersehen: Nicht nur auf Seiten der Unternehmen, sondern auch seitens der Mitarbeiter haben sich angesichts der neuen Technologien Misstrauen und Unsicherheit eingestellt. Die Angst vor dem drohenden Jobverlust greift scheinbar allerorts um sich. Das Expertenforum sieht daher vor allem HR & Führung in der Verantwortung, als „Vermittler und Mediatoren“ aufzutreten. Diese sollen im Hinblick auf die Transformation…

  • Mitarbeiter empathisch begleiten,
  • Antworten liefern und
  • Vertrauen schaffen.

Soft Skills als Grundlage für erfolgreiche Transformationsprozesse

Anstatt über das Thema bloß zu philosophieren, wird das Forum konkret und beruft sich dabei auf die kürzlich veröffentlichte Dale Carnegie Studie. Nachdem zu Beginn des Jahres 3.500 Teilnehmer aus elf Ländern befragt wurden, haben sich 3 wesentliche Kriterien herauskristallisiert, die zu einem positiven Bewusstseinswandel gegenüber der KI beitragen können. Diese sind:

  1. Vertrauen der Mitarbeiter in die Unternehmensführung.
  2. Transparenz und klares Verständnis über die Wirkung und den Sinn der neuen Technologien.
  3. Zuversicht der Mitarbeiter, dass sie die Fähigkeit besitzen, die Veränderungen durch KI erfolgreich zu bewältigen.

EXTRA: Künstliche Intelligenz: Benjamin Eidam im Experten-Interview

Und dennoch: Viele Fragen bleiben offen. Wer wird sich beispielsweise um die digitale Ethik im Unternehmen kümmern und die Verantwortung übernehmen, wenn das Verhalten von Mitarbeitern von KI analysiert werden soll? Wie soll das Verständnis für die neuen Technologien konkret geschaffen werden? Durch Schulungen externer Dienstleister? Und wie wird der Einzug der KI die Unternehmenskultur beeinflussen?

Ganze 67 Prozent der deutschen Führungskräfte befürchten, dass die Einführung künstlicher Intelligenz die Unternehmenskultur negativ verändern könnte.

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Deutschland hängt in Sachen KI hinterher

Wie die Dale Carnegie Studie verdeutlicht und das Expertenforum bestätigt, gibt sich Deutschland im europäischen Vergleich noch recht verhalten, was die Auseinandersetzung mit KI anbelangt. Ein Bewusstsein für das Thema ist inzwischen zwar durchaus zu spüren, wie man bekräftigt, doch mangelt es noch an der aktiven Umsetzung im Unternehmensalltag. Die Realität sieht demnach so aus, dass vor allem die Technik-Abteilungen tief in der Materie stecken, während bislang aber kaum ein unternehmensweiter Wissenstransfer stattfindet. Die akute Gefahr:

Die entscheidende Rolle des Menschen in diesem Transformationsprozess scheint dabei vergessen zu werden.

So planen nur etwa die Hälfte der im Forum anwesenden Unternehmen bereits aktiv mit einem Einsatz von KI. Indessen wäre es dringend notwendig, sind sich doch nahezu alle KI-Experten darin einig, dass 47 Prozent der aktuellen Tätigkeiten einer Vollzeit-Arbeitskraft bis 2030 komplett automatisiert sein werden. Das Technikwissen allein wird letzten Endes nicht ausreichend sein, um den Wandel zu meistern. Alle müssen an einem Strang ziehen – transparent und sensibel.

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