Konfliktmanagement im Alltag: 5 Regeln für jede Führungskraft

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Konflikte zwischen Kollegen: Ist Homeoffice eine Schlichtungslösung?
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Welche Regeln gelten für Konfliktmanagement? Konflikte im Business sind tägliches Brot. Ob bewusst und spürbar erfahren oder unterdrückt und hinter vorgehaltener Hand: Die damit zusammenhängenden Emotionen sind real.

Aber: Ohne Konflikte keine Entwicklung. Und ja, Konflikte können als Chance betrachtet werden. Auch wenn es anstrengend ist und gefühlt nicht danach aussieht. 

EXTRA: Eigene Fehler zugeben – Chance oder Risiko?

5 einfache Regeln für das Konfliktmanagement

Emotionen im geschäftlichen Alltag zu handeln, ist nicht immer einfach. Wenn die Fronten aufeinander treffen kann es dementsprechend schwierig werden. Prävention ist dabei das Schlagwort. Die Frage stellt sich aber: Wie kannst du das konkret umsetzen? Wie kannst du an dir arbeiten, um Konflikte ins Positive zu drehen? Eine Sache ist sicher: Wir können in diesem Thema nur eines beeinflussen. Und zwar uns selbst, und niemals unser gegenüber. Hier findest du 5 Möglichkeiten, wie du das tun kannst.

1. Sehe Konflikte als Chance und brach liegendes Potenzial

Wenn du bewusst und ohne Emotionen darüber nachdenkst wirst du erkennen, dass Konflikte mögliche Blind Spots aufzeigen können. Diese schwarzen Flecken sind wahres Potential. Was dir dabei wirklich helfen kann, ist offen und neugierig zu bleiben. Offen sein, ohne persönlich angegriffen zu sein und neugierig was sich zeigt – bei dir und deinem Gegenüber. Denn diese Emotionen und oftmals Bedenken sind die Knackpunkte, die man ansprechen muss.

2. Was kann ich kontrollieren?

Nach jedem Gewitter folgt Sonnenschein. Das ist die gute Nachricht. Wie oben erwähnt gibt es nur eine Sache, die man kontrollieren kann: Du dich selbst. So ist eine der besten Möglichkeiten sich in einem Konflikt oder Streitgespräch selbst zu beeinflussen die Tiefenatmung. Und das ist keine Raketenwissenschaft.

Stell dir einfach vor, du atmest tief in den Bauch. Um das zu üben, lege einfach eine Hand auf die Bauchdecke, damit du spüren kannst, wie sich die Bauchdecke hebt und senkt. Viele wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen die positive Wirkung der Atmung. Nutze sie! Du wirst bemerken, wie du „runterkommen“ kannst. Wenn das geschafft ist, wirst du deine Emotionen – vielleicht deine Bedenken oder Gedanken – dementsprechend gut artikulieren können.

3. Emotionen benennen und Ursachen erforschen

Wenn die Konflikte entstehen, wenn Streitgespräche sich entwickeln, erzeugen sie Energie und Emotionen. Jede Emotion ist Energie. Du kannst nun die Ursachen erforschen, woher das kommt, und was die „Trigger“ sind. Das ist gut. Aber: Hänge dich nicht darauf auf. Wichtiger ist, dass du mit diesen Emotionen arbeitest. Was machst du mit dieser Energie? Wie setzt du die sinnvoll ein? Und zwar nicht gegenüber deinen KollegInnen. Sondern in Fokus, in die Gespräche und in die Idee, deine Emotionen anzusprechen. Genauso die Emotionen deines Gesprächspartners. Du wirst sehen, wenn du diese annimmst und wahrnimmst, du diese sehr schnell wertschätzen kannst. Dann gehst du auf ein anderes Level in den Konfliktgesprächen.

4. Vorbeugen statt verhärtete Konfrontation

Auch wenn es unangenehm ist und du wahrscheinlich dem Konflikt schon aus dem Weg gehen willst, bevor er tatsächlich stattfindet: Es führt kein Weg daran vorbei, in diese Gespräche reinzugehen. Hier zurückgelehnt darüber nachzudenken ist einfach, wir wissen das. Aber: Wieso nicht gleich die unausweichlichen Gespräch führen? Je früher, desto besser. Je früher, desto weniger emotional. Je früher, desto entspannter können sie gelöst werden. Gemäß dem Vorsatz zuvor: Ansprechen statt wegrennen.

5. Führe Supervision ein

Was am Ende immer helfen kann, ist sich professionelle Hilfe zu holen. Coaches und Trainer als Supervisoren und Mediatoren ins Unternehmen zu holen macht Sinn. Sie helfen genau diese Konflikte zu lösen, die vielleicht schon sehr verhärtet sind, und nach deinem Gefühl nicht mehr zu kitten sind. Sie führen zusammen, decken auf, sprechen an. Das wirkt heilsam auf die Beziehungen und somit am Ende auf das Unternehmen.

Das Fazit der Regeln im Konfliktmanagement ist einfach: Konfliktgespräche beginnen bei dir. Lerne deine Emotionen zu erkennen, und mit dieser Energie dann zu spielen. Du wirst dabei nicht nur Herr über dich, sondern auch Herr in den Konflikten und wirst die Wogen glätten können.

Philipp Nägele
Red Fox Award Winner, Mindset-Experte des Jahres 2022 und Stärken-Coach Philipp Nägele unterstützt Unternehmer und Entrepreneure darin, ihre Leidenschaft zu leben, wertebasierte und stärkenorientierte Mannschaften zu erschaffen. Für mehr gelebte Vision, Spaß und Freude im beruflichen Kontext. Eine spannende kostenlose Masterclass zum Thema kannst du hier buchen: www.mindstyle.academy/soulful-passion-lifestyle.

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