Wie die mentale Aufarbeitung der Corona-Krise locker gelingen kann

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Wie die mentale Aufarbeitung der Corona-Krise locker gelingen kann
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Wie kann die mentale Aufarbeitung der letzten Monate gelingen? Die Corona-Krise hält uns alle nach wie vor in Atem. Seit dem ersten Lockdown gibt es ein Hin- und Her von Maßnahmen; die Impfungen sind ins Stocken geraten. Es droht eine „vierte Welle“.

Viele Menschen wissen angesichts dieser Unsicherheiten und den damit verbundenen Herausforderungen nicht, wie sie die Corona-Krise souverän und schadlos meistern sollen. Dieser Artikel gibt dir 5 wertvolle Tipps, die dir helfen sollen, die Krise zu meistern.

Lockdowns, Masken, Kontaktverbote

Jeder von uns war von der Corona-Krise betroffen. Wer erinnert sich nicht an den ersten Lockdown, als die Innenstädte wie ausgestorben wirkten? Doch nicht nur Urlaubsreisen und Restaurantbesuche fielen aus, sondern unser ganzes soziales Leben wurde mit einem Schlag auf den Kopf gestellt: Firmen gerieten in die Schieflage. So manche Branche hatte Umsatzeinbußen von bis zu 100% zu verkraften. Von heute auf morgen starb das Händeschütteln aus. Kontaktverbote führten zu Einsamkeit. Die Atemmaske ist seitdem unser ständiger Begleiter geworden. Besonders hart hat es die Kinder getroffen. Schulausfälle, Unterricht zu Hause – und keine Besuche bei Oma und Opa.

Erst mit der Entwicklung eines Impfstoffes tauchte ein Silberstreif am Horizont auf. Erwartungsgemäß dauerte es aber seine Zeit, bis der Impfstoff in ausreichender Menge hergestellt werden konnte. Erst seit einigen Wochen kann sich jeder ohne Terminschwierigkeiten impfen lassen.

Krisenfest durch Resilienz

Die Impfquote liegt derzeit in Deutschland immerhin schon bei ca. 62% (vollständig geimpft). Die Inzidenzwerte sind überwiegend niedrig. Der Ruf nach Lockerungen wird verständlicherweise immer lauter. Trotzdem kann von einer sorglosen Unbekümmertheit bei den meisten von uns keine Rede sein.

Viele Menschen haben durch die Corona-Krise erhebliche psychische Belastungen davongetragen. Einige Menschen leiden immer noch unter den Folgen zum Beispiel der sozialen Vereinsamung. Und vergessen wir nicht diejenigen, die sich mit dem Virus angesteckt haben und/oder in Quarantäne mussten. Gerade diejenigen, die sogar auf der Intensivstation behandelt wurden und/oder Langzeitfolgen haben, müssen diese Erfahrung zunächst einmal im Kopf verarbeiten. Was der/die eine locker wegsteckt, ist für einen/eine andere(n) kaum zu verkraften.

Frau Dr. Fehse: „Die Menschen sind eben unterschiedlich belastbar. Wer das Gefühl hat, in einer persönlichen, gesundheitlichen Krise zu sein, sollte sich in ärztliche Behandlung begeben. Für alle anderen ist es das Beste, den Fokus von dem Problem schnellstmöglich auf die Lösung zu richten. Das gilt für alle Lebenssituationen. Auch wenn es sich hart anhört: 5 min Jammern ist erlaubt – aber dann muss man sich in den Lösungsmodus begeben. So trainiert man seine Resilienz und begreift Krisen als das, was sie sind: Herausforderungen im Leben.“

EXTRA: Selbstzweifel und ihr Ursprung: 7 Wege wie du sie erkennst und behebst

Willkür der Politik oder höhere Gewalt?

Verschwörungstheoretikern und Null-Covid-Anhänger stehen sich unversöhnlich gegenüber. Um nur einige der diskutierten Fragen zu nennen:

  • Wo kommt der Virus her?
  • Wer profitiert davon?
  • Sind die freiheitseinschränkenden Maßnahmen der Politik reine Willkür?

Viele Menschen haben die Neigung, einen Schuldigen zu suchen. Unabhängig von der Frage, ob das ein sinnvolles Unterfangen, wirkt sich die Suche nach dem Schuldigen stets extrem negativ auf unser ganzes Denken und damit auch auf unsere Gesundheit aus.

Frau Dr. Fehse: „Wer jemandem die Schuld gibt, gibt ihm auch die Macht. Die Gefahr besteht, dass die daraus resultierenden Gedanken immer beherrschender werden. Wer aus dieser Falle aussteigen möchte, dem kann aktuell nur empfohlen werden, den Corona-Virus als einen Schicksalsschlag zu akzeptieren. Wer aus der „wer-hat-Schuld-Debatte aussteigt“, gewinnt in jedem Fall seine gedankliche Freiheit wieder. Das gilt übrigens für alle Lebensbereiche.“

Was kann ich aktiv dazu beitragen, gut durch die Corona-Krise zu kommen

Wie kann die mentale Aufarbeitung nun gelingen? Hier stellen wir dir fünf hilfreiche Tipps vor, wie man sicher und souverän durch die Krise kommt:

  1. Richte deinen Blick auf deine Stärken und Kompetenzen, welche du während der Corona-Krise entwickelt hast. Hast du das Homeoffice und die Digitalisierung für dich entdeckt oder hast du begonnen, kunstvolle Aquarelle zu malen? Verreist du mehr in der Region oder kochst du seit neuestem selbst? Egal was es ist – freue dich auch über die noch so kleinen Dinge des Lebens.
  2. Bist du mit deiner Firma in die Krise geraten? Musstest du deine MitarbeiterInnen in Kurzarbeit schicken? Es gab Umsatzeinbußen? Finde das Geschenk! Bei jeder Sache gibt es auch immer einen positiven Aspekt. Schaue nur genau hin: Vielleicht konntest du einen Kunden, der sie sowieso genervt hat oder seine Rechnungen nur schleppend bezahlte, loswerden. Oder einen demotivierten Mitarbeiter. Vielleicht hast du dich notgedrungen mehr mit der Digitalisierung deines Unternehmens beschäftigt. Oder einfach mehr Zeit für dich gehabt. Was es auch ist: Finde es heraus – und feiere es!
  3. Stelle dir die Frage, was du aktiv dazu beitragen konntest, deine Situation zu verbessern. Stelle dir vor, du bist jemand, der von oben auf dich selbst und die ganze Situation schaut. Was würde er dir raten? Ändere also deine Perspektive. Anstatt zu beklagen, was durch Corona zerstört oder ausgebremst wurde, gib alles, um einen für dich und dein Unternehmen guten Weg zu finden.
  4. Erfinde dich neu. Was auch immer dich in der Corona-Krise blockiert oder belastet hat: Du entscheidest allein, wie du damit umgehst.
  5. Machen Sie sich die Einstellung „Carpe Diem! Nutze den Tag!“ zur Master-Einstellung. Jeder Tag ist ein Geschenk. Du darfst ihn leben und gestalten. Je weniger du erwartest und bewertest, desto entspannter wird dein Leben. Wenn du glücklich und im Einklang mit dir selbst bist, kann dir die Corona-Krise nicht sehr viel anhaben.
Dr. Yana Fehse
Dr. Yana Fehse ist Psychologin, Mindset-Coach und Expertin für ein souveränes und überzeugendes Auftreten. Sie hat in Hamburg studiert und hat viele Jahre einem Assessment Center des Deutschen Center für Luft- und Raumfahrt (DLR) gearbeitet. Nach der Promotion hat sie als Dozentin an der FOM in Hamburg und danach als Personalleiterin bei einem Energiedienstleister gearbeitet. Seit 2015 ist sie selbstständig als Coach und Trainerin u.a. für eine Unternehmensberatung und viele renommierte Unternehmen tätig, u.a. AIRBUS, OTTO. Heute hat sie sich auf die Persönlichkeitsentwicklung und Unterstützung von UnternehmerInnen und Führungskräften spezialisiert. Ihre Vision ist es, dass möglichst viele Menschen wissen, wie sie die nächsten Schritte auf ihrer Karriere-Leiter erfolgreich und mit viel mehr Überzeugungskraft, Freude und Zuversicht gehen können.

1 Kommentar

  1. Die zweite Impfung war so befreiendes Moment. Zu diesem Zeitpunkt fiel alles von mir ab. Seitdem lebe ich wieder mein ganz normales Leben. Und wenn man Leute trifft, ist Corona mittlerweile überhaupt kein Thema mehr. Vorher war man ja spätestens beim dritten Satz dabei.

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