Die Arbeitsstress-Epidemie: 7 Schritte zu deinem beruflichen Erfolg

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Die Arbeitsstress-Epidemie: 7 Schritte zu deinem beruflichen Erfolg
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Der April ist der Monat des Stressbewusstseins: Vor allem vom Arbeitsstress sind viele betroffen. Er dient dazu, das Bewusstsein für die Auswirkungen der Stress-Epidemie zu schärfen und gesunde Wege zur Stressbewältigung zu finden.

Stress am Arbeitsplatz ist zu einem weltweiten Problem geworden.

Eine Gallup-Umfrage ergab, dass 80 % der amerikanischen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen unter irgendeiner Art von Stress am Arbeitsplatz leiden. Und die Hälfte sagt, dass sie Hilfe brauchen, um zu lernen, wie sie damit umgehen können.

Ein gewisser Arbeitsstress ist normal, aber extremer oder chronischer Druck kann bei ArbeitnehmerInnen ein Schleudertrauma hinterlassen, das ihrer Gesundheit schadet und die Funktionsfähigkeit beeinträchtigt.

Stress macht krank

Studien zeigen, dass chronischer Arbeitsstress genauso schlecht für das geistige und körperliche Wohlbefinden sein kann wie Rauchen oder Bewegungsmangel. Anhaltender Arbeitsstress hält die Abwehrkräfte in höchster Alarmbereitschaft und erhöht das Risiko für Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, chronische Schmerzen und ein geschwächtes Immunsystem.

Die Covid-19-Pandemie hat den Arbeitsstress weiter erhöht und stört fast jeden Aspekt unseres Lebens: von zu Hause über die Schule bis zur Arbeit.

Stress im Zusammenhang mit der Arbeit hat während der Pandemie deutlich zugenommen.

Kürzlich befragte Joblist 1.016 aktuelle Angestellte zu ihren Erfahrungen mit Stress speziell im Zusammenhang mit der Arbeit. Die Befragten waren zu 51,8% Männer und zu 47,7% Frauen. Die Umfrage untersuchte auch, welche Rolle Unternehmen bei der Förderung einer stressreduzierenden Kultur spielen. Fast drei Viertel der MitarbeiterInnen erlebten insgesamt ein mittleres oder hohes Maß an Stress. Allerdings gab nur etwa jeder dritte Befragte an, dass er durch seine Arbeit sehr oder extrem gestresst sei.

Auswirkungen von Arbeitsstress: Mitarbeiter

Die Joblist Umfrage ergab, dass sich Stress auf die Arbeit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen folgendermaßen auswirkt:

  • 48 % der MitarbeiterInnen befürchten negative Konsequenzen – wie die Verweigerung einer Gehaltserhöhung oder Beförderung – wenn sie über ihren Arbeitsstress sprechen. Mehr als ein Drittel der Mitarbeiter hat nicht das Gefühl, dass sie bei der Arbeit offen über ihren Stress sprechen können.
  • Die Befragten gaben häufiger an, dass sie mit niemandem über ihren arbeitsbedingten Stress sprechen würden, wenn sie von zuhause aus arbeiten. Dies ist besonders besorgniserregend, wenn man bedenkt, dass die Arbeit vom Homeoffice aus zunimmt.
  • 47% der Befragten gaben an, dass ein Gespräch mit Kollegen und Kolleginnen sehr oder äußerst effektiv ist, um Stress abzubauen.
  • Ein hohes Arbeitspensum trägt zum Stress bei, gefolgt von der Sorge um die Sicherheit des Arbeitsplatzes.

Auswirkungen von Arbeitsstress: Manager

Bei der Untersuchung des Stressniveaus in Abhängigkeit von der beruflichen Position stellte sich heraus, dass das Vorgesetzten Dasein das berichtete Stressniveau der Befragten sogar leicht reduzierte. Manager und Managerinnen gaben auch häufiger als Nicht-ManagerInnen an, dass sie insgesamt ein niedriges Stressniveau haben.

  • Fast 75 % der Nicht-Manager und Nicht-Managerinnen gaben an, dass sie mäßigen oder hohen Stress durch die Arbeit erleben, verglichen mit weniger als 68 % der ManagerInnen.
  • Nicht-Manager und Nicht-Managerinnen gaben fast doppelt so häufig wie ManagerInnen ein hohes Maß an Gesamtstress an.

Unternehmenskultur und Arbeitsstress

Die Unternehmenskultur spielt eine wichtige Rolle dabei, wie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit Stress umgehen. Unternehmen mit einer Kultur der sicheren und offenen Kommunikation sind der Schlüssel zum Wohlbefinden der MitarbeiterInnen. Und doch sind Unternehmenskulturen, die MitarbeiterInnen ermutigen, über ihren Stress zu sprechen, selten.

  • Nur 17,6 % der Befragten gaben an, dass die Kultur ihres Unternehmens sie in hohem Maße dazu ermutigt, über Stress zu sprechen, und 11,1 % sagten, dass ihre Unternehmenskultur eine solche Kommunikation überhaupt nicht fördert.
  • Die Mehrheit der Befragten gab an, dass ihre Unternehmenskultur sie in moderatem Maße dazu ermutigt, über ihren Stress zu sprechen.
  • Mit dem Anstieg des allgemeinen Stressniveaus sank auch das Produktivitätsniveau.
  • Fast 86% der Befragten gaben an, dass sie bei geringem Stress hoch produktiv waren, verglichen mit nur 53% der Befragten bei hohem Stress.

Es liegt im Interesse der Unternehmen, ein offenes, sicheres und stressfreies Arbeitsumfeld zu fördern.

MitarbeiterInnen, die weniger gestresst sind, sind produktiver und glücklicher bei der Arbeit, und das steigert das Endergebnis des Unternehmens.

Identifiziere deine beruflichen Stressfaktoren

Laut britischen Forschern tragen lange Arbeitswochen in Jobs mit hohem Druck zum Herzinfarktrisiko bei. Angestellte, die mehr als elf Stunden am Tag arbeiten, haben ein um 67 % höheres Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, als Angestellte, die weniger Stunden arbeiten.

MitarbeiterInnen, die doppelte oder dreifache Arbeit leisten, um Budgetkürzungen auszugleichen, wurden am ehesten von stressbedingten Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Stoffwechselstörungen und Müdigkeit außerhalb des Arbeitsplatzes geplagt.

EXTRA: Gefährlich: Bluthochdruck durch Stress

Studien zeigen auch, dass ein lauter Arbeitsplatz die Stresshormone auf ein ungesundes Niveau ansteigen lässt – ein Zustand, der die Herzkranzgefäße verengt und die Blutzufuhr zum Herzen verringert. Menschen, die am Arbeitsplatz chronisch lautem Lärm ausgesetzt sind, haben ein doppelt so hohes Risiko für Herzkrankheiten und Herzinfarkte wie Menschen, die an ruhigeren Orten schuften.

Auch der Arbeitsstil kann zu Arbeitsstress beitragen. Wenn du dich zu einer Karriere mit hohem Stressfaktor hingezogen fühlst, ist es wahrscheinlicher, dass du dich mit unrealistischen Arbeitsanforderungen unter Druck setzt, deine Arbeitsgewohnheiten nicht überwachst, Mittagspausen auslässt oder am Schreibtisch isst und zulässt, dass deine Karriere andere Aspekte deines Lebens in den Schatten stellt.

Stelle einen betrieblichen Gesundheitsplan gegen Arbeitsstress auf

Was sind deine größten Stressfaktoren im Job und was kannst du dagegen tun?

Wahrscheinlich bist du dir nicht bewusst, dass deine Stressreaktion auf Hochtouren läuft, wenn du arbeitest. Vielleicht lässt du dich von deinen Verpflichtungen mitreißen und bemerkst nicht, welchen Tribut – sowohl mental als auch körperlich – Stress im Job von dir fordern kann.

Du kannst deinen Chef oder deine Chefin nicht feuern oder die Firma übernehmen und umstrukturieren. Aber du kannst ein besserer Stressmanager oder eine bessere Stressmanagerin sein.

Hier sind einige Tipps, wie du deine Gesundheit wiederherstellen kannst, wenn du das Gefühl hast, dass der Druck im Job auf dich niederprasselt:

1. Sei proaktiv bei der Selbstfürsorge

Stelle sicher, dass du erkennst, dass du deine Belastungsgrenze erreicht hast – lange bevor die Stress Warnzeichen einsetzen. Anstatt sie zu verdrängen, federe deinen Arbeitstag ab, um den Stress zu mildern.

Vermeide es, dir unrealistische Deadlines zu setzen. Ersetzen Sie „Deadlines“ durch „Lifelines“. Nehme dir „Gesundheitstage“ zusätzlich zu „Krankheitstagen“. Verteile Arbeitsaufgaben auf sinnvolle Zeitfenster. Baue Zeitpolster zwischen Meetings ein. Versuche, 10 oder 15 Minuten früher zur Arbeit zu gehen, damit du deinen Tag nicht überstürzt beginnst und dich in den Arbeitstag hineinfallen lässt, statt sich hineinzukatapultieren.

Schalte am Ende des Tages ab und setze Grenzen, um Deine persönliche und private Zeit zu schützen.

2. Bleibe auf dem Boden und schnappe nach Luft

Sei achtsam mit deiner Umgebung. Achte darauf, was um dich herum ist, und bringe deine Aufmerksamkeit in den gegenwärtigen Moment, um Stress zu reduzieren und mehr Leistungsenergie in einem anspruchsvollen Job zu erzeugen.

Ziehe deine Socken und Schuhe aus und spüre deine Zehen auf dem Boden. Achte genau darauf, wie sich der Boden an deinen Füßen anfühlt. Wenn du ein geöffnetes Fenster hast, konzentriere deine Sinne auf die Natur: Geräusche von zwitschernden Vögeln, der Duft von blühenden Blumen oder der Anblick von Eichhörnchen in den Bäumen.

Nehme dir 60 Sekunden Zeit, um die Geräusche um dich herum wahrzunehmen (Verkehr im Hintergrund, Stimmen in der Ferne, das Glucksen deines Magens) und bemerke dann, wie sich dein Herzschlag verlangsamt, deine Muskeln sich lockern und dein Geist klar wird.

3. Wechsel die Umgebung

Nach draußen zu gehen – auch wenn es nur für 10 oder 15 Minuten ist – gibt deinem müden Geist nicht nur eine Pause, sondern hebt auch deine Stimmung. Esse abseits deines Schreibtisches oder mache einen Spaziergang um den Block oder in einem Park, bevor du zur Arbeit zurückkehrst.

4. Reduziere Überstunden

Um dein Gesundheitsrisiko zu senken, reduziere Überstunden – wenn möglich. Halte dich an den Satz „intelligenter arbeiten, nicht länger„.

5. Meditiere

Mache Entspannungsübungen wie die progressive Muskelentspannung. Achtsamkeitsmeditation am Schreibtisch für nur fünf Minuten ist ebenfalls erholsam. Sie hilft, sich zu entspannen, den Kopf frei zu bekommen und deinen Geist, Körper und die Seele zu erfrischen.

EXTRA: Meditation als Mittel gegen Stress im Job: Tipps für Anfänger

6. Habe einen Ort, an dem du deinen Arbeitsstress ablassen kannst

Laut fast 47 % der Befragten in der Joblist Umfrage ist das Ablassen von Stress sehr oder äußerst effektiv. Vielleicht ist dies der Grund dafür, dass einer von 10 Befragten angab, dass seine Teambesprechungen bei der Arbeit oft oder immer zu Entlastungssitzungen werden.

Zögere nicht, über deinen Arbeitsstress mit einem Stress-Buddy oder mit jemandem zu sprechen, bei dem du dich wohl fühlst. Es hilft, eine helfende Schulter zu haben, an die man sich anlehnen kann und die die Situation versteht.

Manchmal kann das ein Arbeitskollege oder eine Kollegin sein, der oder die unter ähnlichem Druck steht. Oder wenn das nicht möglich ist, wende dich an die Personalabteilung oder suche Hilfe bei einem Berater oder eine Beraterin.

7. Bleibe auch außerhalb des Büros fit

Betrachte deinen Arbeitsplatz als Olympiade.

Deine körperliche und geistige Ausdauer bei der Arbeit hängt davon ab, ob du in guter Form bist.

Bereite dich auf deine Arbeitstage vor, indem du dich auch außerhalb der Arbeit um deine körperliche Gesundheit kümmerst. Versorge dich mit gesunder Ernährung, kräftiger Bewegung und ausreichend Schlaf. Vermeide Nikotin und trinke Alkohol nur in Maßen.

Dieser Artikel wurde von Bryan Robinson, Ph.D. auf Englisch verfasst und am 01. April 2021 auf www.forbes.com veröffentlicht. Wir haben ihn für euch übersetzt, damit wir uns mit unseren LeserInnen zu relevanten Themen austauschen können.

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