Die Einstellung macht’s: Wie du Konflikte bewusst löst

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3 Tipps, wie du vor und nach einer Krise führen kannst
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Im Umgang mit Streitigkeiten am Arbeitsplatz oder zu Hause liegt der Schwerpunkt oft auf Handlungen: was man sagt, wie man es sagt und wann. Aber sich nur darauf zu konzentrieren, kann ein Fehler sein. Was viele Menschen nicht tun, und besonders schwierig ist, wenn man gestresst oder wütend ist, ist, die eigene Denkweise im Konflikt zu betrachten. Das bedeutet, darüber nachzudenken wie sich Einstellungen und innere Überzeugungen darauf auswirken, wie sich Streitigkeiten in der Hitze des Gefechts und auf längere Sicht abspielen. Und wie man den Fokus von „wer hat was gesagt“ verschiebt, um eine positivere Konflikthaltung zu finden.

Eine offene Denkweise einnehmen

Wenn Menschen mit einem Konflikt konfrontiert sind, ist es eine natürliche Reaktion, dies als Bedrohung zu empfinden. Zum Beispiel wenn ein Kollege scharfe Kritik äußert. Oftmals sieht sich die Person, die Kritik erhält, als Opfer und die andere Partei als Täter. Verteidigung und Gegenangriff können dann schnell zu einem Konfliktkreislauf eskalieren. Die beteiligten Parteien verharren oft in ihren bestehenden Positionen und Überzeugungen und verschließen sich anderen Möglichkeiten.

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Der erste Schritt, um eine konfliktfähige Haltung einzunehmen, ist daher offen zu sein. Wenn sich Menschen füreinander und für neue Denkweisen öffnen können, gewinnen sie eher ein Verständnis füreinander. Das hilft letztendlich eine Lösung zu finden.

Während eines schwierigen Gesprächs ist jedoch nicht immer einfach eine offene Einstellung zu bewahren. Was dabei hilft, ist, zu erkennen, dass sich die andere Person so verhält, weil sie sich selbst bedroht fühlt. Das anzuerkennen und nicht zu urteilen, kann helfen, die Situation zu entschärfen und die Bedrohung, die das Gegenüber verspürt, zu reduzieren.

Zu versuchen, die Perspektive der anderen Person nachzuvollziehen und offen dafür zu sein, die eigene Sichtweise zu ändern, kann helfen, einen festgefahrenen Konflikt zu lösen.

Bewusstsein für sich selbst und andere schaffen

Nimm dir einen Moment Zeit, um über die Annahmen und Urteile nachzudenken, die du fällst, wenn du im Konflikt mit einem Kollegen bist:

  • Denkst du zum Beispiel, dass dein Gegenüber absichtlich versucht, dich klein zu machen oder zu schikanieren?
  • Welche Geschichten legst du dir selbst über die andere Person zurecht, um deine Sichtweise zu rechtfertigen?
  • Und welche Geschichten erzählt sie sich wohl über dich?

Wie fühlt es sich an, mit diesem Kollegen zu interagieren? Bekommst du schwitzige Handflächen, eine erhöhte Herzfrequenz oder spannen sich deine Muskeln an? Das sind Anzeichen dafür, dass das Gehirn eine Bedrohung erkennt und die Fight-Flight-Freeze-Reaktion, also Kampf, Flucht oder Erstarren, ausgelöst hat. Diese evolutionäre Reaktion war in Zeiten der Jäger und Sammler essentiell, ist aber im Büro nicht immer so hilfreich. Manchmal sind die physiologischen Anzeichen subtiler, wie z.B. ein Gefühl der Unruhe, Reizbarkeit oder verschwommenes Denken. Wenn du merkst, dass dein Körper auf diese Weise reagiert und herausfindest, was dazu geführt hat, kannst du dir deiner selbst bewusster werden und dich dazu entscheiden, anders zu reagieren.

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Konflikte als Chance betrachten

Offen zu bleiben für neue Möglichkeiten und sich seiner Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen bewusst zu werden, wird dir helfen, dich von nicht hilfreichen Mustern zu befreien und neue Einblicke in das Konfliktmanagement zu gewinnen.

Wenn du Konflikte als eine Chance siehst, mehr über dich und dein Gegenüber zu lernen, kannst du bessere Beziehungen zu deinen KollegInnen aufbauen.

Dabei sind Konfliktlösungsfähigkeiten nützlich, aber eine Konfliktlösungsmentalität ist entscheidend.

Dieser Artikel wurde von Anna Shields auf Englisch verfasst und am 30. April 2021 auf www.forbes.com veröffentlicht. Wir haben ihn für euch übersetzt, damit wir uns mit unseren LeserInnen zu relevanten Themen austauschen können.

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