Storytelling: So ziehst du deine Zuhörer in Bann

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Storytelling: So ziehst du deine Zuhörer in Bann
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Du arbeitest seit zwei Jahren an einem Projekt. Jetzt hast du zehn Minuten, um es einem abteilungsübergreifenden Team zu erklären. Oder du hast ein lebensveränderndes Produkt entwickelt und willst all seine komplexen Facetten offenlegen. Dein Publikum hat keine Ahnung, wie es funktioniert. Du hast fünf Minuten, um es ihnen beizubringen.

Jeden Tag sehen sich Führungskräfte mit solchen Situationen konfrontiert, in denen sie eine Fülle von komplexem Material in Inhalte umwandeln müssen, an die sich Außenstehende, KollegInnen und vielbeschäftigte Führungskräfte erinnern werden. Das bedeutet, großartige Inhalte zu generieren. Hier sind fünf Tipps, um dies zu erreichen.

1. Story priorisieren

Man kennt es: Eigentlich hat man weit mehr Inhalt, als man je brauchen könnte. Wann immer wir mit solchen Zeitlimits konfrontiert sind, ist es verlockend, zu denken:

  • „Wie bekomme ich so viel Inhalt wie möglich rein?“
  • „Wie setze ich Prioritäten hinsichtlich des Materials?“

Streiche diese beiden Fragen. Frage stattdessen: Wie kann ich das Material so strukturieren und gliedern, dass ich daraus eine fesselnde Einleitung, einen Hauptteil und einen runden Schluss machen kann? Wenn du einen Haken findest, kannst du alles herausschneiden, was nicht benötigt wird, um vom Haken zum Ende zu gelangen. Dadurch wird auch der „Fluch des Wissens“ gebrochen. Chip Heath, Professor für organisatorisches Verhalten, beschreibt den „Fluch des Wissens“ auf diese Weise:

„When we are given knowledge, it is impossible to imagine what it’s like to LACK that knowledge.“

Ganz gleich, ob du eine Podcast-Episode, eine Präsentation, einen Pitch oder eine Geschichte, die du in einem Vorstellungsgespräch erzählst, gestaltest: „IRS“ ist ein Story-Format, das dir gute Dienste leisten wird:

  • Intriguing beginning
  • Riveting middle
  • Satisfying end

Da wir mit weit mehr Material konfrontiert sind, als wir vernünftigerweise verwenden können, müssen wir mit der Geschichte beginnen. Sie ist ein starkes Licht, das uns durch das Dickicht der Informationen führt.

2. Erkenne den großen Haken

Erinnerung, Aufmerksamkeit, Emotionen und Vorstellungskraft arbeiten alle zusammen, um uns in Geschichten zu versetzen. Eine Studie des European Journal of Marketing untersuchte die Hirnaktivität der TeilnehmerInnen, während ihnen narrative Videos gezeigt wurden. Die Forscher kamen zu dem Schluss:

„Marketers should attempt to gain focused attention and invoke emotional responses, working memory and imagination to help consumers become narratively transported.“

Wenn also Vorstellungskraft und Aufmerksamkeit zusammenwirken, um dein Publikum in die Welt der Geschichte zu bringen, dann ist es entscheidend, mit einem guten Aufhänger zu beginnen. Einfach, nicht wahr? Nun, Geschichtenerzähler müssen nicht nur einen guten Aufhänger erkennen, wenn sie einen sehen, sie dürfen ihn auch nicht durch das Hinzufügen von zu vielen Informationen vermasseln.

Ein Aufhänger muss konkret sein. Er sollte eine bestimmte Zeit und einen bestimmten Ort haben.

Die Kunst besteht darin, zu wissen, wann man aufhören muss, und nicht zu viele Informationen zu verraten, da sonst die Spannung der Geschichte gebrochen wird.

3. Die Punkte verbinden

Ein befriedigendes Ende verbindet die Punkte deiner Geschichte. Reflexionen eines Leaders/Managers über seine/ihre Führung können in vielen Fällen eher zum Schlummern anregen als befriedigend sein werden. „Wie ist dein Führungsstil?“ oder „Was ist deine Führungsphilosophie?“ CEOs kennen die Antworten auf solche Fragen ebenso gut wie ihre übliche morgendliche Kaffeebestellung.

Glatte Antworten klingen professionell, aber sie sind langweilig.

Wir können es besser machen. Wir müssen kreative Fragen stellen, wenn wir aufmerksamkeitsstarke Inhalte generieren wollen. Das gilt unabhängig davon, ob wir einem Experten Fragen stellen oder uns selbst Fragen stellen, wenn wir dichtes Material durchsieben.

EXTRA: Wie du in 12 Schritten deine Helden-Geschichte erzählst

4. Mach dich auf schwierige Entscheidungen gefasst

Wenn du dein Publikum wirklich ansprechen willst, bereite dich auf Sorgen vor. Großartiges Material zu kürzen tut weh.

Wenn man mit Längen- oder Zeitbeschränkungen konfrontiert ist, muss man sich fragen: „Was ist die Geschichte, die dem Publikum am meisten dient?“ Wenn man seine Mission versteht, kann man diese schwierigen redaktionellen Entscheidungen treffen.

Letztlich geht es bei der Bereitstellung großartiger Inhalte nicht nur um den Inhalt selbst, sondern auch darum, wie das Publikum sie empfängt. Was nicht zusammenhängt, geht für immer verloren, egal wie gut es ist.


Dieser Artikel wurde von Esther Choy auf Englisch verfasst und am 16.08.2020 auf www.forbes.com veröffentlicht. Wir haben ihn für euch übersetzt, damit wir uns mit unseren Lesern zu relevanten Themen austauschen können.

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