10 Denkansätze, die dir in einer Krise helfen

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10 Denkansätze, die dir in einer Krise helfen
© Maksim Šmeljov  – stock.adobe.com

Vielleicht erlebst du gerade nicht die beste Woche, den besten Monat oder das beste Jahr. Verständlich, es gibt viele Leute die das Jahr 2020 gerne streichen möchten. Wenn das nur so einfach wäre. Wenn du zu einer dieser Personen gehörst, haben wir 10 Ratschläge für dich, die dich durch harte Zeiten bringen und dir sogar helfen, gestärkt daraus hervor zu gehen.

1. Akzeptiere die Realität

Wir alle haben eine Vorstellung davon, wie Dinge sein sollten. Wenn unsere Pläne scheitern und die Realität weit von der entfernt ist, auf die wir hingearbeitet haben, hadern wir oft damit. Aber das was uns eigentlich zu schaffen macht, sind nicht die äußeren Umstände, sondern unsere Vorstellung davon, wie diese Umstände sein sollten. Wenn du diese Bilder loslässt und die Realität so akzeptierst, wie sie ist, gewinnst du die Energie zurück, die du für den Kampf gegen diese eingesetzt hast.

2. Du hast schon frühere Herausforderungen gemeistert

Bestimmt sind die Herausforderungen, mit denen du gerade umgehen musst, nicht die gleichen, die du bereits gemeistert hast. Aber du besitzt eine 100-prozentige Erfolgsquote, wenn es um die Bewältigung von schwierigen Situationen geht. Und wenn du an sie zurückdenkst, wirst du dich daran erinnern, dass du dir damals Sorgen gemacht hast, ob du fähig dazu bist sie zu überwinden. Nur um festzustellen, dass du es bist. Die Tendenz, die eigene Belastbarkeit zu unterschätzen, ist immer noch in dir verankert.

Denke daran, dass du fähig dazu bist mit Herausforderungen umzugehen.

Du hast sie schon einmal gemeistert und wirst es wieder tun.  

3. Das schlechte Gefühl bleibt nicht für immer

Nach Forschungen des Harvard-Psychologen Daniel Gilbert, können Menschen ihre Gefühle nur sehr schwer vorhersagen, wenn sie sich in einer schwierigen Situation befinden. Tatsächlich neigen wir in einer Krise dazu zu denken, dass wir uns immer so fühlen werden wie jetzt. Das stimmt aber nicht. Laut Gilbert ist es zwar nicht so, dass Dinge nicht weh tun, aber die Gefühle dauern nicht so lange an und sind nicht so stark wie wir vorhersagen. Also: Egal, wie schlecht du dich jetzt fühlst, sei dir bewusst, dass dies kein Dauerzustand ist.

4. Du bist stärker als deine Probleme

So schwierig deine Lebensumstände momentan auch sind: Du solltest nicht zulassen, dass sie deine Identität definieren. Denn du bist nicht gleichzusetzen mit deinen Problemen, deinem Jobstatus oder deinem Kontoauszug.

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Vermeide es, dich selbst mit einem Etikett zu versehen, das dich eingrenzt, oder dich als Opfer des Lebens darstellt. Denn es sind nicht die Widrigkeiten selbst, die dich formen, sondern wer du bist im Umgang mit ihnen. Lass deine Probleme nicht zu deiner Identität werden.

5. Fokussiere dich nicht auf deine Angst

Je unsicherer unsere Zukunft ist, desto anfälliger sind wir dafür Angstszenarien für die Zukunft auszumalen. Unsere Gehirne konzentrieren sich mehr auf potenzielle Verluste als auf potenzielle Gewinne. Die meisten angstbeladenen Worst-Case-Szenarien treten jedoch nie ein. Durchlebe deine Sorge also vielleicht einmal, aber richte deine Aufmerksamkeit dann auf das was heute vor dir liegt. Wiederhole das gleiche auch morgen. Um Mark Twain zu zitieren:

„Ich bin ein alter Mann und habe viel Schreckliches erlebt, aber zum Glück ist das meiste davon nie eingetroffen.“

6. Es ist in Ordnung sich nicht gut zu fühlen

Trauer, Wut, Enttäuschung, Schmerz, Mutlosigkeit, Frustration oder Neid. All diese Emotionen sind Teil menschlicher Erfahrungen.

Wir leben in einer Gesellschaft in der „positiv sein“ oft übertrieben wird, sodass sich viele schlecht fühlen, weil sie sich schlecht fühlen. Doch du solltest dir die Erlaubnis geben, dich nicht immer gut gelaunt fühlen zu müssen. Auch ein positiver Mensch kann einmal eine schlechte Zeit haben.

  • Alle Emotionen sind legitim und berechtigt.
  • Das Leugnen, Unterdrücken und Überspielen von Emotionen, die bei Herausforderungen ganz normal sind, lässt sie nicht verschwinden.
  • Damit werden sie nur tiefer vergraben bis sie auf ungesunde Weise zum Vorschein kommen.

Negative Emotionen sind notwendig, um sich zu entwickeln. Verurteile dich also nicht, wenn du dich nicht gut fühlst. Und gib nicht vor alles im Griff zu haben, wenn dem nicht so ist. Denn vorzugeben stark zu sein, ist nur Vortäuschen.

Ganz gleich, ob du traurig, wütend, enttäuscht oder einfach nur verzweifelt beim Gedanken an deine Zukunft bist, sei dir gegenüber mitfühlend und gib den Gefühlen den Raum, den sie brauchen. Erkenne ihre Berechtigung an, aber bleibe nicht in ihnen gefangen.

 7. Den Glauben bewahren und weitermachen

Glaube daran, dass, so chaotisch deine Situation auch gerade sein mag, sich auf längere Sicht alles fügen wird. Das lässt Herausforderungen nicht verschwinden, aber es ändert deine Einstellung zu ihnen. Daran zu glauben, dass sich letztendlich alles positiv auf dein Wohl auswirkt, wird deine Fähigkeit das Gute zu sehen und das Beste aus einer Situation zu machen, auch in den größten Herausforderungen, erweitern. Das Handeln aus Angst wird sie hingegen einschränken. 

Vielleicht zeigen dir schwierige Situationen, von denen du denkst, dass sie dir im Weg stehen, nur was tatsächlich dein Weg ist.

8. Zusammenhalt ist in Krisenzeiten wichtig

Ist geteiltes Leid tatsächlich halbes Leid? Zumindest erleichtert es das Leid. Laut verschiedener Studien waren Menschen mit starken sozialen Bindungen bei zunehmendem Druck belastbarer als Menschen ohne diese Bindungen.

Oft überspielen wir es, wenn wir durch schwere Zeiten gehen. Und ziehen uns genau von den Menschen zurück, die uns helfen könnten, die Situation einfacher zu machen. Gerade deshalb ist es so wichtig, sich nicht von der Angst schwach oder bedürftig zu erscheinen, abhalten zu lassen, ehrlich zu sein und sich anderen anzuvertrauen. Verbindungen zu anderen sind viel tiefer, wenn man Sorgen und Verletzlichkeiten teilt, als nur Siege und Erfolge.  

Wenn du also gerade keine einfache Zeit durchlebst, ist es wichtig sich den Menschen anzuvertrauen, von denen du weißt, dass sie für dich da sind.

Um Hilfe zu bitten, ist nie ein Zeichen von Schwäche.

Es ist ein Zeichen von Mut, das zeigt, dass du stärker werden möchtest.

9. Schlechte Zeiten helfen dir dich weiterzuentwickeln

Du wärst nicht ansatzweise die Person, die du jetzt bist, wenn alles wie gewünscht nach Plan verlaufen wäre. Vielleicht hast du dir deine momentane Situation nicht ausgesucht, aber sie ist eine stille Einladung an dich, dich weiterzuentwickeln. Schlechte Zeiten sind ein Weg persönliche Aspekte, wie Stärken oder Talente, kennenzulernen, zu denen du sonst keinen Zugang hättest. Nimm unbehagliche Emotionen an, da sie dir die Möglichkeit bieten zu lernen und zu wachsen.

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Denn Wachstum und Wohlbefinden gehen nicht unbedingt miteinander einher. Nur weil eine Erfahrung hart ist, bedeutet das nicht, dass sie schlecht ist. Manchmal kann sich das Schlimmste, was dir je passiert ist, später als das Beste herausstellen.

10. Vertraue dir selbst

Die meisten Menschen unterschätzen ihre Belastbarkeit. Sie stellen sich Situationen vor, die sie nicht meistern könnten. Wenn sie dann jedoch mit einer Krise konfrontiert werden, merken sie, dass sie viel belastbarer sind als angenommen. 

Dir selbst zu vertrauen, verändert die Erlebnisse, die dir widerfahren vielleicht nicht, aber es verändert, wie du sie erlebst. Je mehr du dir vertraust, dass du etwas schaffst, desto eher wirst du es tatsächlich tun.

*Dieser Artikel wurde von Margie Warrell auf Englisch verfasst und am 22.05.2020 auf forbes.com veröffentlicht. Wir haben ihn für euch übersetzt, damit wir uns mit unseren Lesern zu relevanten Themen austauschen können.

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