Warum eine große Reichweite nicht automatisch reich macht

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Warum eine große Reichweite nicht automatisch reich macht
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Du möchtest InfluencerIn werden und am Monatsende eine Menge Geld auf dem Konto haben, ohne dafür viel getan zu haben? Von einer großen Reichweite auf Social Media träumen aktuell immer mehr, vor allem sehr junge Menschen. Doch wirft man einen Blick hinter die Kulissen der scheinbar so erfolgreichen Social-Media-Welt, wird man schnell eines Besseren belehrt.

Nur weil jemand viele Follower hat, heißt das nämlich noch lange nicht, dass er oder sie die Menschen, die ihm oder ihr auf Instagram, TikTok und Co. folgen, auch wirklich erreicht und mit ihnen Umsätze generiert. Dennoch gibt es Möglichkeiten, um auf diesem Wege erfolgreich zu sein. Doch wie kannst du deinen Traum vom digitalen Business wahrwerden lassen?

Wie das funktioniert, weiß Marketing-Experte Andreas Baulig. So ist es laut ihm unumgänglich, seine persönliche Nische zu finden. Gib deine eigene Expertise an eine ganz bestimmte Zielgruppe weiter. Es sind schon viele Möchtegern-InfluencerInnen gescheitert. Weshalb? Sie waren der Meinung, dass sie am meisten erreichen, wenn sie zu scheinbar jedem Thema und zu jedem Produkt etwas zu sagen haben.

Eine große Reichweite muss nichts mit deinem Erfolg im Internet zu tun haben? Die folgenden vier Punkte zeigen, warum es sich dabei um keinen Denkfehler handelt.

1. Follow-Button gedrückt – und jetzt?

Jeder zweite Mensch auf der Welt nutzt mittlerweile Instagram und Co. Betrachten wir einmal unser eigenes Internetverhalten, stellen wir fest, dass wir den meisten Accounts nur folgen, um auf dem neuesten Stand zu bleiben, mit FreundInnen und KollegInnen mitreden zu können oder uns einfach nur die Zeit zu vertreiben.

EXTRA: TikTok: 5 Tipps, um Reichweite aufzubauen

Wann aber hat ein Besuch auf einer Social-Media-Plattform das letzte Mal wirklich dazu geführt, dass du dir etwas gekauft hast oder dich ernsthaft mit einem bestimmten Produkt auseinandergesetzt hast? Wie oft hast du in einer Story schon „nach oben gewischt“, um das beworbene Produkt tatsächlich zu bestellen?

Viele Follower zu haben bedeutet eben nicht zwangsläufig, dass man mit diesen auch Geld generieren kann.

Wird nur geguckt und nicht gekauft, verändert sich zwar die Zahl deiner AbonnentInnen, aber nicht die auf deinem Bankkonto. Diesen wichtigen Faktor solltest du nie aus den Augen verlieren, wenn es dein Ziel ist, mithilfe von Instagram oder ähnlichen Seiten, Geld zu verdienen.

So ist es nicht unüblich, dass viele der scheinbar so erfolgreichen InfluencerInnen, nebenher noch einem gewöhnlichen Beruf nachgehen, um sich ihr vermeintlich luxuriöses Leben überhaupt leisten zu können. Und das trotz ihrer Reichweite!

2. Authentizität als Schlüsselwort

Um mithilfe von Werbung im Internet wirklich erfolgreich zu sein, ist es wichtig, seinen ganz eigenen Bereich zu finden, hinter dem man auch glaubwürdig stehen kann. Es macht wenig Sinn, heute für Sport und einen gesunden, natürlichen Lifestyle zu werben, nur um sich am nächsten Tag mit einen Burger aus einem Fastfood Restaurant ablichten zu lassen und zeitgleich irgendwelche Abnehmpillen anzupreisen.

Ebenso sollten die Produkte, die du bewirbst, nicht aus zig verschiedenen Sparten stammen. Statt für Zahnaufhellung, Eiweißshake und Markenuhr zu werben, ist es klüger, sich auf einen speziellen Bereich zu fokussieren. Andernfalls verlierst du sehr schnell an Glaubwürdigkeit und deine Follower werden nicht bereit sein, für die von dir angepriesenen Produkte Geld auszugeben.

Finde stattdessen lieber heraus, welcher Bereich dir wirklich am Herzen liegt und zu welchen Produkten du etwas zu sagen hast. Auf diese Weise wird es dir viel leichter gelingen, Follower mit echten Kaufabsichten auf deine Seite zu locken. 500 Menschen, die sich ernsthaft für ein Produkt interessieren, sind für dich um einiges mehr wert als 2000 Follower, die sich einfach nur so zur Unterhaltung deine Stories ansehen.

3. Nur gut aussehen ist zu wenig

Es gibt sie mittlerweile wie Sand am Meer: Die InfluencerInnen, die:

  • Tag für Tag perfekt gestylt in die Kamera grinsen
  • ihr privates Leben in Szene setzen
  • jedem Trend nach gehen, der ihnen begegnet

Das mag für Unterhaltung sorgen und so die Reichweite steigen lassen, aber damit war es das in der Regel auch schon.

Geld verdient heutzutage derjenige, der es schafft Probleme zu lösen.

Das Ziel sollte also sein, eine Zielgruppe zu finden, für deren Problem man gebührenpflichtig eine Lösung parat hat. Analysiere deine Follower, finde heraus was diese bewegt und beschäftigt. Bestenfalls trittst du in direkten Kontakt mit ihnen und stellst so eine persönliche Bindung her.

4. Überzeuge durch Professionalität

Hast du deine Zielgruppe gefunden und dich auf eine Nische spezialisiert, in der du über echtes Expertenwissen verfügst, beziehungsweise dir dieses angeeignet hast, ist bereits ein wichtiger Schritt getan, um als InfluencerIn erfolgreich zu sein. Um sich nun jedoch wirklich von der Masse abheben zu können benötigst du eine gut durchdachte Marketingstrategie.

EXTRA: Du willst deine Reichweite steigern? 3 Tipps

Den Gutschein-Code XY für einen Preisnachlass von 10% einfallslos in der rechten Ecke der Story zu platzieren, wird unbeachtet an den meisten Followern vorbeigehen. Daneben kann es auch die Unternehmen bremsen, den Geldbeutel für die Produkterwähnung etwas weiter zu öffnen. Sei kreativ und mache es anders als die breite Masse.

Lass deine Follower sowie auch die Unternehmen spüren, dass du von den Produkten überzeugt bist. Zum einen erreichst du den Menschen hinter dem Bildschirm auf eine ganze andere Weise. Zum anderen wird sich auch dein Werbepartner über das Engagement freuen, so dass er sich eine erneute Kooperation eventuell etwas mehr kosten lassen wird.

Fazit

Viel Reichweite bedeutet zwangsläufig nicht viel Einkommen.

So ist es sogar sehr wahrscheinlich, dass ein Account mit 250k Abonnenten weniger Geld generiert, als ein Account mit nur 5k. Es kommt letztendlich darauf an, wer die Follower sind und was sie bereit sind zu tun, beziehungsweise auszugeben.

Finde deine persönliche Nische, in der du der Experte oder die Expertin bist. Somit erhöhst du deine Chancen, Menschen mit ernsthaften Kaufabsichten zu erreichen und mit der, von dir gemachten Werbung erfolgreich zu sein. Zudem werden AuftraggeberInnen bevorzugt mit dir zusammenarbeiten, wenn du authentisch hinter den Produkten stehst. Einem lukrativen InfluencerInnen-Dasein steht mit diesen Tipps also nichts mehr im Wege.

Andreas Baulig
Andreas Baulig ist Gründer und Geschäftsführer der Baulig Consulting GmbH. Gemeinsam mit seinen beiden Brüdern coacht er Trainer, Experten, Dienstleister und Agenturen zum Erfolg. Dabei hat er sich auf die Online-Neukundengewinnung spezialisiert. Quelle: Baulig Consulting GmbH

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