Neuromarketing: Sinnvoll oder nur Manipulation des Kunden?

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Neuromarketing: Sinnvoll oder nur Manipulation des Kunden?
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Kunden, Ansprüche und Transparenz verändern sich schnell. Die Frage ist, ob du dich schnell genug neu ausrichten und anpassen kannst. Denn es geht hier nicht um Prozesse. Im (Neuro)Marketing geht es um den Sinn, um die Kommunikation und schlussendlich um Menschen.

Zahlen, Daten, Fakten berühren niemanden

Geglättete Texte und Kommunikationsdunstwolken à la „Wir sind die Besten“ sind heute Gründe, um eine Website zu verlassen und das Unternehmen innerlich abzuschreiben.

Erwünscht sind Emotionen, Geschichten und der Blick hinter die Kulissen. Und das in einer absolut authentischen Art.

Du darfst also gerne erzählen, warum das Unternehmen entstanden ist. Was dich persönlich antreibt. Vor welchen Herausforderungen du stehst. Du machst damit deinen Sinn transparent. Und Menschen, die den gleichen Sinn, die gleichen Werte haben, werden sich davon angezogen fühlen.

Wie genau funktioniert der Mensch eigentlich?

Vor allem, wie und warum entscheidet er sich für oder gegen ein Produkt oder eine Dienstleistung? Neurowissenschaftler sind sich einig:

Der Mensch entscheidet zu 70 bis 95 Prozent unbewusst und gibt sich dann eine „logische Erklärung“.

Wenn wir danach fragen, erhalten wir deshalb sehr oft falsche Erklärungen. Weil der Mensch nicht weiß, warum er sich für oder gegen das neue Produkt entschieden hat. Oft war es nur so ein „Gefühl“, er kann es gar nicht rational erklären. Aber welche Trigger (Auslöser) funktionieren? Wie kannst du Kunden subtil und fast unbemerkt „beeinflussen“? Und ist das erlaubt?

Neuromarketing ist gar nicht so neu

Kommst du nach Feierabend in den Supermarkt, riecht es verführerisch nach frischem Brot. Weil man natürlich das Brot direkt im Laden aufbackt, was zufällig den Hunger bemerkbar macht und den Brotverkauf ankurbelt. Wie viele Ikea-Kunden schaffen es wohl, ohne Servietten oder Kerzen den Laden zu verlassen? Zu geschickt sind die Waren präsentiert, der Preis gehirngerecht geschmiedet und die Platzierung überlegt gewählt. Servietten kann man ja immer brauchen. Natürlich ist das alles Manipulation. Aber ist das wirklich so schlimm? Mal ehrlich: Wenn man vollumfänglich von seinem Produkt oder seiner Dienstleistung überzeugt ist, dann sollte man auch dafür sorgen, dass die potenziellen Kunden davon erfahren und zugreifen.

„70 Prozent der Websites sind Kundenblocker“

Meine Behauptung sorgt immer wieder für Erstaunen. Zu sehr ist man mit sich und dem eigenen Unternehmen beschäftigt, als dass man den Fokus klar auf seine Kunden, deren Wünsche und die Psychologie des Kunden legt. Und dies nicht nur bei der schriftlichen Kommunikation, wie Werbeflyern, Broschüren oder der Website. Wer heute in Facebook und Co. immer noch „Content Media“ betreibt, merkt schnell: Reichweiten brechen ein, weil die Interaktion mit den Kunden nicht stattfand. Weil man hauptsächlich seine Marketing- und Verkaufsbotschaft platzieren wollte, ohne darauf zu achten, was im Kunden eigentlich vor- und abgeht.

Es ist eben nicht „Content Media“, sondern „Social Media“ verlangt.

Also nicht geschliffene Artikel werden geliked oder kommentiert, sondern deine Meinung, die Geschichten und Denkansätze deiner Mitarbeiter/innen. Das bedingt offene und ehrliche Kommunikation.

EXTRA: 8 Ideen für eine starke, emotionale Kundenbindung

Echte Menschen statt nur heißer (Kommunikations-)Luft

Neuromarketing ist keine wissenschaftliche Arbeit mit Ordnern voller schöner Excel- und Powerpoint-Grafiken.

Willst du allerdings wirklich praxisorientiert vorgehen und Erkenntnisse aus Neuromarketing und Psychologie umsetzen, ist dies problemlos möglich. Du musst einfach nur deine Kommunikation ändern! Kunden wollen heute mehr wissen über dein Unternehmen und die Menschen, die darin arbeiten. Sie haben keine Lust mehr auf heiße Luft in der Kommunikation. Sie wollen echte Menschen. Also dich! Unternehmen, die das nicht rechtzeitig erkennen, werden in Zukunft massive Probleme bekommen bei der Rekrutierung von neuen, guten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Und in der Konsequenz auch Kunden verlieren.

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Stefan Dudas
Der Keynote-Speaker, Coach und Autor Stefan Dudas legt das Fundament für neue Denkansätze.

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