Marketing in China: 7 Tipps, um deine Marke zu etablieren

212
Marketing in China: 7 Tipps, um deine Marke zu etablieren
Bild: Adobe Stock | © kromkrathog

Das enorme Wachstum des chinesischen Markts ist nicht mehr zu übersehen. Als zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt ist China bereits jetzt der größte Markt für viele Produkte und wächst weiterhin mit erstaunlicher Geschwindigkeit. Bis zum Jahr 2030 dürfte die Volksrepublik sogar zur größten Wirtschaftsmacht der Welt werden. Da macht es durchaus Sinn sich als Unternehmen, ganz gleich welcher Art und Größe, Gedanken über eine Expansion nach China zu machen.

Allerdings kannst du dein Produkt und dein aktuelles Marketing nicht ohne Weiteres für den chinesischen Markt so übernehmen. Naja, zumindest nicht, wenn du Erfolg haben willst. Viele Unternehmen scheitern daran, China zu knacken, nur weil ihr Marketing nicht zur chinesischen Zielgruppe passt. Chinesische Verbraucher bevorzugen verschiedene Arten der Werbung, sie verwenden unterschiedliche Technologien zum Einkaufen und sie beurteilen die Produktpreise unterschiedlich. Wenn du in den chinesischen Markt einsteigen willst, musst du dein Produkt so vermarkten, dass es für China funktioniert.

1. Marketingkalender anpassen

Unsere westliche Märkte sind stark auf Feiertage und Anlässe wie Weihnachten und Black Friday ausgerichtet. Kein Vermarkter würde davon träumen, sich diese Verkaufsanlässe entgehen zu lassen. Viele Unternehmen konzentrieren sich jedoch nicht auf die Anlässe und Feiertage, die auf dem chinesischen Markt von genauso großer Bedeutung sind. Das Mondneujahr, das ungefähr auf Ende Januar bis Ende Februar fällt, ist eine wichtige Jahreszeit, die mit einer großen kommerziellen Aktivität in China verbunden ist. Es gibt auch den Singles Day am 11. November, eine Art Anti-Valentinstag-Feier, die Singles dazu ermutigt, sich selbst Geschenke zu kaufen. Im Jahr 2017 erzielte der Singles Day in China einen Rekordumsatz von 25 Milliarden Dollar. Achten also darauf, dass du deinen Marketingkalender an chinesische Veranstaltungen anpasst, damit dir so etwas nicht entgeht.

2. Fokussiere dich auf Social Media

Lerne, wie chinesische Social-Media-Plattformen wie WeChat und Weibo funktionieren. Digitales Marketing verzeichnet einen rasanten Wachstum in China, versierte Unternehmen führen dort unglaublich erfolgreiche Social-Media-Marketingkampagnen durch. Wenn deine Werbung leicht zu teilen ist, wird sie sich auf dem chinesischen Markt, wo Mundpropaganda und Empfehlungen viel Gewicht haben, wahnsinnig schnell verbreiten. WeChat, eine der größten Social Media- und Messaging-Applikationen, bietet eine Direktzahlungsoption (WePay), mit der du Leute, die sich deine Werbung ansehen, effizient und kinderleicht als Kunden gewinnen kannst.

3. QR-Codes verwenden

QR-Codes sind für dein Marketing in China unerlässlich. Mit WePay und einem QR-Code können chinesische Kunden mit ihrem Handy Produkte im stationären Handel bezahlen und somit komplett auf Bargeld und Kreditkarte verzichten. Die Chinesen kaufen mehr Produkte mit ihrem Smartphone als beispielsweise Verbraucher in den USA und Großbritannien, die Verwendung von QR-Codes erleichtert das natürlich enorm.

Die Einführung von QR-Codes in China führte bis zur Integration der QR-Lesetechnologie zu massiven Rückgängen beim Einsatz von Geldautomaten und POS-Geräten.

Diese kleinen schwarz-weißen Kästchen haben die Art und Weise, wie Menschen in China einkaufen, grundlegend verändert – Es wäre fatal, wenn du das für deine Produkte einfach ignorierst. Bei uns im Westen sind QR-Codes vielleicht nicht sehr beliebt, aber im China-Marketing spielen sie eine unglaublich wertvolle Rolle.

4. Die richtige Preisgestaltung

Denk sorgfältig über deine Preisstrategie nach, bevor du dein Produkt in China vermarktest. Das Einkommen der Menschen variiert in China sehr stark, der Verkauf eines Produkts zum selben Preis in ganz China wird deshalb in der Regel nicht funktionieren. So ist beispielsweise das durchschnittliche Einkommen in Ostchina etwa zweieinhalb Mal höher als in Zentralchina und fast dreimal höher als in Westchina. Achte also darauf, deine Preise an die jeweiligen Regionen anzupassen.

Chinesische Verbraucher unterschieden sich auch sehr stark in dem Denken von uns, was der Preispunkt über die Hochwertigkeit eines Produkt aussagt. Marken werden möglicherweise nicht als luxuriös oder qualitativ hochwertig wahrgenommen, wenn die Preise zu niedrig sind – Eine starke Marke wird dann erfolgreich sein, wenn deren Preise in China erhöht werden.

5. Hebe die Qualität hervor, nicht den Preis

In diesem Sinne ist es sinnvoll, dich bei der Werbung in China auf die Qualität und das Prestige deines Produkts zu konzentrieren anstatt auf den Preis. Während es bei westlicher Werbung Sinn macht, sich darauf zu konzentrieren, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu erzielen und den niedrigstmöglichen Preis zu zahlen, pointieren chinesische Werbespots den eigentlichen Stil eines Produkts und die Stimmung, die es hervorruft. Ein Produkt als günstig hervorzuheben, ist in diesem Markt also keine gute Idee.

Buchtipp: China-Marketing: Geschäftserfolg im Reich der Mitte

Buchtipp: China Marketing

Gebundenes Buch: 52 Seiten
Erschienen am:
06. November 2015
Sprache:
Deutsch

Preis: 14,99 €

Auf Amazon ansehen

6. Marktspezifische Kampagnen erstellen

Chinesische Werbung legt viel mehr Wert auf Ästhetik und Stimmung als auf informationsintensiven Text oder Audio. Das chinesische Publikum bevorzugt Werbung, die auf Familie und Optimismus sowie Stil, Anspruch und emotionale Wärme abzielt. Auch hier funktionieren Unterschiedliche Stile in den verschiedenen Teilen Chinas unterschiedlich gut: Östliche Verbraucher schätzen modische Werbespots, der Norden hingegen eher familienorientierte Werbung. Du merkst also: Während Informationen natürlich wichtig sind, ist es wichtiger, dass dein Marketing den richtigen Ton trifft – emotionsorientierte Werbung lautet das Zauberwort.

7. Augen auf bei der Übersetzung

Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber leider machen viele Unternehmen diesen Fehler. Achte darauf, dass dein chinesischer Marketing-Content in korrektem Chinesisch verfasst ist. Wende dich an einen chinesischen Muttersprachler, den du kennst, oder such dir einen seriösen chinesischen Dolmetscher über das Internet, der dir bei der Übersetzung deiner Inhalte hilft. Stelle sicher, dass deine Übersetzung grammatikalisch und inhaltlich Sinn ergibt. Die Verwendung von falschem Chinesisch kann dich unprofessionell aussehen lassen, dein Unternehmen zur Lachnummer machen oder, schlimmer noch, deinen Zielmarkt beleidigen.

Dieser Artikel wurde auf Englisch verfasst und am 26.11.2018 auf www.floship.com veröffentlicht. Wir haben ihn für euch übersetzt, damit wir uns mit unseren Lesern zu relevanten Themen austauschen können!

Du willst nichts mehr verpassen?

Kommentiere den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein