Projekte mit vielen Generationen: Keine Konflikte zwischen Jung und Alt

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Projekte mit vielen Generationen: Keine Konflikte zwischen Jung und Alt
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Damit zukunftsgerichtetes Arbeiten und Innovationskraft in Unternehmen nicht nachlassen, werden immer wieder neue Projekte geplant und durchgeführt. Allerdings kann dieser Ansporn gerade dort, wo Projektbeteiligte verschiedener Generationen aufeinandertreffen, auch Herausforderungen mit sich bringen.

Beispielsweise, wenn:

  • sich ältere MitarbeiterInnen von den Ansichten und Arbeitsweisen jüngerer KollegInnen überrumpelt fühlen
  • oder wenn jüngere Angestellte durch Aussagen wie „Das machen wir schon immer so“ ausgebremst werden.

Letztendlich verfolgen aber alle das gleiche Ziel: das Unternehmen zum Erfolg zu führen. Dabei lernen die unterschiedlichen Generationen meist sogar voneinander.

Generationen: Baby Boomer, Millennials und „Gen Z“-Neulinge

In der Berufswelt arbeiten aktuell vier und vereinzelt noch fünf Generationen miteinander, die sehr unterschiedliche Erwartungen an den Arbeitsplatz haben.

Die wenigen noch berufstätigen TraditionalistInnen, die bis 1945 geboren wurden, sowie die Baby Boomer sind loyale, pflichtbewusste VerfechterInnen von Kontinuität im Unternehmen. Sie haben oft Führungspositionen inne und bevorzugen meist einen Führungsstil, der ausgewählte Strategien vorgibt und Entscheidungen für das gesamte Team trifft.

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Für die Generation X hat die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hohe Priorität. Zudem wünschen sie sich, dass Meinungen der Angestellten gehört werden, es aber dennoch eine zentrale Führungskraft gibt.

Millennials sowie die Generation Z sind mit digitalen Medien aufgewachsen und streben deshalb nach Arbeitserleichterungen durch neue Technologien. Während Millennials großen Wert auf eine ausgewogene Work- Life-Balance, Handlungsautonomie sowie Vertrauen und offenen Meinungsaustausch legen, dreht sich die Arbeitswelt der Gen Z völlig um das Thema Digitalisierung. Technische Kompetenzen und die Möglichkeit, ihre Arbeit aufgrund von digitalen Entwicklungen von überall ausführen zu können, sind für sie selbstverständlich. Dabei stellt Generation Z Altbewährtes in Frage.

Reagiere gezielt dort, wo Konfliktpotenzial lauert

In den letzten 30 Jahren hat sich der Umgang des Managements mit den Angestellten zugunsten von Respekt und Meinungsfreiheit positiv verändert. Es ist auch seit jeher das Recht der Jüngeren, frische Ideen und revolutionäre Gedanken einzubringen, denn auch einst moderne Prozesse sind irgendwann überholt. Dabei ist es aber nicht ihr Recht, die Erfahrungen und Leistungen der vorherigen Generation zu ignorieren oder zu negieren.

Ältere MitarbeiterInnen verbessern dein Unternehmen. Allerdings müssen Ältere wiederum offen sein für neue, ausgefallene Vorschläge, denn auch wenn etwas gut läuft, sind Optimierungen möglich. Treffen hier also unterschiedliche Einstellungen aufeinander, gibt es Konfliktpotenzial. Deshalb solltest du Rahmenbedingungen für die Berücksichtigung der Bedürfnisse aller Angestellten schaffen wie eine betriebliche Gesundheitsförderung, die nachweislich Arbeitszufriedenheit, Wohlbefinden und Motivation im Unternehmen erhöht.

Außerdem musst du Strategien entwickeln, die einerseits Wissen und Erfahrung der älteren Generationen sichern, bevor sie in den Ruhestand gehen, und andererseits junge ArbeitnehmerInnen und BerufseinsteigerInnen langfristig binden.

Profitiere von Generationen-Vielfalt

KollegInnen mit langjähriger Erfahrung können jungen UnternehmerInnen wertvolle Tipps mit auf den Weg geben. Stelle deshalb vielfältige Teams zusammen und hole auch „alte Hasen“ mit ins Boot, um von ihrem umfangreichen Wissen zu profitieren, wie Beziehungen zu PartnerInnen oder Know-how über Produkte.

Auch in puncto Kreativität bedeutet jahrzehntelange Erfahrung nicht gleich verstaubte Denkweisen. Dennoch fühlen sich ältere Generationen oft sicherer, wenn Unternehmensprozesse immer gleich ablaufen. Gleiche Abläufe bedeuten zwar Sicherheit, aber auch Stillstand. Deswegen können junge Generationen im Gegenzug dabei helfen, wenn es um die Vermittlung digitaler Themen geht. Mit abgestimmten Mentoring-Programmen kann ein Wissenstransfer in alle Richtungen stattfinden.

Integriere Offenheit und Respekt in der Unternehmenskultur

Für eine wirklich fruchtbare Generationenvermischung musst du zwei wichtige Grundsteine fest in der Unternehmenskultur verankern: Transparenz und Wertschätzung.

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Dazu zählt eine dauerhaft offene Kommunikation über Aufgaben und Zuständigkeiten. Sind MitarbeiterInnen nicht in alle Aktivitäten eingeweiht, entsteht Unsicherheit und Unzufriedenheit. Mehr Transparenz und Vertrauen schaffst du, wenn jede Person im Team zu jedem Zeitpunkt weiß, wer wann welche Aufgabe erledigt und warum.

Zugleich muss ehrliche Wertschätzung herrschen. Hierbei gilt nicht nur „Respekt vor dem Alter“, sondern auch respektvoller Umgang mit jüngeren KollegInnen. Eine offene und respektvolle Feedback-Kultur beinhaltet die Kommunikation von Erwartungen, Bedürfnissen und Wünschen, sodass diese in Prozesse einfließen können.

Um Alt und Jung zusammenzubringen, musst du statt Vereinheitlichung Diversität als innovationstreibende Kraft fördern, damit die Potenziale aller Teammitglieder gewinnbringend zusammenwirken.

Petra Menzel
Petra Menzel, Geschäftsführerin der Gordion Projects GmbH, verfügt über 20 Jahre Erfahrung im Projektmanagement in nationalen sowie internationalen Unternehmen und hat sich zum Ziel gesetzt, neuartige und ganzheitliche Lösungsansätze für schwierige Projektsituationen zu entwickeln. In Workshops vermittelt sie ihr umfangreiches Praxiswissen und löst Probleme in den Bereichen Digitalisierung, Kommunikation, Prozesse und Organisation mit der eigens entwickelten „Gordion Projects Management“-Methode. Weitere Informationen unter gordion-projects.com

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