Mit diesen Tipps schießt du die perfekten Mitarbeiter-Fotos!

4944
Mit diesen Tipps schießt du die perfekten Mitarbeiter-Fotos!
© olly - fotolia.de

Egal ob trendiges Startup, schicke Werbeagentur oder renommiertes Versicherungsunternehmen: Potenzielle KundInnen und PartnerInnen schauen sich auf der Firmenwebsite immer gerne die Bilder der MitarbeiterInnen an. Mitarbeiterfotos sagen viel mehr aus als ein Firmenlogo oder ein Werbespruch. Sind einem die ChefInnen und MacherInnen dieses Unternehmens sympathisch? Das kann man oft erst nach einem ersten Treffen beurteilen. Mitarbeiterfotos auf der Website schaffen aber die Möglichkeit, sich unverbindlich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Folgende Tipps sorgen für gelungene Mitarbeiterfotos – damit schon der erste Eindruck überzeugt.

Vorbereitungen auf das Mitarbeiter-Shooting

Der Termin für das Shooting sollte rund zwei Wochen im Voraus geplant werden. Am besten gleich legt man mehrere Zeitfenster an zwei aufeinanderfolgenden Tagen fest. Das minimiert das Risiko von Bad-Hair-Days und Kaffeeflecken auf dem Hemd. Wenn die Termine stehen, müssen alle MitarbeiterInnen natürlich rechtzeitig darüber informiert werden, wer wann mit wem in welchem Dress vor die Linse kommt. So kann Hektik vor dem Shooting vermieden werden. FotografIn und die Ausrüstung (siehe Checkliste) sind bereit und ein bis zwei HelferInnen für die Lichteinstellungen wissen Bescheid. Ein paar Snacks und Getränke überbrücken kleine Wartezeiten für den nächsten KandidatInnen.

Beim Shooting: Bitte recht freundlich …

Die Basics für Einzelportraits: Der/Die FotografIn schießt die Fotos auf Augenhöhe der Portraitierten, die am besten ihren Blick knapp über die Linse ausrichten, etwa auf die Stirn des/der FotografIn. Der Abstand zwischen Linse und Gesicht sollte ungefähr zwei Meter betragen, bei einer Brennweite von ungefähr 50 mm entspricht das fast der menschlichen Wahrnehmung. Dabei die Belichtungszeit unter 1/60sek halten und mit großer Blende (=geringer Blendenwert) arbeiten.

Mitarbeiter-Fotos: Qualität durch Quantität?

Empfehlenswert ist, immer gleich mehrere Bilder derselben Person zu schießen – am besten in verschiedenen Posen. Hinterher kann dann in Ruhe aussortiert werden. Es muss viel, aber weiches Licht vorhanden sein. Also helfen beispielsweise indirekte Lichtquellen wie Deckenfluter dabei, keine Schatten im Gesicht und nur weiche Schatten im Hintergrund entstehen zu lassen.

EXTRA: Produktfotos mit Charakter: So stichst du aus der Masse heraus

Mit Pose, aber kein Posing

Grundsätzlich empfinden BetrachterInnen eine offene und sympathische Körperhaltung und Darstellung der abgelichteten Person am angenehmsten. Der/die FotografIn arbeitet mit dem Modell zusammen, lobt, animiert zum Lächeln und gibt Anweisungen zur richtigen Pose. Ernste Senior-ChefInnen muss man aber auch nicht zum Lächeln zwingen, wenn dies nicht ihrem Naturell entspricht.

Extravaganz für die Fotos bitte vermeiden

Künstliche Posen wie „Daumen hoch!“ oder „High 5“ lieber ganz vermeiden – denn das wirkt schnell unseriös. Auch verschränkte Arme erscheinen bei BerufsanfängerInnen eher amüsant. Einfache Steh-Posen stellen Modelle vorteilhaft ins rechte Licht: in aufrechter Haltung mit leicht nach hinten geneigten Schultern steht der Fotografierte leicht zur Seite gedreht und schaut in die Kamera.

Einzelkämpfer und Teamportraits

Es ist ratsam, zuerst das Teamfoto zur Auflockerung und dann die Einzelportraits zu schießen. Je nach Anzahl der Personen sind Teamfotos mit maximal fünf Personen günstig, damit alle erkennbar sind. Jedes Team hat seinen Termin mit einem Zeitfenster von mindestens 30 Minuten. Hier bieten Serienbild-Aufnahmen Vorteile, um Blinzler auf dem Foto zu vermeiden.

Das Team stellt sich am besten locker mit kleinen Abständen auf – also bitte nicht wie beim Militär oder Schulausflug. Der/die FotografIn wählt dann einen schrägen Blickwinkel von beispielsweise 45 Grad zur Achse, auf der das Team steht. Niemand soll unscharf abgelichtet werden, das bedingt eine größere Schärfentiefe also größeren Blendenwert (der durch eine längere Belichtungszeit ausgeglichen wird). Je nach Branche und Kundengruppe können dynamische Bilder mit Requisiten oder angedeuteter Bewegung spannend wirken.

Blitz, Licht und Hintergrund

Ein gleichmäßig ausgeleuchteter Raum bietet die besten Voraussetzungen für Portraitfotos. Empfehlenswert ist zum Beispiel ein Konferenzraum mit großen Fensterfronten, der bei Bedarf mit weiteren Lichtquellen ergänzt werden kann. Gegen unschöne Schlagschatten vom Fensterlicht hilft ein einfacher Diffusor (siehe Checkliste). Wenn ein Blitz verwendet werden muss, sollte dieser gegen die Decke gerichtet werden. Direktes Blitzlicht erzeugt sonst harte Konturen, unschöne Schatten oder Reflexe in Augen oder auf Brillengläsern (wie es in unserem Negativ-Beispiel zu sehen ist). Grundsätzlich werden alle Aufnahmen in Farbe geschossen – erst hinterher kann man in der Nachbearbeitung auf schwarz-weiß umstellen, falls dies gewünscht ist.

Kein störender Hintergrund beim Foto-Shooting

Der Hintergrund sollte einfarbig und aufgeräumt sein. Sperrmüll oder Papierrollen (wie beim Negativbeispiel) gehören nicht ins Bild. Vorzugsweise gelingt das klassisches Setting immer: Weißer Hintergrund, die Person posiert in gewissem Abstand davor. Vorteil der weißen Wand ist, dass hier der Automatische Weißabgleich (AWB) der Kamera für natürliche Farben sorgt. Profifotografen ermitteln die Helligkeit mit manuellem Weißabgleich mittels Graukarte.

Mitarbeiterportrait_negativ_Beispiel
© Marvin Wlotzka – Das Negativbeispiel: Unvorteilhafte Körperhaltung, schlechter Hintergrund, harte Kanten, schlechte Beleuchtung…

Checkliste – Die perfekte Ausstattung:

  • Digitale Spiegelreflexkamera mit genügend Speicherplatz (idealerweise mit Aufsteckblitz)
  • Mehrere helle, aber weiche Lichtquellen (am besten eine sog. „Softbox“ mieten)
  • Raum für das Shooting mit einfarbiger Wand (oder ruhigem Hintergrund), etwas Platz und Ruhe
  • Kleine Snacks und Getränke
  • Diffusor – großer, weißer Reflektor, der das vorhandene Licht vorteilhaft streut
  • ein Ringblitz, der die Gesichter gleichmäßig aufhellt – eine Softbox kann diesen Effekt simulieren
  • eine oder mehrere Trennwände, um bei schwierigen räumlichen Verhältnissen die optimale Ausleuchtung zu ermöglichen
Marvin Wlotzka
Marvin Wlotzka (im Bild rechts) leitet als Diplom-Volkswirt mit drei Jahren Erfahrung als freier Journalist und PR-Manager die Pressearbeit der XXLPIX GmbH. Er fotografiert gerne mit dem Smartphone. Zusammen gründeten sie das Expertenteam „Fotografie“, um Internet-Usern durch wertvolle Tipps zur Fotografie zu schöneren Fotos zu verhelfen. Weitere Infos unter Leinwandfoto.de

1 Kommentar

  1. Ein paar ganz gute Tipps sind dabei. Im Zweifel sollt aber einfach ein Profifototograf der jregelmäßig Mitarbeiterfotos erstellt (und nicht schießt, man schießt keine Fotos, ist ja keine Schusskamera) gebucht werden. Schließlich ist das genau die Aufgabe von Fotografen und der weiß auch was er tut.

Kommentiere den Artikel

Bitte gib deinen Kommentar ein!
Bitte gib hier deinen Namen ein

Der Artikel hat dir gefallen? Gib uns einen Kaffee aus!