Homeoffice: Corona-Trend oder attraktive Dauerlösung? [Infografik]

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Homeoffice: In welchen Ländern wird es am häufigsten genutzt?
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Corona macht’s möglich: Jedes zweite Unternehmen, das einst davon abgeneigt war, seine MitarbeiterInnen ins Homeoffice zu schicken, hat in den letzten Monaten erkannt:

Es eignen sich mehr Tätigkeiten für die Arbeit im Homeoffice als bislang angenommen.

So lautet das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) unter rund 1.800 Unternehmen der Informationswirtschaft und des Verarbeitenden Gewerbes. Doch bleibt die Möglichkeit zur ortsflexiblen Arbeit auch nach Ende der Corona-Pandemie bestehen?

Infografik: Homeoffice auch nach Corona

Infografik: Homeoffice wird zur Dauerlösung | Statista

Dr. Daniel Erdsiek, Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich Digitale Ökonomie, zufolge planen viele Unternehmen, aufgrund der neuen Erfahrungen und Erkenntnisse Homeoffice auch nach der Krise intensiver zu nutzen als vor dem Beginn der Corona-Pandemie. So musste etwa jedes dritte Unternehmen kurzfristig in neue Technologien investieren, da sie schlichtweg nicht für die Heimarbeit gerüstet waren. Investitionen, die sich auch nach der Krise auszahlen werden, wie die Umfrage zeigt.

Homeoffice: Langfristige Erwartungen

Insbesondere in größeren Unternehmen führe die Corona-Pandemie zu einer langfristigen Ausweitung der Homeoffice-Angebote, so Dr. Daniel Erdsiek. Viele Unternehmen rechnen mit einem dauerhaft vermehrten Homeoffice durch die Krise:

  • Unternehmen in der Informationswirtschaft ab 100 Beschäftigten (75 Prozent)
  • Unternehmen mittlerer Größe (64 Prozent)
  • Kleine Unternehmen mit 5 bis 19 Beschäftigten (40 Prozent)
  • Verarbeitendes Gewerbe (mehr als die Hälfte der großen Unternehmen)

Die Coronavirus-Krise hat gezeigt, dass weniger Tätigkeiten als bislang angenommen eine Büro-Präsenz erforden. Zu dieser Erkenntnis kamen 83 Prozent der Unternehmen aus der Informationswirtschaft (ab 100 Beschäftigten) und 70 Prozent der Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe (ebenfalls ab 100 Beschäftigten).

Daniel Erdsiek merkt an dieser Stelle an, dass bereits vor der Krise etwa jedes zweite Unternehmen in der Informationswirtschaft Homeoffice einsetzte, da sich hier deutlich mehr Tätigkeiten für das ortsflexible Arbeiten eigneten. Langfristig würden nun fast zwei Drittel der Unternehmen planen, auch nach der Krise Homeoffice zu nutzen, so Dr. Erdsiek. Doch wie sieht es auf der Seite der Beschäftigten aus?

Die Unternehmen rechnen fest damit, dass ein steigender Anteil der Angestellten regelmäßig Homeoffice-Angebote in Anspruch nehmen wird.

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Tamara Todorovic
Tamara Todorovic ist Volontärin bei unternehmer.de.

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