Mut zur Sichtbarkeit: 6 Tipps für Frauen, die ihre Chance nutzen wollen

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Mut zur Sichtbarkeit: 6 Tipps für Frauen, die 2022 ihre Chance nutzen wollen
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Als ich 2020 aus der Elternzeit zurückkehren wollte, war meine Karriere vorbei: Jahrelang war ich in einer Führungsposition tätig gewesen, nun sollte ich eine Stelle besetzen, die keinerlei Entwicklungsmöglichkeiten bot und weniger Stunden umfasste als angefragt.

Tatsächlich ergeht es jeden Tag dutzenden von Frauen wie mir, denn Kind und Karriere schließen sich in vielen Unternehmen noch immer aus. Viele Frauen akzeptieren die neue Situation, landen in der Teilzeitfalle und gehen Arbeiten nach, die sie nicht erfüllen. Mir war jedoch klar, dass ich mehr sein wollte als „nur Mama“ und finanziell unabhängig bleiben wollte.

In diesem Beitrag möchte ich 6 Tipps mit Frauen teilen, die 2022 ihre Chance nutzen wollen. Vielleicht ist der Weg in die Selbstständigkeit für die eine oder andere die Lösung, um nicht den gleichen Karriereknick zu erleben wie ich und ihr Selbstwertgefühl zurückzugewinnen.

Dabei kannst du mit kleinen Schritten anfangen und dich langsam weiterentwickeln. Doch jeder Schritt, den du gehst, wird dein Leben verändern. Ich habe den Prozess von der absoluten Niedergeschlagenheit durch das Ende der Karriere hin zur erfolgreichen Unternehmerin selbst durchlaufen und mich Schritt für Schritt in meiner neuen Rolle eingefunden.

1 | Finde heraus, wofür du brennst

Viele Frauen haben das Gefühl, nichts wirklich gut zu können. Obwohl sie eigentlich davon träumen, neben dem Muttersein einer Tätigkeit nachzugehen, trauen sie sich nicht. Doch die meisten von ihnen haben sehr wohl Wissen oder eine besondere Fähigkeit!

Frag dich einmal: Über welche Themen kannst du immer sprechen, weil du so begeistert davon bist? Und andererseits, in welchem Bereich wirst du oft um Rat gefragt? Wo wird dein Wissen gebraucht und hilft anderen weiter? So findest du heraus, wofür du brennst und legst deine Stärken frei.

2 | Mach den Realitätscheck

Im nächsten Schritt musst du die Themen, für die du brennst, einem Realitätscheck unterziehen. Denn so schön es wäre, mit dem Hobby auch Geld zu verdienen, so ist doch nicht jedes Hobby dafür geeignet. Es ist wichtig, mit Herzblut bei der Sache zu sein, sonst geht es langfristig nicht gut, aber es muss auch etwas sein, das die Menschen brauchen.

Frag dich daher ernsthaft, ob es für dein Angebot einen Markt gibt. Am besten recherchierst du, welche Angebote es in dem Bereich bereits gibt, und wie du dich von diesen abhebst. Welche Alleinstellungsmerkmale kannst du bieten, die dein Angebot attraktiv machen? Denn eins ist klar: Jede Frau ist ihr eigenes Erfolgsgeheimnis. Und selbst wenn es schon einige Angebote im selben Bereich gibt, machst du durch deine Persönlichkeit etwas Besonderes daraus.

Wichtig ist dabei, dass du, trotz aller Realität, nicht tiefstapelst. ExpertIn für etwas zu sein, bedeutet nicht, alles über den Bereich zu wissen: Es reicht aus, mehr zu wissen als die Menschen, denen du helfen willst. Am besten testest du dein Angebot dann erst einmal aus, bevor du viel Geld in den Unternehmensaufbau investieren.

3 | Vergiss Perfektionismus

Testen ist auch eine gute Strategie gegen Perfektionismus. Denn oftmals geben Frauen an, dass ihnen die Zeit fehlt, um eine bestimmte Idee umzusetzen. In Wahrheit ist die Idee jedoch schon lange bereit für die Öffentlichkeit und die Frauen verlieren sich nur im Perfektionismus. Dies führt jedoch nirgends hin – denn was ist schon perfekt? Perfekt zu sein, würde bedeuten, dass etwas abgeschlossen ist. Und das ist im Business selten der Fall.

Du kannst trainieren, den Perfektionismus abzulegen, indem du einfach mal mit der ersten Version rausgehst. Das lässt sich auch im Kleinen, beispielsweise an Instagram-Stories, üben: Anstatt ein Video wieder und wieder aufzunehmen, postest du einfach mal die erste Version. Das spart nebenbei auch Zeit!

Es ist auch nicht nötig, schon im Vorfeld eine Website, ein Logo und das perfekte Grafikdesign zu haben. Das hält alles nur auf und viele Frauen verstecken sich hinter dem Glauben, dass sie das alles brauchen, bevor sie rausgehen können. Nutz stattdessen anfangs den einfachsten Weg, Social Media. Ein Profil auf Instagram oder Facebook ist in kürzester Zeit erstellt, es ist kostenlos und erreicht schnell viele Menschen.

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4 | Verstell dich nicht

Wer weniger Perfektionismus anstrebt, ist in der Regel auch authentischer. Tatsächlich ist es so, dass eine Aufgabe umso schwerer fällt, je mehr du dich dabei verstellen musst. Zudem hältst du es sowieso nicht lange durch!

Frauen neigen dazu, anderen Menschen gefallen zu wollen und sich an sie anzupassen. Dabei ist es gerade die eigene Persönlichkeit, die UnternehmerInnen von anderen unterscheidet: Natürlich solltest du mit deiner Idee und deiner Expertise überzeugen, doch am Ende wollen die Menschen immer mit Menschen zusammenarbeiten, die echt und sympathisch sind und die sich nicht verstellen.

Das ist vor allem im Verkaufsprozess relevant: Denn am Ende ist es wichtig, auch etwas zu verkaufen – sonst wäre das Unternehmen nur ein Hobby. Mach dabei aber weder dir noch deinem Gegenüber Druck. Das ist in der Branche leider mittlerweile üblich geworden. Dabei solltest du deinem Gegenüber ausreichend Spielraum lassen und dennoch eine Leaderrolle einnehmen. Das ist ein schmaler Grat, aber dein Gegenüber wird es schätzen, denn er oder sie ist ja auf der Suche nach einer Lösung für das eigene Problem.

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5 | Mach dir klar, was passieren kann

Eine gute Methode, um sich etwas zu trauen, ist der Blick nach innen: Schau einmal in sich selbst und frag dich, was dich eigentlich zurückhält. Wieso gibst du dich mit dem zufrieden, was du machst, wenn du doch eigentlich ganz andere Ideen hast?

Anschließend spiel zwei Szenarien durch. Erst einmal stellst du dir vor, was das Schlimmste wäre, das dir passieren kann. Doch danach stellst du dir auch vor, was passieren könnte, wenn du dich jetzt traust. In der Regel gewinnt dann das zweite Bild!

6 | Trau dich einfach!

Grundlegend ist der Rat „einfach durch die Angst zu gehen“ kein guter Ratschlag. Denn das macht das Vorhaben zu einem großen, beängstigenden Schritt und dann fällt es wieder schwer. Dennoch ist es ab einem gewissen Punkt – wenn man sich über alles andere im Klaren ist – wichtig, sich einfach mal zu trauen. Das kannst du, wie vorhin schon erwähnt, im Kleinen üben: Eine spontane Instagram-Story, eine persönliche Vorstellung auf einer Netzwerkveranstaltung oder der Pitch des eigenen Angebots an einen potentielle Kunden oder eine potentielle Kundin.

Wichtig ist es auf jeden Fall, die eigene Komfortzone kontinuierlich zu strecken und immer weiterzugehen. Denn ein Business aufzubauen, ist nicht nur Businessentwicklung, sondern auch Persönlichkeitsentwicklung. Sobald du dich als UnternehmerIn weiterentwickelst, wird auch dein Unternehmen das tun.

Jenny Schuster
Jenny Schuster ist Mutter und Gründerin von Karriere.mum. Als sie 2020 aus der Elternzeit in ihre Führungsposition in einem Konzern zurückkehren wollte, erkannte sie, dass ihre Karriere vorbei war. Obwohl sie nie „nur“ Mutter sein wollte, wurde ihr keine passende Stelle geboten. Heute unterstützt sie andere Frauen, vor allem Mütter, dabei, ihr eigenes Onlinebusiness aufzubauen und sichtbar zu werden.

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