Selbstständigkeit als Steuerberater? So gelingt’s!

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Viele Steuerberater machen sich selbstständig und gründen eine eigene oder übernehmen eine bestehende Kanzlei.

Mittlerweile arbeiten fast 76 % der deutschen Steuerberater auf eigene Rechnung.

Gleichzeitig sieht es für die junge Generation der Steuerberater beruflich gut aus: Nahezu 23 % der Steuerberater geht in den nächsten Jahren in den Ruhestand. Das bietet viele Möglichkeiten für neue Kanzleien und junge Steuerberater.

Der Schritt vom Arbeitnehmer zum eigenen Chef beinhaltet aber nicht selten Stolperfallen und sollte gut geplant sein. Denn bis sich die neue Kanzlei etabliert hat, ziehen häufig einige Jahre ins Land. Die folgenden Punkte gilt es daher zu beachten, wenn sich Steuerberater selbstständig machen möchten:

  1. Wichtig: Die Form der Existenzgründung
  2. Eine durchdachte Planung ist das A und O
  3. Das musst du mitbringen!

Wichtig: Die Form der Existenzgründung

Als Steuerberater hast du 3 Möglichkeiten, um dich selbstständig zu machen:

  • Du kannst eine eigene Kanzlei gründen,
  • eine bereits bestehende Kanzlei übernehmen
  • oder als Partner einsteigen.

Die Partnerschaft

Die wohl einfachste Möglichkeit ist die der Partnerschaft. Gerade junge Steuerberater profitieren vom Know-how der alteingesessenen Partner und müssen sich keinen komplett neuen Kundenstamm aufbauen.

Die Kanzlei-Übernahme

Gleiches gilt zum Teil auch bei der Übernahme einer Kanzlei. Hier kann der neue Inhaber in der Regel nicht nur viele Mandanten übernehmen, sondern auch das eingespielte Personal und die Verwaltungsstruktur.

Die Kanzlei-Gründung

Wesentlich schwieriger gestaltet sich da eine Neugründung. Neben den bürokratischen Hürden, die zu nehmen sind, dauert es einige Zeit, bis sich der Ruf der Kanzlei unter neuen Mandanten herumgesprochen hat. Außerdem musst du Personal suchen und gegebenenfalls einarbeiten.

Diese Form der Existenzgründung eignet sich daher nur für erfahrene Unternehmer.

Eine durchdachte Planung ist das A und O!

Der Start in die Selbstständigkeit sollte gut durchdacht und sinnvoll geplant sein. Eine Marktanalyse kann die Chancen und Risiken einer Neugründung ausloten und zeigt, ob sich die geplante Kanzlei finanziell überhaupt lohnt.

Gibt es genügend potenzielle Mandanten und ist die Konkurrenz in der direkten Nachbarschaft überschaubar? Oder handelt es sich bei deiner Kanzlei um den zehnten Steuerberater in derselben Straße?

Diese und die Frage nach der Finanzierung sind zunächst zu klären. Unter Umständen ist auch ein Gespräch mit der Bank von Nöten, um den möglichen Kreditrahmen auszuloten. In solchen Fällen ist ein professionell erstellter Business Plan, der das geplante Vorhaben skizziert und einen Finanzierungsplan beinhaltet, nahezu unabdingbar.

Aber auch wer nicht den Gang zur Bank machen muss, tut gut daran, vorab einen Business Plan zu entwerfen und sich dabei gegebenenfalls professionelle Hilfe ins Boot zu holen. Diese findest du bei Unternehmensberatungen oder bei auf Gründungen spezialisierten Coaches. Zudem bietet auch die Steuerberaterkammer Unterstützung bei der Kanzleigründung an.

Ist die Finanzierung geklärt, solltest du möglichst schnell mit der Suche nach den passenden Mitarbeitern beginnen. Läuft die Kanzlei erst einmal, brauchst du fachkräftige Unterstützung, auf die du dich verlassen kannst.

Wer eine Partnerschaft eingehen möchte, der sollte sich zu Beginn der Verhandlungen vor allem genaue Zahlen vorlegen lassen und klären, ob sich eine Beteiligung finanziell überhaupt rentiert. Auch die Aufgaben und Arbeitsgebiete sollten bereits am Anfang der Verhandlungen klar abgesteckt werden, damit es später nicht zu Reibereien kommt.

Was das Finanzielle angeht, können sich Interessenten bei der Übernahme einer bestehenden Kanzlei zunächst an den bestehenden Abrechnungen und Büchern orientieren. Hat die Kanzlei in den letzten Jahren keinen Gewinn gemacht, stellt sich natürlich die Frage, woran das lag und ob du selbst etwas daran ändern kannst.

Außerdem solltest du dir bereits zu Beginn der Verhandlungen darüber Gedanken machen, ob du weiter mit dem eingespielten Personal des vorherigen Inhabers zusammen arbeiten oder ein ganz neues Team aufstellen willst. Je nachdem wofür du dich entscheidest, plane genügend Zeit für Bewerbungsgespräche und Einarbeitungszeiten ein.

Das musst du mitbringen!

Inhaber einer Steuerberaterkanzlei müssen nicht nur profunde Fachkenntnisse im Steuerrecht vorweisen können, du brauchst auch unternehmerische Kenntnisse und Organisationstalent.

Zu den neuen Aufgaben als Chef der Kanzlei gehören die Personalführung und das Kanzleimanagement, die Mandantenakquise und das Marketing.

Voraussetzungen für die Selbstständigkeit sind:

  • Betriebswirtschaftliche Kenntnisse
  • Führungskompetenz
  • Kommunikationsvermögen
  • Ein gutes Zeit- und Stressmanagement

Wer seine Selbstständigkeit mit Weitsicht plant, hat aber hervorragende berufliche Aussichten. Den Mut zur Selbstständigkeit belohnt nicht nur ein überdurchschnittliches Einkommen, auch sein eigener Chef zu sein, ist eine überaus wertvolle Erfahrung.

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