Baubranche: Größter Industriezweig der Welt muss sich digitalisieren

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Baubranche: Größter Industriezweig der Welt muss sich digitalisieren
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Mit 13 Prozent des globalen BIP ist die Baubranche der größte Industriezweig der Welt. Bezogen auf den Grad der Digitalisierung sowie einem Produktivitätswachstum von jährlich nur einem Prozent rangiert die Baubranche abgeschlagen auf einem der hintersten Plätze.

Globale Initiativen und gesetzliche Vorgaben werden zu fundamentalen Umbrüchen in der Bauindustrie führen. Diese digitalisieren den gesamten Lebenszyklus von Bauprojekten: von der Ausschreibung über die Planung und den eigentlichen Bau bis hin zum Betrieb.

Neben dem steten Druck, Projekte zeit- und budgetgerecht zu realisieren, wächst die Datenmenge immer weiter. Diese wird von einer Vielzahl von Beteiligten bei Bau- und Ingenieurprojekten tagtäglich produziert. Insbesondere diese Datenmenge gilt es zu bewältigen.

Herausforderungen der Baubranche

Bei der Digitalisierung des Baugewerbes geht es nicht nur um die Transformation einer ganzen Branche ins digitale Zeitalter. Parallel dazu müssen alle Beteiligten zusätzlich folgende Herausforderungen meistern:

  • Globale Urbanisierung
  • Nachhaltiges „grünes“ Bauen
  • Gebäudeautomatisierung mittels Internet of Things (IoT) zur Kostensenkung und Energieeffizienz, Sicherheit und Konnektivität
  • Digitale Vernetzung der gesamten Wertschöpfungskette (integrierte Angebote, neue Kanäle und Preismodelle)

Bedarf an digitalen Lösungen steigt und wird verpflichtend

Intelligente Gebäude und Infrastrukturen, die das IOT integrieren, werden die Datenverfügbarkeit erhöhen und einen effizienteren Betrieb ermöglichen. Zudem können neue Geschäftsmodelle wie leistungsbasierte und kollaborative Vertragsabschlüsse entstehen. Unternehmen können die Effizienz verbessern und die Entwurfsphase in die übrige Wertschöpfungskette integrieren. Hierbei können sie die Gebäudeinformationsmodellierung (BIM – Building Information Modeling) nutzen, um ein vollständiges dreidimensionales Modell (einen „digitalen Zwilling“) zu erstellen.

Außerdem können Unternehmen weitere Schichten wie Zeitplan und Kosten hinzufügen. Diese Parameter können sie bereits im Projekt integrieren, anstatt den Entwurf zu beenden, während der Bau bereits im Gange ist. Des Weiteren wird dies die Risiken und die Reihenfolge der Entscheidungsfindung bei Bauprojekten wesentlich verändern.

Herkömmliche Konstruktions-, Beschaffungs- und Baumodelle (EPC) werden künftig in Frage gestellt. Folglich steigt der Bedarf an digitalen Lösungen, die Bauprojekte in allen drei entscheidenden Phasen begleiten:

  1. Design
  2. Build
  3. Operate

Bereits im Koalitionsvertrag 2018 hat die Bundesregierung vereinbart, dass BIM ab Dezember 2020 verpflichtend ist – zunächst nur für Infrastrukturbauten. Damit folgt sie auch einer EU-Richtlinie. Im Rahmen des sogenannten BIM-Stufenplan, gründete das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat 2019 ein sogenanntes Nationales BIM-Kompetenzzentrum. Dieses soll Wissen bündeln und neue Technologien, wie Künstliche Intelligenz, Robotik und 3D-Druck, künftig effektiv integrieren.

Baubranche: Größter Industriezweig der Welt muss sich digitalisieren
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Digitale Baubranche: Kostenkontrolle und -transparenz

In komplexen Bauprojekten entstehen Unmengen von Informationen und Daten.

Unternehmen müssen diese Daten zuverlässig erfassen, verwalten und verbreiten. Hier kommen Cloud-basierte Lösungen für Kollaborations- und Informationsmanagement ins Spiel. Zudem orientieren sich solche Lösungen an den Bedürfnissen aller Beteiligten in Projekten des Bau- und Ingenieurwesens.

EXTRA: Interview: Auswirkungen der Corona-Krise auf die Baubranche

Außerdem ermöglichen Construction Intelligence-Plattformen:

  • eine bessere Zusammenarbeit
  • größere Kontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg
  • Kostentransparenz
  • eine Verlagerung hin zu einer stärker datengesteuerten Entscheidungsfindung

Diese Innovationen werden die Art und Weise verändern, wie Unternehmen den Betrieb, das Design und die Konstruktion angehen und wie sie mit PartnerInnen zusammenarbeiten.

Außerdem wird das gesamte Lösungsportfolio in ein sogenanntes Common Data Environment (CDE) integriert, das als „Single Source of Truth“ für alle Projektinformationen fungiert und den gesamten Projektlebenszyklus unterstützt. Solche Construction Intelligence-Plattformen ermöglichen darüber hinaus einen mobilen Zugriff.

Zudem bleiben alle MitarbeiterInnen mit dem Projekt in Verbindung, unabhängig davon, welche Hardware zur Verfügung steht. Durch die Unterstützung digitaler Interaktionen wird eine effiziente Projektabwicklung gewährleistet.

Des Weiteren benötigt die AECO-Industrie (Architecture, Engineering, Construction and Owner) schon heute komplett integrierte SaaS-Lösungen an, um Zeit- und Kostenüberschreitungen zu vermeiden und damit die erheblichen Risiken in der Baubranche zu minimieren.

„Die Digitalisierung im Bauwesen wird zu einem fundamentalen Umbruch bei der Automatisierung der Prozesse und der Einblicke in Kundendaten führen“

sagt Gareth Burton, CEO von thinkproject.

Zudem verbindet ein Lösungsportfolio Menschen, Teams, Prozesse, Informationen und Systeme über Unternehmensgrenzen hinweg und ermöglicht so einen offenen, kollaborativen Ansatz.

Wie auch in anderen Branchen beschleunigt die COVID-19-Pandemie die Integration von Software und digitalen Werkzeugen signifikant.

Karolin Beck
Karolin Beck ist Chief Marketing Officer von thinkproject. thinkproject mit Sitz in München ist ein weltweit führender Anbieter von Construction Intelligence-Lösungen. Um den Herausforderungen der Digitalisierung bei Bau- und Ingenieurprojekten zu begegnen, stellen wir innovative Softwarelösungen bereit, die dabei unterstützen, das Potential von Menschen und Informationen in Bauprojekten zu erschließen. thinkproject ist der führende europäische SaaS-Anbieter für Bau- und Ingenieurprojekte mit mehr als 2.500 Kunden und über 450 Mitarbeitern.

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