3D-Visualisierung als High-Tech-Lösung der Produktvorstellung

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Die Vernetzung der Welt als Chance für den Mittelstand
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Das Thema 3D beschäftigte in der Vergangenheit vor allem SpieleentwicklerInnen, die heutzutage dank dieser Technik der grafischen Darstellung immer realer wirkende Spielwelten entwerfen.

Doch auch andere Unternehmensbranchen haben die 3D-Technik längst für sich entdeckt.

Gerade produzierende Unternehmen haben es in der modernen Fertigung mit immer neuen und komplexeren Prototypen zu tun. Diese im Modell detailgetreu nachzubilden, wird dank der 3D-Visualisierung deutlich einfacher und bringt insbesondere bei teuren Projekten auch Kosteneinsparungen mit sich. Doch was ist 3D-Visualisierung überhaupt und wie funktioniert sie?

Was ist eine 3D-Visualisierung?

Jeder kennt die kleinen Modellgebäude, die beim Architekten auf dem Konzepttisch stehen. In mühevoller Kleinstarbeit werden sie auf Grundlage anfänglicher Skizzen von Hand zusammengesetzt. Das erfordert Zeit, Geduld und zusätzliche Materialkosten. 3D-Visualisierungen gehen hier einen anderen Weg. Sie konvertieren technische Zeichnungen schlichtweg in virtuelle 3D-Modelle. Dabei werden Projektdaten wie Raummaße, Objektabstände oder Formgebungen über CAD-Daten direkt in das 3D-Programm importiert und anschließend virtuell in eine entsprechende 3D-Animation umgesetzt. Auf diese Weise entstehen derzeit übrigens schon die ersten Häuser aus dem 3D-Drucker. Ihre Einzelteile werden nach Mustern aus 3D-Visualisierungen ausgedruckt und anschließend direkt verbaut.

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Nützlich sind solche 3D-Visualisierungen aber nicht nur im Bereich der Architektur. Auch andere Produkte, etwa Autos oder elektronische Geräte können dank einer solchen Visualisierung auf dem Bildschirm zum Leben erwachen. Selbst infrastrukturelle 3D-Animationen nehmen so problemlos virtuelle Gestalt an. Es gibt inzwischen sogar Reiseanbieter, die auf die virtuelle Präsentation ihrer Urlaubsdestinationen setzen. 3D-Reisen als Urlaubstrend sind also längst nicht Ungewöhnliches mehr. Insgesamt finden 3D-Visualisierungen vor allem in folgenden Branchen und Produktionsbereichen vermehrt Anwendung:

  • Architektur und Gebäudetechnik
  • Automobilherstellung
  • Gartenbau und Landschaftsgestaltung
  • Gastronomie und Reisen
  • Herstellung elektronischer Geräte
  • infrastrukturelle Planung und Verkehrsausbau
  • Lebensmittelproduktion und Verpackungsdesign
  • Möbelproduktion und Raumdesign
  • Modedesign und Textilproduktion

Welche Vorteile haben 3D-Visualisierungen? 

In Abhängigkeit von der jeweiligen Branche ergeben sich durch 3D-Visualisierungen unterschiedliche Vorteile. Diese orientieren sich nicht selten am individuellen Produkt lassen sich aber grob in fünf Hauptkategorien einteilen:

  1. Kostenersparnis: Die Modellumsetzung von Prototypen und Produktkonzepten in einer 3D-Software spart Ressourcen. Denn außer einem Bildschirm werden zur Darstellung keine externen Materialien benötigt und die Erstellung der Modelle ist deutlich kostengünstiger als eine tatsächliche Herstellung.
  2. Zeitersparnis: Die reale Nachbildung von Entwürfen erfordert viel Zeit und auch einiges an gestalterischem Talent. Zwar müssen auch Grafikdesigner ihr Geschick im Umgang mit der 3D-Software beweisen, doch der Aufwand hierfür hält sich im Vergleich zum Realmodell deutlich in Grenzen. Außerdem erleichtert die Konvertierung von CAD-Daten in 3D-Modelle das Arbeiten mit Produktmaßen.
  3. Dynamische Ansichten: Das Schöne an 3D-Animationen ist, dass sie sich am Bildschirm ganz einfach drehen, vergrößern und modifizieren lassen. Änderungen vorzunehmen oder dem Kunden Details genauer zu zeigen wird hierdurch zum Kinderspiel. Man kann mit einer 3D-Visualisierung also deutlich besser planen und arbeiten.
  4. Digitale Testverfahren: Es gibt 3D-Programme, die auch Materialwerte wie Dichte oder Widerstand übernehmen. So können die Visualisierungen auch gleich als Basis für Materialtests werden, beispielsweise um die Tragfähigkeit der Konstruktionen zu Testen. Außerdem lässt sich die 3D-Animation digital auch einer ausgewählten Zielgruppe präsentieren. Ihre Reaktion auf das Produkt ist schließlich entscheidend für den Erfolg.
  5. Zeitgemäße Projektabwicklung: Die digitale Projektabwicklung fängt heutzutage schon bei der Planung an und hört bei der Fertigung auf. Mit einem virtuellen 3D-Modell lassen sich wichtige Projektdaten unkompliziert an Teammitglieder und KundInnen weiterleiten, sodass Informationen schnell dort ankommen, wo sie benötigt werden. Im Wettbewerb mit anderen Unternehmen ist diese moderne Form der Kommunikation ein entscheidender Vorteil.  

Fazit: Neue Möglichkeiten durch 3D-Visualisierung

3D-Visualisierungen sind die Zukunft der Produktkonzeption.

Sie können viel mehr als ein Produkt darzustellen und geben Produktentwicklern darüber hinaus auch neue Möglichkeiten zur Optimierung und Individualisierung. Dabei erfolgt die Erstellung eines 3D-Modells relativ einfach durch Eingabe spezifischer Produktdaten, die zuvor in technischen Zeichnungen festgehalten wurden. Im Vergleich zum handgefertigten Modellnachbau ist die Datenkonvertierung bei einer 3D-Visualisierung also deutlich leichter und auch preiswerter.

Gerd Kühn
Gerd Kühn berät seit über zwei Jahrzehnten Unternehmen aus allen Branchen und hat sich den Erfolg seiner Kunden auf die Fahne geschrieben.

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