Was bedeutet Digitalisierung für das Reputationsmanagement?

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Was bedeutet Digitalisierung für das Reputationsmanagement
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Ein Unternehmer, der kurz vor seiner Pension steht und gerade dabei ist, einen Käufer für sein Unternehmen zu suchen, ruft an. Am Telefon erklärt er aufgeregt, dass er sehr negativ (und sehr ausführlich auf Google) bewertet wurde. Da es sein erster und einziger Eintrag in Google ist, fällt er besonders ins Gewicht. Sucht man seine Firma in Google, steht gleich beim Suchtreffer „1 Kommentar“. Natürlich klicken da sehr viele Menschen drauf. Steht da nur ein einziger – und zudem negativer – Kommentar, klicken die meisten Menschen gleich zum nächsten Anbieter. Der jahrelange Unternehmensaufbau ist in Gefahr.

Reputation – die Währung für Vertrauen

Was ist das Wichtigste, das KundInnen vermittelt werden sollte in einem Gespräch aber auch online? Klar: Vertrauen. Und damit sind wir bereits bei der persönlichen Reputation des Unternehmers.

KundInnen haben in den letzten zehn Jahren durch die Digitalisierung eine massiv stärkere Position erhalten.

Sie kennen (durch Google) nicht nur die günstigen Preise weltweit, die können die Leistung des Unternehmens auch jederzeit (öffentlichkeitswirksam) online bewerten oder diskutieren. Reicht es also aus, einfach ausgezeichnete Qualität zu liefern? Nein. Dies ist heute natürlich die Voraussetzung. Es ist allerdings auch nötig, dass man sich über seinen Ruf ernsthaft Gedanken macht. Wie möchtest du wahrgenommen werden? Im Wort „wahrnehmen“ steckt das Wort „wahr“.

Video: Reputationsmanagement – der gute Ruf im digitalen Zeitalter

Wie kannst du aktiv deine Reputation aufbauen und auch schützen? Dazu drei umsetzbare Tipps:

1. Die eigene Reputation aktiv ausbauen

Je mehr Positives und Stärkendes man über dich als CEO oder UnternehmerIn im Internet findet, umso weniger fallen einzelne Negativmeldungen ins Gewicht. Schreibe also zum Beispiel Artikel für Fachmagazine. Bitte deine KundInnen, dich online zu bewerten und dir eine Rezension zu schreiben.

2. Sei dir deiner Werte, deiner Standpunkte und deiner Persönlichkeit bewusst

Nicht umsonst sind Unternehmerpersönlichkeiten in den Medien, wenn sie einen Standpunkt einnehmen. Wenn sie klare „Kante“ zeigen. Dazu sollte man sehr selbstreflektiert und unmissverständlich sein. Hier hilft auch der Austausch und das Sparring mit einer externen Person (befreundeter Unternehmer oder Berater), um die Außensicht optimal aufzufangen.

3. Reputation fängt nicht erst in der Krise an

Analysiere, in welchen Bereichen das Unternehmen und du als Person „angreifbar“ sind:

  • Was könnte passieren?
  • Wer könnte deine Produkte testen und darüber allenfalls negativ berichten?
  • Was passiert zum Beispiel, wenn dein Konkurrent in die Schlagzeilen gerät und die Medien plötzlich auch vor deiner Tür stehen? Bist du darauf optimal vorbereitet?

Reputation funktioniert oft ähnlich wie ein Daten-Backup. Erst wenn wirklich etwas passiert und der Schaden da ist, wünscht man sich, dass man ein Backup gemacht hätte.

Es gibt noch viele weitere wichtige Punkte rund um die Reputation. Für UnternehmerInnen hat sich in den letzten Jahren sehr viel verändert und die Herausforderungen sind damit nochmals gestiegen.

EXTRA: Reputationsmanagement: So polierst du das Image deines Unternehmens auf

Menschen kaufen von Menschen

Die Reputation des Unternehmens fällt noch in einem anderen Bereich ins Gewicht: Menschen kaufen lieber von Menschen. Das bedeutet: Wenn man eine Beziehung zu einem Unternehmen hat, das Team und die Unternehmerin kennt, wird mn da eher Geld ausgeben, als wenn es sich um ein anonymes, neutrales Unternehmen handelt. Nicht umsonst kennt man sogar von erfolgreichen Großkonzernen wie Apple oder Tesla auch die Unternehmer. Dieses Erfolgsrezept wird in Zukunft noch größeres Gewicht erhalten.

UnternehmerInnen können sich nicht mehr hinter ihrem Unternehmen verstecken.

Es hilft auch nichts, wenn man selber online nicht zu finden ist. Trotz allem kann jeder über die positiven und negativen Erfahrungen mit dem Unternehmen berichten: in Bewertungsplattformen, in Social Media oder direkt in den Google-Kommentaren. Unsere transparente Welt bedingt transparentere Unternehmen mit (digital) kommunikativen und sich ihrer Reputation bewussten Unternehmern.

Die (schlechte) Alternative: Hoffen, dass weiterhin nichts passiert. Doch gerade in der Corona-Krise ist vielen Unternehmern bewusst geworden, dass es wichtig ist, dass ihre KundInnen eine persönlichere Beziehung zum eigenen Unternehmen haben. Reputation ist ein Thema für alle UnternehmerInnen: egal ob im Klein-, Mittel- oder Großunternehmen. Denn dein Ruf eilt dir immer voraus. Ob positiv oder negativ. Digital noch viel mehr und extrem schneller als analog.

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Sereina Schmidt
Sereina Schmidt, zu 100 Prozent Kommunikationsprofi, liegt als Beraterin, Sparringspartnerin und Rednerin die Reputation ihrer Kunden am Herzen. In ihrer Arbeit kristallisiert sich heraus, was ihre entscheidende Stärke ist: Die direkte, transparente und ehrliche Beratung und Unterstützung von Geschäftsführern und Unternehmern. Im Moment arbeitet Sereina Schmidt an einem Buch zum Thema CEO-Reputation.

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