Erfolgsturbo: Glück ist eine Überwindungsprämie (Teil IV)

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Interview: „Erfolg hat, wer auch scheitern kann“
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Es gibt Ängste, die einen ein Leben lang beeinträchtigen – zum Beispiel die Angst vorm Autofahren, vorm Fliegen, vor großen Hunden, Fahrstühlen oder großer Höhe. Aber auch Meetings in einer Fremdsprache, kritische Kundengespräche oder Vorträge vor großem Publikum können Karrieren und Erfolge extrem bremsen. Wer als UnternehmerIn seine Ängste einfach hinnimmt, entfaltet nie sein volles Potenzial. Denn so sehr Menschen unter Beklemmungen und Furcht leiden, es gibt immer eine gute Seite der Medaille:

Ängste lassen sich in den Griff kriegen.

Mit einem Coach oder klugen Mentor an der Seite ist es möglich, sogar tiefsitzende Phobien zu überwinden und innere Handbremsen zu lösen. Dann schaffen selbst ehemalige Flugzeug-Paniker einen Acht-Stunden-Flug oder Fallschirmsprung aus 4.000 Metern Höhe. Solche extremen Referenzerlebnisse sind pure Medizin. Sie helfen langfristig und im hektischen Alltag gezielt, aktuelle Probleme zu relativieren. Schließlich durchströmen den Springer in seinem Triumphmoment Glücksgefühle, die er nicht so schnell vergessen wird.

Growth Mindset: Erfolgreiche Unternehmer glauben an Wachstum

Jeder Mensch reagiert anders auf unbekannte, unbequeme und unüberwindbar erscheinende Herausforderungen. Die einen sagen: „Das will ich lernen!“ Andere schmeißen sofort das Handtuch: „Ich kann das nicht!“ Der Unterschied zwischen diesem „Growth Mindset“ zum „Fixed Mindset“ ist ein entweder dynamisches oder statisches Selbstbild. Die einen glauben an Wachstum und Veränderung. StatikerInnen hingegen sammeln limitierende Glaubenssätze wie: „Geh mal lieber auf Nummer sicher“, „Für Verkaufsgespräche habe ich kein Talent“ oder „Unsere Familie war schon immer schlecht in Naturwissenschaften“.

Bei einem dynamischen Selbstbild dominieren optimistische Gedanken wie „Ich wachse an meinen Aufgaben“, „Ich habe Hürden schon so oft überwunden“ oder „Aus Fehlern lässt sich lernen“. Niemand ist mental nur auf der einen oder anderen Seite unterwegs. Das wechselt oft von Situation zu Situation. Aber im Allgemeinen tendieren Menschen durch bestimmte Vorbilder und ihre Erziehung eher zur einen oder zur anderen Richtung. Merken wir im Laufe des Lebens, dass wir statisch geprägt sind, lohnen sich wirkungsvolle Vorbilder daher umso mehr.

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Keine Chance für Bremsen: Hoheit über die Gedanken behalten

Denn ob Growth oder Fixed Mindset – beides ist kein unabänderliches Schicksal. Jeder trägt schließlich emotionalen Ballast mit sich herum, der an manchen Stellen bremst – auch trotz Erfolge, finanzieller Freiheit oder hervorragender Perspektiven. Besonders wer beruflich als UnternehmerIn durchstarten will, hat die Aufgabe, mit seinen inneren Gewichten richtig umzugehen. Wer morgen erfolgreicher sein will als heute, muss die Hoheit über die eigenen Gedanken zurückerobern und prüfen:

Welche Überzeugungen bringen mich beruflich nach vorne und welche nicht?

Dasselbe gilt natürlich für alle anderen Lebensbereiche – gesundheitlich, privat und finanziell. Selbstbewussten Gemütern ist es dabei schnuppe, welche Kommentare und Ratschläge aus dem Umfeld permanent auf sie einprasseln. Häufig halten andere engagierte GründerInnen zurück, weil sie Angst davor haben, dass die JungunternehmerInnen die ihnen bekannten Sphären verlassen. Ein Chef, Mentor oder Elternteil meint es vielleicht nur gut und will den Berufsstarter schützen – trotzdem verhindert dieser gute Wille den persönlichen Spitzenerfolg. Dann gibt es noch die anderen BremserInnen. Menschen, die nicht befürchten, dass der Nachwuchs scheitert, sondern vielmehr, dass er durchstartet. Denn dann müssten sich die KollegInnen mit eigenem statischem Selbstbild womöglich eingestehen, dass mehr erreichbar ist, als sie glauben. Und dass sie selbst nur Angst haben oder bequem sind.

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Selbstvertrauen als Erfolgsstrategie Nummer 1

Nichts boostet so ungemein, wie der starke Glaube an sich selbst. Selbstvertrauen aufbauen bleibt somit unbestrittene Erfolgsstrategie Nummer 1. Wer felsenfest von der eigenen Kraft, Energie und dem eigenen Können überzeugt ist, liefert auch Ergebnisse. Wer seinen Fähigkeiten vertraut, stellt außer Zweifel, dass er die an ihn gestellten Herausforderung in Topqualität meistern wird – obwohl es sich um inhaltliches Neuland handelt. Denn das ist das Entscheidende:

Wer selbstbewusst ist, tritt neue Aufgaben auch dann zuversichtlich an, wenn er noch gar nicht in der Lage ist, das Problem zu lösen.

Er ist aber überzeugt, dass er sich das fehlende Wissen aneignen und die nötigen Fähigkeit erwerben kann – alles mit dem Ziel: selbst zu wachsen und hochwertige Lösungen zu finden.

Schwache Selbstbilder lassen sich stärken. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wächst, indem Menschen Herausforderungen meistern – also trotz Flugangst einen Fallschirmsprung anpeilen. Natürlich gelingt so etwas nicht von heute auf morgen, sondern durch viele mutige kleine Schritte. Beim ersten Mal scheitern wir vielleicht oder der Erfolg fühlt sich minimal an. Doch egal, was wir trainieren, wir werden besser darin. Je öfter wir kritische Situationen beherrschen, desto fester glauben wir an uns selbst. Wer kalkulierte Risiken eingeht, entwickelt sich, stabilisiert sein Selbstvertrauen und erzielt Topergebnisse. Das versetzt Betroffene in die Lage, noch anspruchsvollere Projekte anzugehen. Die Erfolgsspirale funktioniert. Wer sich hingegen nie etwas zutraut, festigt seinen Glauben an den Status quo und gerät in einen Abwärtstrend. Gründe zu zögern, gibt es viele, vom fehlenden Studium über die schwierige Wirtschaftslage bis zum Kapitalmangel. Doch selbst der ist oft nur eine Ausrede.

EXTRA: Wie selbstbewusst bist du? So steigerst du deine mentale Stärke

Glück ist eine Überwindungsprämie

Es bleibt dabei: Glück ist eine Überwindungsprämie. Wer eine anfangs als unlösbar eingestufte Aufgabe meistert und diesen Prozess intensiv reflektiert, wächst auch in anderen Situationen über sich hinaus. Aber nur, wer die Überwindung gemeinsam mit dem positiven Ergebnis wirklich verinnerlicht, macht das Erlebnis zu einem integralen Bestandteil der eigenen Persönlichkeit – und formatiert seinen Kopf immer mehr auf Wachstum. So hat jeder die Chance, sein eigenes Potenzial voll auszuschöpfen. Und mehr im Leben zu erreichen, als er aktuell erreicht hat. Wer hingegen ständig vor der eigenen Courage zurückweichen, dem wird der Erfolg der anderen für immer ein Rätsel bleiben. Und noch ein letzter Tipp: Verbinde dein Glück nicht mit Ergebnissen, sondern mit dem Fortschritt auf dem Weg zum Ziel. Dann hast du am Ende mehr Energie und stärkere Glücksmomente.

Philip Semmelroth
Philip Semmelroth hilft Firmen, profitabler zu werden. Über viele Jahre entwickelte er in seinem IT-Unternehmen die 3P-Strategie; eine Methodik, die Mitarbeiter leistungsfähiger, Prozesse effizienter und Vertriebserfolge planbar macht. Nach 22 Jahren verkaufte er sein Unternehmen erfolgreich an einen Investor, hält heute Keynotes und führt Coachings durch, um andere bei der Transformation zu einem vertriebsfokussierten Business zu unterstützen. Zu seinen Kunden gehören Unternehmen aus verschiedensten Branchen, er arbeitet national und international.

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