Schwierige Lage? So nutzt du eine Krise richtig

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Schwierige Lage? So nutzt du eine Krise richtig
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Es war ein Wahnsinnsjahr, nicht wahr? In diesem Jahr wurden Unternehmen jeder Größe in eine schwierige Lage versetzt. Zwischen der Pandemie und der Politik – ganz zu schweigen von den alltäglichen Stressfaktoren, die ein durchschnittliches Kleinunternehmen hat – war es eine Herausforderung, den Kopf über Wasser zu halten, geschweige denn über die Zukunft nachzudenken.

Aber da sich die Dinge um die Feiertage herum etwas verlangsamen, solltest du drei Dinge tun: dich ausruhen, den Überblick behalten und umdenken. Sowohl du auch dein Geschäft können sich dadurch besser entwickeln.

1. Ruhe deinen Körper und Geist aus

Auch wenn du normalerweise Urlaub nimmst und reisen gehst, warst du in diesem Jahr vielleicht nicht unterwegs. Wo könnte man auch hinfahren? Die Vorstellung, mit einer Maske mehrere Stunden lang in ein Flugzeug zu steigen und jede verfügbare Oberfläche anzufassen, ist vielen zuwider.

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Und doch brauchen UnternehmerInnen diese Zeit dringend, um abzuschalten und sich zu entspannen. Die Gründung und Führung eines Unternehmens erfordert verständlicherweise mehr Arbeit und verursacht mehr Stress:

  • 61 Prozent der UnternehmerInnen haben ein höheres Stressniveau als bei der Gründung ihres Unternehmens
  • 60 Prozent haben Mühe, sich eine Auszeit zu nehmen.

Das ist schlecht fürs Geschäft.

Auch wenn du in diesem Jahr nicht in deinen jährlichen Skiurlaub fahren kannst, findest du bestimmt Zeit zum Ausruhen. Das kann bedeuten, dass du:

  • dir ab und zu einen Freitag frei nimmst oder ein langes Wochenende in einer Hütte im Wald verbringst
  • dir nach der Arbeit eine Massage gönnst
  • dein Telefon ausschaltest, wenn dies das Beste ist, was du tun kannst

Gut ausgeruht zu sein, ist wichtig und du solltest dies nicht abwerten. Nur ein Gehirn, das nicht gestresst und überfordert ist, kann mit innovativen Ideen aufwarten.

2. Überblick über deine Geschäftstätigkeit

Der größte Vorteil des Jahres 2020 besteht darin, dass UnternehmerInnen sich nicht darauf konzentrieren können, wie sie früher die Geschäfte geführt haben. Ob es nun daran liegt, dass:

  • die Quarantäne dich daran gehindert hat, KundInnen persönlich zu betreuen
  • du eine enorme Lernkurve im Umgang mit Videoanrufen hattest

– es gibt etwas, das sich grundlegend verändert hat.

Sieh die schwierige Lage nicht als eine einmalige Lektion.

Es kann sein, dass du jetzt Mühe hast, Geschäfte wie früher abzuschließen und KundInnen anzuziehen. Dies kann unterschiedliche Gründe haben:

  • das Wirtschaftsklima macht die VerbraucherInnen zurückhaltender ihr Geld auszugeben
  • der Markt hat sich verändert.

Das Schlimmste, was du tun kannst, ist weiterhin „business as usual“ zu betreiben. Dies sind keine gewöhnlichen Zeiten und selbst wenn die Dinge abflachen, musst du einen dauerhaften Plan dafür haben, wie deine Geschäfte vorankommen werden.

Erinnerst du dich an den Geschäftsplan, den du vor all den Jahren entworfen hast? Jetzt wäre ein ausgezeichneter Zeitpunkt die schwierige Lage zu nutzen und ihn noch einmal zu überdenken, da er höchstwahrscheinlich aktualisiert werden muss. Wo du KundInnen findest, was du verkaufst und deine langfristige Strategie haben sich möglicherweise verändert.

Halte die Veränderungen schriftlich fest.

Dein Unternehmen ist dazu da, sich daran zu erinnern, wie du dich möglicherweise verändern musst, um zu überleben.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie widerstandsfähig kleine Unternehmen sind. Viele Kleinunternehmen meistern die schwierige Lage erstaunlich gut:

  • Ein Zauberer, der nicht in der Lage war, Auftritte vor Ort zu geben, hat jetzt Shows auf Zoom angeboten.
  • Restaurants gingen geschickt mit den sich ändernden Regeln um und boten Sitzplätze im Freien und mehr Mitnahme- und Lieferoptionen an.

Überlege dir, wie du als ein schöner Phönix aus der Asche auferstehen kannst.

3. Erwecke deine Liebe für das, was du tust neu

Gelegentlich erleben UnternehmerInnen einen extremen Burnout und verlieren die Leidenschaft für die Arbeit. Es kann hart sein, jahrelang dasselbe zu tun. Wenn du das Gefühl hast, dass du an nicht mehr weitermachen kannst, hilft es einen Schritt zurückzutreten. Ruhe dich aus. Nimm dir eine Auszeit von deinem Geschäft und denke tage- oder wochenlang nicht einmal darüber nach. Wenn du zurückkehrst, wirst du dich unweigerlich besser fühlen.

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Dieser Tipp könnte für dich funktionieren. Oder vielleicht solltest du auch etwas Neues ausprobieren, z.B.:

  • ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung entwickeln
  • eine andere Branchen finden, mit der du arbeiten kannst
  • neue Fertigkeiten erlernen
  • eine Hilfe einstellen, um dich etwas zu entlasten

Du hast dieses Geschäft aus Leidenschaft begonnen, aber genau wie in einer Beziehung musst du diesen Funken manchmal neu entfachen. Lasse deine Leidenschaft nicht absterben, sonst wird die Führung deines kleinen Unternehmens zu einem Burnout führen.

Und wenn diese Ideen nicht funktionieren, solltest du darüber nachdenken, dass es vielleicht an der Zeit ist aufzuhören. Auch hier gilt: Wie in einer Beziehung gibt es manchmal eine Haltbarkeitsdauer für dein Unternehmen und wenn du das leugnest, wird es dich nur unglücklich machen. Finde einen Ausweg und mache Platz für etwas Neues, das dich glücklich macht.

Selbst bei solchen Unruhen gibt es noch viel, wofür du dankbar sein kannst. Und wer könnte nicht ein wenig Urlaubsfreude gebrauchen, um ein überwältigendes und stressiges Jahr abzuschließen?

Dieser Artikel wurde auf Englisch von Susan Guillory verfasst und am 29. November 2020 auf www.forbes.com veröffentlicht. Wir haben ihn für euch übersetzt, damit wir uns mit unseren Lesern zu relevanten Themen austauschen können.

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