Facebook Werbung: 10 Tipps für mehr Verkäufe im Online-Shop

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Facebook Werbung: 10 Tipps für mehr Verkäufe im Online-Shop
© Konstantin Yuganov - stock.adobe.com

“Facebook ist tot.”

Diese Aussage sehe ich immer wieder mal, wenn ich durch meinen Facebook Feed scrolle. Ja, du hast richtig gelesen: Ich lese immer wieder auf Facebook, dass Facebook tot ist.

Alleine dieses Paradoxon sollte zeigen, dass du die Aussage getrost ignorieren kannst. Aber abgesehen davon habe ich Kunden, die ihren Online-Shop alleine auf der Plattform Facebook aufgebaut haben und sechsstellige Monatsumsätze erzielen.

Wenn ich von Facebook spreche, meine ich übrigens immer das Facebook Universum. Hier sind also Instagram, WhatsApp und sonstige Plattformen, die Mark aufkauft, mit inkludiert.

In diesem Artikel gebe ich dir 10 Tipps an die Hand, wie du mit Facebook Werbung mehr Verkäufe in deinem Online-Shop erzielen kannst – und das profitabel.

1. Das Fundament muss stimmen

Du kannst durch Facebook Werbung die Verkäufe in deinem Online-Shop schnell steigern. Aber die Voraussetzung ist: Das Fundament muss stimmen. Wenn dein Online-Shop nicht verkauft, verbrennst du mit Facebook Werbung nur Geld.

Ich sehe immer wieder Agenturen, die blind auf die Online-Shops ihrer KundInnen Werbung schalten, ohne vorher überprüft zu haben, ob der Online-Shop dafür ausgelegt ist. Das heißt konkret: Sind die Conversion-Rate und der Warenkorbwert im grünen Bereich?

Die Conversion-Rate und der Warenkorbwert bilden das Fundament für profitable Werbung. Wenn die Conversion-Rate bei 0,1% und der Warenkorb-Wert bei € 10,- liegt, kann ich dir schon vorher sagen: Du kannst den größten Ads-Profi an deiner Seite haben. Er wird die Werbung nicht profitabel hinbekommen.

2. Was entscheidet, ist das Creative

Sobald du deinen Online-Shop hinsichtlich der Conversion-Rate und dem Warenkorbwert optimiert hast, kannst du auf deinen Online-Shop Werbung schalten. Die Frage ist jetzt: Was unterscheidet eine profitable von einer nicht profitablen Kampagne?

Ich kann dir schonmal soviel sagen: Es sind nicht die technischen Einstellungen, wie zum Beispiel das Zielgruppen-Targeting, die Kampagnen-Struktur oder manuelle Gebotsstrategien.

Der Erfolg oder Misserfolg einer Facebook Kampagne entscheidet sich am Creative (=was der Umworbene sieht). Wenn Facebook Werbung für dich bisher nicht funktioniert hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Werbeanzeigen den User nicht angesprochen haben – sofern das Fundament stimmt.

3. Der Werbetext verkauft dein Produkt

Bei der Gestaltung der Werbeanzeigen wird häufig nur über das Bild oder Video gesprochen. Ja, diese Werbematerialien sind wichtig. Aber oft wird der Einfluss des Werbetextes auf den Erfolg der Kampagne vergessen.

Der Werbetext steht bei Facebook über dem grafischen Element und verkauft dem User schlussendlich dein Produkt. Es macht einen Unterschied, ob ich einen Text in dem Stil “Das ist mein Produkt, kauf es jetzt.” schreibe oder mir darüber Gedanken mache, welches Problem ich von meinem KundInnen überhaupt löse.

4. Die Werbebotschaft entscheidet über die Skalierbarkeit

Die Werbebotschaft “Kauf mich jetzt” kann auch funktionieren, aber sie ist nicht besonders skalierfähig. Denn nur 5-10% der User in deinem Markt sind jetzt gerade kaufbereit. Darunter sind auch User, die kaufbereit wären, aber noch nicht wissen, dass dein Produkt ihr Problem lösen kann.

Bei der Skalierung sprechen wir immer weniger kaufbereite Menschen an. Diese weniger kaufbereiten User fühlen sich eben nicht mit der Werbebotschaft “Kauf mich jetzt” abgeholt. Denn sie wissen evtl. überhaupt noch nicht, dass sie das Problem haben, welches du versuchst, mit deinem Produkt zu lösen oder dass dein Produkt die Lösung für ihr Problem ist.

5. Kenne deine Zielgruppe

Beim Schreiben von Werbetexten gibt es eine fundamentale Grundregel: Kenne deine Zielgruppe! Nur wer seinen idealen Kunden bis ins kleinste Detail kennt, kann Werbetexte schreiben, die funktionieren.

Wenn du einen Werbetext für deine nächste Facebook Werbeanzeige schreibst, sprichst du nicht deine Sprache. Du sprichst die Sprache deines Kunden. Du verwendest die exakten Wörter, die er verwenden würde.

EXTRA: Hack in 6 Schritten: Facebook-Gruppen als Marketing Tool

6. Dein Kunde kauft die Katze im Sack

Im E-Commerce haben wir im Vergleich zum Einzelhandel einen entscheidenden Nachteil: Der Kunde kann die Produkte erst anfassen, wenn er sie gekauft hat. Das heißt, er kauft die Katze im Sack.

Diese fehlende Erfahrung müssen wir ausgleichen, indem wir die Phantasie unserer potenziellen KundInnen im Kopf anregen, wie es ist, das Produkt in den Händen zu halten, es zu haben und es zu benutzen.

Ich sehe immer wieder Online-Shops, die ihre Produkte sowohl im Online-Shop, als auch in den Werbeanzeigen nur auf weißem Hintergrund abbilden. So funktioniert das natürlich nicht! Zeige deine Produkte in Aktion.

7. Einfachheit gewinnt

Wenn du die ersten sechs Tipps dieses Artikels beherzigst, hast du ein Fundament, welches dir überhaupt erst erlaubt, Werbung zu schalten und kannst dein Produkt richtig in Szene setzen.

Jetzt geht es nur mehr darum, die Werbeanzeigen im Facebook Werbekonto in eine technisch saubere Struktur zu bringen, damit du den Algorithmus für dich arbeiten lässt. Und hier kann ich dir nur den Tipp geben: Einfachheit gewinnt!

Einfache Kampagnen Setups erzielen oft bessere Ergebnisse als granular aufgesetzte. Dasselbe gilt übrigens auch für die Werbebotschaft. Einfache Werbebotschaften bringen meist bessere Ergebnisse als kreative, die kein Mensch versteht.

8. Der Kundenwert entscheidet über deine Profitabilität

Viele Online-Shop BetreiberInnen versteifen sich auf die Werbekosten pro Bestellung. Je niedriger dieser Wert, desto höher ist die Profitabilität. Aber die Werbekosten pro Bestellung werden sich in der Skalierung von Kampagnen zwangsläufig erhöhen.

Denn in der Skalierung erreichst du weniger direkt kaufbereite User. Deshalb solltest du deinen Kundenwert immer im Blick haben. Welchen Deckungsbeitrag bringt dir ein Kunde durchschnittlich auf die Lebenszeit von dem Kunden gerechnet ein?

Je höher dieser Wert ist, desto höhere Werbekosten kannst du in Kauf nehmen, um einen Kunden zu gewinnen. Wer die höchsten Werbekosten pro Kunde bezahlen kann, wird langfristig zum Marktführer.

9. Du kannst nur etwas skalieren, was schon funktioniert

Häufig wird die Skalierung mit dem Testing vermischt. Mache das nicht! Der richtige Vorgang ist der folgende: Du testest mit kleinerem Budget, welche Zielgruppen und Werbeanzeigen funktionieren.

Erst wenn du etwas gefunden hast, was funktioniert, skalierst du deine Kampagne. Die Vermischung dieser beiden Schritte kann dir viel Geld, Zeit und Nerven kosten und führt zu keinen guten Ergebnissen.

10. Kenne deine Zahlen

Wer Facebook Werbung für seinen Online-Shop schaltet, sollte ständig die Zahlen im Überblick haben: Wieviel Budget habe ich letzte Woche ausgegeben? Welcher Umsatz ist daraus entstanden?

Jegliche Entscheidungen beim Schalten von Facebook Werbung werden datenbasiert getroffen. Bauchentscheidungen sind wie Lottospielen: Du kannst damit richtig liegen, aber die Wahrscheinlichkeit ist gegen dich.

Fazit

Wenn du die 10 Tipps aus diesem Artikel beherzigst, wirst du dir viel Geld, Zeit und Nerven beim Schalten deiner Facebook Werbeanzeigen sparen. Hier sind noch einmal die 10 Tipps für dich kurz zusammengefasst:

  1. Das Fundament muss stimmen.
  2. Was entscheidet, ist das Creative.
  3. Der Werbetext verkauft dein Produkt.
  4. Die Werbebotschaft entscheidet über die Skalierbarkeit.
  5. Kenne deine Zielgruppe.
  6. Dein Kunde kauft die Katze im Sack.
  7. Einfachheit gewinnt.
  8. Der Kundenwert entscheidet über deine Profitabilität.
  9. Du kannst nur etwas skalieren, was schon funktioniert.
  10. Kenne deine Zahlen!

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Philipp Kammerer
Philipp Kammerer ist E-Commerce Berater. Im „E-Commerce Advertising Podcast“ zeigt er Online-Shop Besitzern, wie sie ihr Umsatzplateau überwinden können.

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